Schwerhörigkeit

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)

Als Schwerhörigkeit, Hörstörung oder Hörschwäche bezeichnet man ein Symptom, bei der die normale Funktion des Gehörs beeinträchtigt ist. Dabei kann Schwerhörigkeit in Folge von Verletzungen des Gehörs und der Gehörorgane auftreten, als auch als typische Alterserscheinung von älteren Menschen. Durch Lärm und Krach leiden jedoch immer mehr jüngere Menschen an Schwerhörigkeit.

Inhaltsverzeichnis

Definition Schwerhörigkeit

Die Medizin unterscheidet zwei Arten der Schwerhörigkeit: eine plötzlich auftretende sowie eine chronische, die sich schleichend entwickelt. Ältere Menschen sind von Schwerhörigkeit deutlich häufiger betroffen als jüngere - man bezeichnet dies dann auch als Altersschwerhörigkeit. Mittlerweile ist jeder 15. Mensch in Deutschland schwerhörig.

Dabei werden grundsätzlich drei Arten der Schwerhörigkeit unterschieden: die geringgradige Schwerhörigkeit, welche mit einem Hörverlust von etwa 20 bis 40 Dezibel einhergeht. Betroffene Personen nehmen bei dieser kleine Nebengeräusche wie etwa das Ticken einer Uhr, nicht mehr wahr. Bei der mittelgradigen Schwerhörigkeit wiederum werden Umgebungsgeräusche wie Vogelgezwitscher nicht mehr erkannt. In diesem Fall beträgt der Hörverlust bereits zwischen 41 und 60 Dezibel. Bei der hochgradigen Schwerhörigkeit, welche mit einem Hörverlust zwischen 61 und 80 Dezibel einhergeht, kann der Betroffene Gesprächen kaum mehr folgen. Alle Hörverluste, die über diesen Werten liegen, werden bereits als Taubheit bezeichnet.

Ursachen für Schwerhörigkeit

Von Schwerhörigkeit sind hauptsächlich Personen betroffen, die in einer lauten Umgebung arbeiten. Von laut spricht man, wenn diese mehr als 80 Dezibel beträgt.

Eine akute Schwerhörigkeit, welche in den meisten Fällen von selbst wieder verschwindet, kann auch durch ein unsachgemäßes Reinigen der Ohren die Ursache sein. Grundsätzlich sollte man mit dem Wattestäbchen nicht zu tief in das Ohr vordringen - besondere Vorsicht ist bei Kleinkindern und Babys geboten. Reinigt man die Ohren wiederum zu selten, kann der sich ansammelnde Ohrenschmalz ebenfalls zu einer Hörbeeinträchtigung führen.

Manche Formen der Schwerhörigkeit sind sogar angeboren beziehungsweise werden von den Eltern vererbt. Erkrankt eine Schwangere an einer Infektionserkrankung wie Toxoplasmose oder Röteln, kann das Neugeborene schlimmstenfalls bereits mit einer Schwerhörigkeit auf die Welt kommen.

Auch andere Erkrankungen können das Symptom Schwerhörigkeit auslösen. Zu nennen sind hier sowohl die Mittelohrentzündung und Verletzungen des Trommelfells ebenso wie Entzündungen des Gehörgangs. Auch im Rahmen von Tuberkulose, Mumps oder Masern kann eine plötzlich auftretende Schwerhörigkeit eine Begleiterscheinung sein.

Krankheiten mit Schwerhörigkeit

Behandlung von Schwerhörigkeit

Um die Ursache der Schwerhörigkeit herauszufinden, wird der Arzt verschiedene Hörtests durchführen. Auch die Ohrenspiegelung kann helfen, körperliche Veränderungen im Ohr zu erkennen. Ist Ohrschmalz die Ursache für die Hörprobleme, lässt sich dieser leicht beim HNO-Arzt absaugen oder mithilfe einer Zange entfernen. Bei leichten Verstopfungen kann dies auch mithilfe einer Spülung erfolgen.

Die Behandlung einer Schwerhörigkeit richtet sich nach der genauen Ursache und kann entweder mit Medikamenten oder auch mithilfe einer Operation erfolgen. Ist beispielsweise ein Hörsturz der Grund für die plötzliche Schwerhörigkeit, können Infusionen mit Medikamenten helfen, die eine durchblutungsfördernde und auch eine abschwellende Wirkung haben. Nicht selten entsteht ein plötzlicher Hörverlust durch Infektionen, ausgelöst durch Viren oder Bakterien.

Diese können mit Antibiotika schnell bekämpft werden. In vielen Fällen allerdings hilft nur noch ein Hörgerät, welches individuell für jeden Patienten angepasst wird. Selbst bei völliger Taubheit gibt es noch Hilfe: das sogenannte Cochleaimplantat kann betroffenen Personen helfen, wieder zu hören.

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Vorbeugung gegen Schwerhörigkeit

Um einer Schwerhörigkeit vorzubeugen, sollte man sich nicht unbedingt einer lauten Umgebung aussetzen. In manchen Berufen ist dies jedoch nicht zu vermeiden. Arbeiter, die einer Lautstärke von über 80 Dezibel ausgesetzt sind, müssen entsprechend den Vorschriften für Arbeitssicherheit daher einen Gehörschutz tragen.

In der Diskothek oder auf Konzerten erreicht die Lautstärke ebenso oft bedenkliche Grenzwerte. Weiterhin sind alle Verletzungen und Störungen des Ohres und des Trommelfells zu vermeiden. Im Winter sollte man nicht ohne Warme Kopf- und Ohrenbedeckung im kalten Zugwind stehen.

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