Schwarzer Ausfluss nach der Periode

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. November 2017
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Manchmal kann es zu schwarzem Ausfluss nach der Periode kommen. Dabei handelt es sich um eine genitale Blutung.

Inhaltsverzeichnis

Schwarzer Ausfluss nach der Periode

Ausfluss (Fluor genitalis) aus der weiblichen Scheide gilt als normaler Reinigungsvorgang des Organismus. Das Scheidensekret befördert Blut, schädliche Keime, Spermien und abgestorbene Zellen aus dem Körper hinaus. Es gibt jedoch Formen von Ausfluss, die als besorgniserregend gelten. Dazu gehört unter anderem der schwarze Ausfluss, der eine dunkle Färbung aufweist.

Er kann sowohl vor als auch nach der Periode auftreten. Auch im Anschluss an eine Ausschabung oder während der Schwangerschaft zeigt er sich mitunter. Bei den meisten Frauen ist der schwarze Ausfluss harmloser Natur. Manchmal können sich jedoch ernstzunehmende Krankheiten hinter ihm verbergen. Dazu gehört zum Beispiel der gefährliche Gebärmutterhalskrebs.

Obwohl das abgegebene Sekret schwarzer Ausfluss genannt wird, handelt es sich um ein bräunliches Sekret, das eine genitale Blutung darstellt. Der schwarze Ausfluss fällt schwächer aus als der gewöhnliche Scheidenausfluss. Erfolgt eine Behandlung, verläuft diese in den meisten Fällen komplikationslos.

Ursachen

Einem schwarzen Ausfluss nach der Periode liegen unterschiedliche Ursachen zugrunde. Bei den meisten Frauen ist er das Anzeichen für eine prämenstruelle oder postmenstruelle Blutung. Beide Formen werden als harmlos eingestuft. Grund für den dunklen Ausfluss ist in der Regel eine Schwäche des Gelbkörpers.

Dadurch kommt es zu einer unzureichenden Herstellung des Hormons Progesteron, das zur Gruppe der Sexualhormone zählt. Dies hat wiederum eine Verkürzung des monatlichen Zyklus zur Folge. Weitere mögliche Gründe für das Entstehen von schwarzem Ausfluss sind das verlangsamte Regenerieren der Gebärmutterschleimhaut sowie eine zu geringe Konzentration des Hormons Östrogen.

In einigen Fällen sind auch Hormonbehandlungen bei Frauen, die mit hormonellen Mitteln verhüten, der Anlass für schwarzen Ausfluss. Bei ihnen zeigt sich das Sekret wiederholt. Auch die Geburt eines Kindes sowie die anschließende Stillzeit können der Grund für das Auftreten des bräunlichen Ausflusses sein. So gerät der Hormonhaushalt während dieser Zeit aus der Balance. Infolgedessen treten neben dem Ausfluss auch Schmierblutungen auf.

Besteht der schwarze Ausfluss nicht ausschließlich nach der Periode, gilt dies als Indiz für eine unzureichende Ausschabung (Abrasio uteri) der Gebärmutterschleimhaut. Des Weiteren können Entzündungen der Gebärmutter (Uterus), Polypen oder Myome für den Ausfluss verantwortlich sein. In seltenen Fällen verbirgt sich auch eine bestimmte Form von Fehlgeburt dahinter.

Gelegentlich wird der schwarze Ausfluss nach der Periode von Krankheiten ausgelöst. Dazu gehören in erster Linie eine Vaginitis (Scheidenentzündung), Chlamydien, eine Eierstockzyste, ein Gebärmuttermyom oder eine Pilzinfektion. Als besonders bedenklich gelten Gebärmutterkrebs und Gebärmutterhalskrebs, da diese Erkrankungen lebensbedrohlich sind.

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Diagnose & Verlauf

Ausfluss (Fluor genitalis) aus der weiblichen Scheide gilt als normaler Reinigungsvorgang des Organismus.

Die Diagnose von schwarzem Ausfluss kann auch durch die betroffenen Frauen selbst erfolgen. Um die genaue Ursache festzustellen, ist jedoch ein Besuch bei einem Gynäkologen notwendig. Auf diese Weise lassen sich ernste Erkrankungen ausschließen und bei Bedarf eine Behandlung vornehmen.

Erster Schritt der Untersuchung ist das Zusammenstellen der Krankengeschichte der Patientin. Dabei ermittelt der Frauenarzt, seit wann der schwarze Ausfluss besteht und wie oft er auftritt. Des Weiteren forscht der Gynäkologe nach weiteren Beschwerden oder ungünstigen Faktoren wie eine ungesunde Ernährungsweise oder Stress. Eine wichtige Rolle spielen zudem Vorerkrankungen.

Im Anschluss an die Anamnese findet eine körperliche Untersuchung der Patientin statt. Dabei kann auch Blut abgenommen werden, um Hinweise auf eine Gelbkörperschwäche zu erhalten. Liegt Verdacht auf eine Gebärmuttererkrankung vor, findet zumeist eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) statt.

Wird der schwarze Ausfluss nach der Periode nicht von einer ernstzunehmenden Krankheit verursacht, nimmt er einen harmlosen Verlauf. So gehen die Beschwerden nach einigen Tagen von selbst wieder zurück. In manchen Fällen kann allerdings eine therapiebedürftige Entzündung vorliegen. Deren Behandlung ist wichtig, um weiteren Beschwerden entgegenzuwirken.

Komplikationen

Die Komplikationen von schwarzem Ausfluss nach der Periode richten sich nach dessen Auslöser. Üblicherweise deutet ein dunkler Ausfluss nach der Regelblutung auf eine hormonelle Unstimmigkeit hin, die ein Gynäkologe leicht abklären kann. Bei den meisten Betroffenen ist schwarzer Ausfluss unbedenklich und stellt keine Gefahr dar.

Gelegentlich kann allerdings eine besorgniserregende Krankheit dahinter stecken. Eine gravierende Ursache für schwarzen Ausfluss ist beispielsweise der aggressive Gebärmutterhalskrebs. Die betroffenen Frauen können das Krankheitsbild selbst feststellen, indem sie ihren Ausfluss beobachten: Bei dem besagten Ausfluss handelt es sich um ein dunkles bräunliches Sekret, das eine schwache genitale Blutung ausmacht.

Diese Variante des Ausflusses ist dabei deutlich schwächer als normaler vaginaler Ausfluss. Wird er einem Frauenarzt vorgestellt und umgehend behandelt, verläuft er jedoch in der Regel ohne größere Komplikationen. Die üblichen Ursachen von schwarzem Ausfluss sind die Scheidenentzündung (Vaginitis), eine Eierstockzyste, die sexuell übertragbaren Chlamydien, eine Gelbkörperschwäche, das Prämenstruelle Syndrom, ein Gebärmuttermyom, eine ansteckende Pilzinfektion oder Hormonschwankungen. Sämtliche der genannten Krankheitsbilder bedürfen dringend einer ärztlichen Behandlung und sollten unter keinen Umständen in Eigenregie erfolgen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

In jedem Fall sollte ein Arzt den Ausfluss untersuchen, wenn er nach der Periode länger als eine Woche dauert oder an Stärke zunimmt. Auch ein schwallartiges Abfließen in größeren Mengen aus der Scheide muss der Gynäkologe abklären, insbesondere wenn gleichzeitig Unterleibsschmerzen auftreten. Mit starken Schmerzen ist es dringend angeraten, ein Krankenhaus aufzusuchen oder den örtlichen Rettungsdienst zu informieren, wenn kein Arzt in kurzer Zeit verfügbar ist. Hier darf die Untersuchung nicht bis zum nächsten Tag aufgeschoben werden.

Riecht der Ausfluss unangenehm und streng oder verändert sich die Farbe ins Bräunliche oder Rötliche, dann muss die Ursache hierfür via Ultraschall und Laborprobe gesucht werden. Meist ist der Ausfluss harmlos und kein Grund zur Besorgnis, doch ein zu langes Hinauszögern einer gründlichen Untersuchung kann zu ernsten Erkrankungen führen. Für Probleme mit dem Unterleib wie Ausfluss ist nur ein Gynäkologe der richtige Arzt. Jeder andere Arzt wird weder untersuchen noch eine Diagnose stellen, sondern direkt zum Facharzt überweisen.

Behandlung & Therapie

Welche Art von Therapie bei schwarzem Ausfluss erfolgt, richtet sich nach der auslösenden Ursache. So ist bei Ausfluss, der vom Zyklus abhängt, nicht immer eine medizinische Behandlung nötig. Dagegen muss bei ständigem schwarzem Ausfluss unbedingt eine Therapie erfolgen.

Das Gleiche gilt für Ausfluss während der Schwangerschaft, weil er ein Risiko für eine Fehlgeburt darstellen kann. Die meisten Patientinnen erhalten im Rahmen der Behandlung Östrogene oder Gestagene. Durch das Einnehmen der Hormone lässt sich der Menstruationszyklus wieder stabilisieren. Sogar die Einnahme der Antibaby-Pille eignet sich als Therapiemethode.

Eine weitere Behandlungsoption ist die Ausschabung, bei der die Entfernung der restlichen Gebärmutterschleimhaut erfolgt. Nach der Abrasio uteri findet eine Hormontherapie statt. Ist der schwarze Ausfluss eine Folgeerscheinung der Ausschabung, wird sie wiederholt.

Leidet die Patientin unter Krebs, muss sie sich einer Chemotherapie oder Strahlentherapie unterziehen. Dabei ist die Behandlung der Grunderkrankung wesentlich wichtiger als die Therapie des bräunlichen Ausflusses. Als unterstützende Mittel der Ausfluss-Therapie gelten Sitzbäder, Vollbäder mit Kamille oder Teebaumöl sowie regelmäßige Moorbäder.

Aussicht & Prognose

In den meisten Fällen handelt es sich beim schwarzen Ausfluss nach der Periode nur um ein harmloses Symptom, welches relativ gut behandelt werden kann. Es treten in der Regel keine weiteren Beschwerden oder Komplikationen bei und nach der Behandlung auf.

Der schwarze Ausfluss kann allerdings verschiedene Grunderkrankungen aufweisen, welche alle mit unterschiedlichen Beschwerden behaftet sind. Sollte der Patient dabei an relativ großen Mengen des schwarzen Ausflusses leiden, so kann ein Arzt aufgesucht werden. Dasselbe gilt auch dann, wenn die Patienten Schmerzen beim Wasserlassen oder bei sexuellen Aktivitäten empfinden.

Ebenso kann die Betroffene an Zwischenblutungen leiden, welche sich durch Stress verstärken können. In den meisten Fällen verschwindet der schwarze Ausfluss von alleine wieder, ohne dass es zu weiteren Komplikationen kommt. Falls eine Schwangerschaft besteht, wird eine Behandlung durch den Arzt durchgeführt, damit das Risiko einer Fehlgeburt minimiert wird.

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Vorbeugung

Schwarzem Ausfluss nach der Periode vorzubeugen, ist nicht immer möglich. Es gilt als hilfreich, mit dem Gynäkologen Gespräche über die Methoden zur Verhütung zu führen. So kommt es durch hormonelle Verhütungsmaßnahmen nicht selten zu veränderten Blutfärbungen. Diese führen bei den betroffenen Frauen jedoch oftmals zu Verunsicherung.

Darüber hinaus wird von Gesundheitsexperten eine gesunde Lebensweise empfohlen. Sinnvoll ist zudem das Vermeiden von Stresssituationen, denn auf diese Weise kann die Gefahr von schwarzem Ausfluss verringert werden.

Das können Sie selbst tun

Steckt hinter dem dunklen Scheidenausfluss lediglich eine Hormonschwankung, eine Allergie oder ein Ungleichgewicht des pH-Wertes, kann der Körper durch einige Maßnahmen bei seiner Selbstheilung unterstützt werden.

Oft leiden Frauen unter Schwankungen ihrer weiblichen Hormone – vor allem des Östrogens – wenn sie unter großem Stress stehen. Wichtig ist es seelisch und körperlich für Ausgleich zu sorgen. Techniken wie Autogenes Training, Yoga oder Qi Gong sowie Ausdauersportarten wie Schwimmen oder Laufen zeigen oft schnelle Erfolge. Auch sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. In stressigen Phasen wird oft Fast Food konsumiert, aber auch diese Ernährungsweise kann sich auf den Hormonhaushalt auswirken. Ist eine veränderter pH-Wert ursächlich für den bräunlichen Ausfluss, können Salben oder Zäpfchen auf Milchsäurebasis, welche freiverkäuflich in der Apotheke zu erstehen sind, schnelle Hilfe bieten. Die Milchsäure bringt die Scheidenflora wieder in den natürlichen, sauren Bereich – Keime haben kaum noch Chancen.

Bei einer bestehenden Infektion mit Viren oder Bakterien sollten vermehrt Hygienemaßnahmen getroffen werden: Tragen Sie Unterwäsche aus reiner Baumwolle. Diese sind atmungsaktiv und können mit einer hohen Temperatur gewaschen und Keime somit abgetötet werden. Im Handel sind auch spezielle Wäschespülmittel zur Desinfektion erhältlich. Sollte eine Latexallergie bestehen, ist es ratsam bei der Wahl der Verhütungsmittel auf andere Materialien oder alternative Methoden zu wechseln.

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Quellen

  • Goeckenjan, M. et al.: Kontrazeption bei Mädchen und Jugendlichen. Gynäkologische Endokrinologie, Jahrgang 11, Band 1, S. 25-31 (18. Januar 2013)
  • Mendling, W.: Vaginose, Vaginitis, Zervizitis und Salpingitis. Springer Medizin Verlag, Berlin 2006
  • Stauber, M., Weyerstahl, T.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013

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