Schweißfüße

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. November 2017
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Dass die Füße schwitzen, ist ein ganz natürlicher Prozess. Passiert es jedoch verstärkt, wird von Schweißfüßen (Hyperhidrosis pedis) gesprochen. Dies ist in der Regel harmlos, aber für die Betroffenen und auch für die Umgebung unangenehm. Daher schämen sich viele Menschen sehr dafür. Vor allem die warmen Temperaturen führen zu diesem gefürchteten Begleitumstand.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schweißfüße?

Schwitzen ist eine lebenswichtige Funktion, da das Verdunsten des Schweißes der Haut Wärme entzieht und sie somit abkühlen lässt. Bei Schweißfüßen hingegen handelt es sich, wie es der Name bereits verrät, um eine übermäßige Absonderung von Schweiß im Bereich der Füße. In der Umgangssprache bezieht sich der Begriff „Schweißfuß“ eher auf den unangenehmen Geruch als auf die abgesonderte Schweißmenge.

Wenn sich der Betroffene nicht mehr wagt, aufgrund der Geruchsbelästigung die Schuhe auszuziehen, sind Schweißfüße ein ernstes Problem. Nahezu ein Drittel der Menschen klagt über Schweißfüße, wobei Männer deutlich häufiger davon betroffen sind als Frauen. Bedingt durch den ständigen Schweiß ist die Hornhaut stets durchfeuchtet. Mit der Zeit kann sie dadurch weißlich aufquellen.

Ursachen

Schweißfüße werden meist durch eine vegetative Dystonie (Regulationsstörung des vegetativen Nervensystems) in der Verbindung mit übergroßen Schweißdrüsen verursacht. Eigentlich dient die Schweißabsonderung nicht dazu, die Körpertemperatur zu regulieren, sondern um dem Fuß eine Haftung zu verleihen. Das Schwitzen der Füße wird im zentralen Nervensystem gesteuert. Dabei werden die Signale über das sympathische Nervensystem weitergeleitet.

Wenn das Schweißzentrum auf äußere Reize unverhältnismäßig stark reagiert, beginnt der Betroffene vermehrt zu schwitzen. Menschen, die generell dazu neigen, leiden eher unter Schweißfüßen. Die Absonderung des Schweißes nimmt an den Füßen bei Strümpfen und Schuhen aus luftundurchlässigen Materialien erheblich zu. Daher sind Kunstfasern für diese Personengruppe auf keinen Fall empfehlenswert. Die vermehrte Schweißabsonderung wird zudem auf Entgiftungsprozesse zurückgeführt.

Aus diesem Grund gelten verschiedene Dinge wie Nikotin und Medikamente als Risikofaktoren für Schweißfüße. Der Auslöser für einen Schweißfußgeruch kann des Weiteren eine mangelnde Hygiene der Füße sein. Das Gleiche gilt, wenn die Socken oder Schuhe zu selten gewaschen werden oder nicht genügend auslüften können. Dies gilt für alle Menschen und nicht nur für Patienten, die medizinisch gesehen unter Schweißfüßen leiden.

Stress und Anspannung spielen bei einem übermäßigen Schwitzen ebenso eine Rolle. Mit einer Psychotherapie oder einem Anti-Stress-Programm allein kann das Schwitzen meistens nicht gestoppt werden. Entspannungsmethoden wie Yoga oder autogenes Training sind neben der psychologischen Hilfe oftmals empfehlenswert und hilfreich.

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Diagnose & Verlauf

Schweißfüße werden meist durch eine vegetative Dystonie (Regulationsstörung des vegetativen Nervensystems) in der Verbindung mit übergroßen Schweißdrüsen verursacht.

Ob im Bereich der Fußsohle eine Überfunktion der Schweißdrüsen vorliegt, kann durch eine Messung der Schweißabsonderung geprüft werden. Zur Diagnose wird beispielsweise ein Jod-Stärke-Test genutzt. Die Tinktur wird hierfür auf die Füße aufgetragen. Nach dem Trocknen werden sie mit einem Kartoffelstärke-Pulver bestäubt. Verfärbt sich dieses blau oder schwarz, wird austretender Schweiß erkennbar.

Der Grad der Verfärbung verdeutlicht die Stärke der Schweißproduktion. Der Test kann ebenfalls als Kontrollmittel einer laufenden Behandlung dienen. Eine weitere Möglichkeit der Diagnosestellung ist die quantitative Sudometrie, um die Schweißabsonderung zu messen.

Komplikationen

Schweißfüße können je nach Ursache verschiedene Komplikationen hervorrufen. Zunächst führt die Belastung der Fußhaut zu einer zunehmenden Schädigung der unteren Hautschichten. Die angegriffene Haut ist anfälliger für andere Erkrankungen, wodurch es bei Schweißfüßen oftmals auch zu Fußpilzinfektionen oder viral-bedingten Fußwarzen kommt.

Der Fußpilz kann wiederum zu einer Reihe von sekundären Infektionen und Entzündungen führen. In seltenen Fällen kann eine Pilzinfektion eine lebensbedrohliche Blutvergiftung hervorrufen. Schweißfußpatienten neigen generell verstärkt zu Hauterkrankungen und Ekzemen an den Füßen, bedingt durch das keimfreundliche Milieu und den Kontakt mit bakteriellen Erregern.

Betroffene leiden daneben vor allem an den sozialen Konsequenzen von Schweißfüßen. Die Geruchsentwicklung kann zu einer sozialen Ausgrenzung führen, und in der Folge zur Entwicklung von Angststörungen wie etwa einer Sozialphobie beitragen. Unbehandelt können Schweißfüße und deren Folgen eine enorme Belastung für die Betroffenen darstellen.

Werden die Schweißfüße allerdings umfassenden behandelt, können schwere Komplikationen meist vermieden werden. In Folge einer Behandlung kann es allenfalls zu allergischen Reaktionen auf die verschriebenen Mittel kommen, die meist mit vorübergehendem Juckreiz und einer zeitweiligen Verstärkung der Beschwerden einhergehen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Die Schweißfüße stellen keine medizinische Komplikation und auch keinen gefährlichen Zustand für den Körper dar und müssen daher nicht von einem Arzt behandelt werden. Die Behandlung kann allerdings dann erfolgen, wenn sich der Patient mit dem Symptom unwohl fühlt. So können die Schweißfüße auch zu einem verringerten Selbstwertgefühl und zu einem verringerten Selbstbewusstsein beitragen.

In einigen Fällen kommt es auch zu sozialen Problemen, da die unangenehmen Gerüche das Umfeld stark belasten. Falls es zu diesen Beschwerden kommt, kann ein Arzt aufgesucht werden. Dem Patienten stehen allerdings viele verschiedene Möglichkeiten zur Selbsthilfe bereit, die vor einem Arztbesuch ausprobiert werden können.

Der Arzt kann in der Regel die Schweißdrüsen entfernen und damit das Symptom der Schweißfüße relativ gut beheben. Eine ärztliche Behandlung ist auf jeden Fall dann notwendig, wenn es aufgrund der Schweißfüße zu Infektionen oder Entzündungen an den Füßen kommt. In diesen Fällen wird in erster Linie die Entzündung behandelt. Erst danach können die Schweißfüße behandelt und gegebenenfalls komplett behoben werden.

Behandlung & Therapie

Um Schweißfüße wirkungsvoll bekämpfen zu können, ist es wichtig, dass eine medizinische Behandlung erfolgt. Hierfür stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Am häufigsten wird die topische Behandlung angewendet. Hierbei kommen Antitranspirante, Puder oder Cremes zum Einsatz. Diese sind in Apotheken oder Drogerien erhältlich. Damit können die Schweißproduktion und Geruchsbildung eingedämmt werden. Eine weitere Möglichkeit der Therapie ist die Iontophorese.

Hierbei werden die Schweißdrüsen zeitweilig verschlossen, was durch die Nutzung von Gleichstrom geschieht, um die Schweißbildung zu hemmen. Zu den operativen Behandlungsmethoden zählt die Lumbale Sympathektomie, bei der ein bestimmter Bereich des Sympathikus herausgeschnitten oder abgeklemmt wird. Dieses Verfahren wird jedoch nur selten durchgeführt, da das Risiko einer Erektionsstörung besteht.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Aluminiumchlorid-Therapie. Hierbei wird eine Aluminiumchlorid-Hexahydrat-Tinktur aufgetragen. Die Flüssigkeit verstopft die Schweißdrüsenkanäle, wodurch das Schwitzen eine gewisse Zeit lang stark reduziert oder sogar unterbunden wird. Die Behandlung muss jedoch regelmäßig wiederholt werden. Bei nicht krankhaft bedingten Schweißfüßen ist die richtige Pflege sehr wichtig. Ein erhöhter Aufwand an Pflege kann das unangenehme Leiden erfolgreich bekämpfen. Grundsätzlich gilt es, die Füße jeden Tag zu waschen und gründlich abzutrocknen.

Feuchtigkeit ist generell ein guter Nährboden für Mikroorganismen. Die Füße sollten nach dem Waschen gut eingecremt werden. Auch die Fußnägel sollten regelmäßig gereinigt werden. Überschüssige Hornhaut kann mit einem Schaber leicht entfernt werden. Dies alles dient dem Ziel, Nistplätze für Bakterien zu verhindern. Ein häufiges Barfußlaufen ist ebenso hilfreich, da die Füße auf diese Weise besser belüftet werden.

Aussicht & Prognose

Schweißfüße müssen nicht zwingend von einem Arzt behandelt werden und stellen keine besonders schwere Komplikation dar. In der Regel kann auch an den Füßen die Absaugung der Schweißdrüsen vorgenommen werden. Dadurch wird das Schwitzen an den Füßen stark eingeschränkt, was die Entstehung von Schweißfüßen verhindert.

Es handelt sich dabei um einen operativen Eingriff, der allerdings ohne Schmerzen erfolgt und keine besonderen Komplikationen nach sich zieht. Die Schweißdrüsen wachsen auch nicht mehr nach, sodass es hier nicht mehr zu Schweißfüßen kommen kann. Ganz generell sollte jedoch zunächst versucht werden, eine gute und regelmäßige Körperhygiene einzuhalten, die Socken täglich zu wechseln, nicht barfuß in geschlossenen Schuhen zu laufen und die Schuhe auch nicht gleichzeitig im Sport und Alltag zu benutzen.

Falls die Schweißfüße nicht medizinisch behandelt werden, führen sie in der Regel zu unangenehmen Gerüchen und können die Mitmenschen belasten. Der Patient kann gegen Schweißfüße bestimmte Puder oder Cremes verwenden. Ob sie allerdings wirksam sind und unangenehme Gerüche vermeiden, hängt stark von der Ausprägung der Schweißfüße ab.

In seltenen Fällen können die Schweißfüße auch zu Pilzinfektionen an den Füßen führen, welche dann medizinisch behandelt werden müssen. Auch diese Behandlung verläuft ohne Komplikationen und führt zum Erfolg.

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Vorbeugung

Zur Vorbeugung von Schweißfüßen ist es wichtig, darauf zu achten, atmungsaktive Schuhe zu tragen, die häufig gewechselt werden. Zudem sind täglich frische Baumwollsocken empfehlenswert. Geruchshemmende Einlegesohlen mit Zedernholz, Aktivkohle oder Zimt sind ebenfalls hilfreich. Ein Geruch kann auch durch ein Fußdeodorant unterdrückt werden. Die Füße regelmäßig mit kaltem Wasser zu waschen und häufig barfuß zu laufen, wirkt auch einer vermehrten Schweißbildung entgegen.

Überschüssige Hornhaut sollte mit einer entsprechenden Feile beseitigt werden. Der Gebrauch von speziellen Antischweißmitteln dient ebenso der Vorbeugung. Hierfür sind verschiedene Fußsprays und Puderprodukte erhältlich. Diese verfügen über eine bakterientötende Wirkung. Zinksalbe gehört zu den bewährten Hausmitteln, die eine vermehrte Feuchtigkeit absorbieren.

Das können Sie selbst tun

Schweißfüße sollten trocken und sauber gehalten werden. Nach dem Duschen oder Waschen mit lauwarmen Wasser ist ein gründliches Abtrocknen besonders zwischen den Zehen erforderlich. Nach dem Abtrocknen können die Füße mit Pilz tötenden und antibakteriellen Substanzen und/oder mit Pflegemitteln behandelt werden. Hilfreich kann auch Fußpuder auf der Fußsohle und zwischen den Zehen sein.

Personen mit Schweißfüßen sollten offene oder atmungsaktive Schuhe tragen. Slippers oder Sandalen sind besonders empfehlenswert, allerdings sollten sie nicht aus Kunststoff sein. Bei geschlossenen Schuhen ist echtes Leder empfehlenswert. Sinnvoll ist es, mehrmals am Tag die Schuhe und Socken zu wechseln. Hilfreich sind Baumwollsocken, nicht empfehlenswert sind synthetische Socken. Es gibt auch spezielle Socken mit eingearbeitetem Silber oder Kupfer, die antibakteriell wirken und Schweißgeruch mindern. Barfußlaufen belüftet die Schweißfüße und beugt zudem Fußfehlstellungen vor.

Schweißfüße können mit Fußbädern behandelt werden. Die Wassertemperatur sollte handwarm sein und das Fußbad sollte nicht länger als einige Minuten andauern, da sonst möglicherweise eine gegenteilige Wirkung erzielt wird. Sinnvoll ist es, Heilextrakte wie Salbei im Wasser aufzulösen. Ein Salbei-Bad erfrischt die Füße und hemmt die Geruchsbildung.

Im Drogeriemarkt können verschiedene Mittel gegen Schweißfüße, beispielsweise Pedispray, erworben werden. Auch Hausmittel wie Alkohol-, Zink- oder Jodsalbe können gegen Schweißfüße helfen.

Bücher über Schweißfüße

Quellen

  • Gesenhues, S., Ziesché, R.H., Breetholt, A. (Hrsg.): Praxisleitfaden Allgemeinmedizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln 2016
  • Sterry, W., Burgdorf, W., Paus, R.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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