Schweinebandwurm-Infektion

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. Oktober 2017
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Die Schweinebandwurm-Infektion ist eine parasitär bedingte Erkrankung und befällt vor allem Menschen. Der Schweinebandwurm hat ein weltweites Vorkommen, aber ist hauptsächlich in Indonesien, Neuguinea, Südamerika und Afrika verbreitet.

Inhaltsverzeichnis

Definition Schweinebandwurm-Infektion

Die Schweinebandwurm-Infektion ist eine Ansteckung mit einem Bandwurm, welcher sich überwiegend im menschlichen Darm einnistet. Ein erhöhtes Risiko, an einer Schweinebandwurm-Infektion zu erkranken, haben Menschen, welche häufig rohes Schweinefleisch essen, in dem sich die Larven des Schweinebandwurmes befinden. Typische Nahrungsmittel hierbei sind: Gehacktes, Hackepeter oder Steaks, die nur leicht durchgebraten sind.

Eine Schweinebandwurm-Infektion wird durch Parasiten, hier der Schweinebandwurm, verursacht. Bandwürmer benötigen einen Wirt. Schweinebandwürmer zählen zu den Plattwürmern. Sie nisten sich im Darm ihres Endwirts ein und erreichen eine Länge von wenigen Millimetern bis zu mehreren Metern. Schweinebandwürmer durchleben einen Zyklus mit verschiedenen Entwicklungsstufen, dabei wechseln sie ihren Wirt. Beim Schweinebandwurm ist das Schwein der Zwischenwirt, der Mensch ist der Endwirt.

Ursachen

Der Mensch infiziert sich mit einer Schweinebandwurm-Infektion, wenn die Larven des Schweinebandwurmes in den menschlichen Körper gelangen. Durch den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend gegartem Fleisch, welches diese Larven enthält, entwickelt sich dann eine Schweinebandwurm-Infektion. Die Larven wachsen im Darm des Endwirts zu Bandwürmern heran.

Die Schweinebandwürmer benutzen ihren Kopf, um sich mittels Saugnäpfen oder Haken an den Darmwänden des Endwirts festzuheften. Der Bandwurm besteht aus mehreren Gliedern, diese enthalten männliche und weibliche Geschlechtsdrüsen. Demzufolge sind Bandwürmer zwittrig. Nach der Befruchtung reifen die Eier im Wurm. Diejenigen Wurmglieder, welche ausgereifte Eier enthalten, lösen sich vom Wurm und verlassen den Körper des Wirts mit dem Stuhlgang.

Diese Eier werden von einem Zwischenwirt aufgenommen. In dessen Darm schlüpfen nun die Larven. Sie bohren sich durch die Darmwände und gelangen in den Blutkreislauf und verteilen sich im Körper. Ihr Ziel ist das Muskelfleisch, da dieses gut durchblutet ist. Sie setzten sich dort fest und bilden Zweitlarven, sogenannte Finnen aus.

Die Schweinebandwurm-Infektion beim Menschen erfolgt nun durch den Verzehr dieses larvenhaltigen Fleisches. Im Darm des Menschen entwickelt sich die Wurmlarve zum geschlechtsreifen Wurm und der Lebenszyklus des Schweinebandwurmes beginnt erneut. Dieser kann bis zu 20 Jahre dauern. Einen ähnlichen Prozess findet man auch bei einer Rinderbandwurm-Infektion.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Bandwürmer leben als Parasiten im Darm des Menschen oder anderer Wirbeltiere. Es gibt viele verschiedene Bandwurmarten. Jede Art kann unterschiedliche Beschwerden hervorrufen, wobei nur weniger Arten für den Menschen zur Gefahr werden könne. Im Bild, der Kopf eines Bandwurmes. Klicken, um zu vergrößern.

Lassen sich Eier des Schweinebandwurmes im Stuhl per Mikroskop nachweisen, handelt es sich um die Diagnose Schweinebandwurm-Infektion. Bei einer Schweinebandwurm-Infektion können verschiedene Symptome auftreten oder auch unbemerkt verlaufen. Einige Betroffene leiden unter Abmagerung, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit oder Blutarmut.

Bei Hygienemangel besteht jedoch die Gefahr einer Eigeninfektion. Gelangen beispielsweise durch unzureichend gewaschene Hände Wurmeier aus dem Darm über den Mund zurück in den Körper, kann dies eine schwere Erkrankung nach sich ziehen. Der Arzt nennt diese Zystirzerkose, ein Einnisten der Wurmlarven in Organe.

Meist ist der Verlauf einer Schweinebandwurm-Infektion nicht kompliziert. Solange der Wurm keine Larven im menschlichen Darm bildet, gibt es kaum Probleme. In etwa 10 Prozent aller Fälle bildet der Wurm Larven aus. Dabei kann es zu Funktionsstörungen von Organen kommen, zum Beispiel des Gehirns.

Komplikationen

Der Ausbruch einer Schweinebandwurm-Infektion benötigt einige Wochen, denn die Entwicklung von der Larve zum reifen Schweinebandwurm beträgt drei bis vier Monate. Erst nach Ablauf dieser Dauer sind Bandwurmeier im Kot nachweisbar. Eine Schweinebandwurm-Infektion kann schwerwiegende Komplikationen und Spätfolgen nach sich ziehen.

In Folge von Übelkeit und Erbrechen kommt es oft zu einer Gewichtsabnahme und Mangelerscheinungen, die zu Bewusstseinsstörungen führen und das Unfallrisiko erhöhen. Eine Blutarmut birgt ähnliche Risiken und belastet darüber hinaus auch das Immunsystem und das Kreislaufsystem. Erfolgt die Infektion über Wurmeier oder nimmt der Betroffene die Eier aus dem eigenen Darmtrakt auf, kommt es zur sogenannten Zystizerkose – sie betrifft Augen, Gehirn und Muskulatur.

Diese schwere Komplikation verursacht in der Folge schwerwiegende Symptome wie Krampfanfälle, Schäden der Skelettmuskulatur oder des Herzmuskels, Sehstörungen und Hirnhautentzündungen. Außerdem kann ein Hydrozephalus (Wasserkopf) entstehen. Die medikamentöse Therapie kann neben den typischen Neben- und Wechselwirkungen auch schwere Komplikationen nach sich ziehen.

So ruft das Präparat Praziquantel in Einzelfällen Herzrhythmusstörungen, Störungen des Gehirns wie Epilepsie oder neurologische Ausfälle sowie ernste Hautausschläge und blutigen Durchfall hervor. Ist die Erkrankung bereits weiter fortgeschritten, können bereits leichte Beruhigungs- oder Schmerzmittel Beschwerden des Herz-Kreislauf-Systems hervorrufen. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung steigt außerdem das Risiko einer Neuerkrankung durch Wurmeier im Körper.

Behandlung & Therapie

Eine Behandlung der Schweinebandwurm-Infektion soll den Parasit entfernen. Der Schweinebandwurm wird mithilfe von Niclosamid oder Paziquantel in Tablettenform behandelt.

Hierdurch sterben die Würmer ab oder werden gelähmt, dadurch wird eine weitere Anheftung an den Darm verhindert, der Wurm stirbt ab und verlässt den Körper mit dem Stuhl.

Bei hartnäckiger Schweinebandwurm-Infektion mit Befall von Organen kann auch eine Bestrahlung erfolgen. Dabei besteht allerdings das Risiko von Komplikationen, da das betroffene Gewebe abstirbt.

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Vorbeugung

Eine vorbeugende Maßnahme zur Vermeidung einer Schweinebandwurm-Infektion ist der Verzicht auf rohes oder ungenügend gegartes Fleisch. Kann man nicht auf Fleisch verzichten, sollte man es mindestens 10 Tage einfrieren, dadurch besteht auch keine Infektionsgefahr. Schlachttiere werden einer amtlichen Untersuchung ihres Fleisches unterzogen. Hier wird das Fleisch auf Wurmlarven untersucht, bevor das Fleisch zum Konsumenten kommt.

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Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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