Schulterprothese

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Dezember 2016
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Als Schulterprothese wird ein künstliches Schultergelenk bezeichnet. Sie dient zum Ersatz von verschlissenen oder verletzten Gelenkoberflächen der Schulter.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Schulterprothese?

Bei einer Schulterprothese handelt es sich um einen Gelenkersatz für die Schulter. Sie wird im Rahmen einer operativen Implantation eingesetzt, um Schultergelenkoberflächen zu ersetzen, die durch Verschleiß oder Verletzungen zerstört sind.

Zur Anwendung kommt eine Schulterprothese in erster Linie bei einer Arthrose des Schultergelenks. Von einer Arthrose ist die Rede, wenn ein Abrieb des Gelenkknorpels vorliegt. Ohne einen intakten Gelenkknorpel lässt sich das Schultergelenk nicht schmerzfrei benutzen. Weitere mögliche Indikationen für eine Schulterprothese sind Knochenfrakturen, die die Zerstörung der Schulter zur Folge haben, was sich wiederum negativ auf ihre Funktionalität auswirkt. In seltenen Fällen findet das Einsetzen einer Schulterprothese auch statt, weil der Oberarmkopf abgestorben ist oder der Patient unter einem Tumor im Oberarm leidet.

In Deutschland erfolgt pro Jahr der Einsatz von etwa 3000 Schulterprothesen, was im Vergleich zu Hüft- und Knieprothesen eher eine niedrige Zahl darstellt. Die Langzeithaltbarkeit der Prothesen ist ähnlich hoch wie bei künstlichen Hüft- und Kniegelenken.

Formen, Arten & Typen

Mediziner unterscheiden zwischen verschiedenen Arten von Schulterprothesen. Dazu gehören die Oberarmkopfprothese (Hemiprothese), die Oberflächenersatzprothese, die Totalendoprothese (TEP) sowie die inverse Schulterprothese.

Die Hemiprothese dient dazu, ausschließlich den Oberarmkopf zu ersetzen. Ihre Verankerung findet im Knochenschaft statt. Für die Fixierung kommt in erster Linie Zement aus hartem Kunststoff zur Anwendung. Alternativ ist aber auch der Einsatz einer zementfreien Version möglich. Durch eine Spezialbeschichtung erhält der Knochen die Gelegenheit anzuwachsen. Die Stabilität der Hemiprothese liegt bei durchschnittlich 10 Jahren. Nur bei etwa einem Prozent der künstlichen Schultergelenke ist ein Austausch erforderlich.

Bei einer Oberflächenersatzprothese kommt eine Metallkappe zur Anwendung. Sie wird auf der Oberarmgelenkfläche angebracht. Um dem Oberflächenersatz ausreichend Halt zu bieten, ist das Abtragen der alten Knorpelfläche notwendig. Die Oberflächenersatzprothese eignet sich allerdings nur bei kleineren Schädigungen der Schulter. So lässt sich bei größeren Defekten nicht genügend Halt für die Verankerung finden.

Eine Schulter-Totalendoprothese wird eingesetzt, wenn auch Knorpelschäden an der Gelenkpfanne bestehen. Eine Oberarmkopfprothese gilt dann nicht mehr als ausreichend. Wichtig ist das Implantieren eines Pfannenersatzes, der aus Kunststoff besteht. Seine Verankerung im Knochen erfolgt mit einem Zapfen. Nicht geeignet ist eine Totalendoprothese, wenn Schäden am Knochen vorliegen oder dieser zu weich ist. Generell gilt die Totalendoprothese als anfälliger als die Hemiprothese. So kommt es innerhalb von 10 Jahren bei 5 bis 10 Prozent dieser Prothesen zu behandlungsbedürftigen Lockerungen.

Sind auch die Rotatorenmanschettenmuskeln in Mitleidenschaft gezogen worden, findet der Einsatz einer inversen Schulterprothese statt. Dabei schraubt der Operateur den künstlichen Gelenkkopf auf die frühere Gelenkpfanne. Anschließend wird die neue Gelenkpfanne innerhalb des Oberarmkopfes mit Zement angebracht.

Aufbau & Funktionsweise

Zur Anwendung kommt eine Schulterprothese in erster Linie bei einer Arthrose des Schultergelenks.

Der Aufbau einer Schulterprothese entspricht dem Aufbau des menschlichen Schultergelenks. Je nach Variante der Prothese besteht das künstliche Schultergelenk aus drei Komponenten. Dies sind der Prothesenschaft, die Oberarmkopfkomponente sowie die künstliche Schulterpfanne.

Die Oberarmkopfkomponente setzt sich aus einer Metallkappe, die auf den Oberarmkopf angebracht wird, oder einem Metallkopf zusammen. Dieser erhält seinen Sitz auf einem Prothesenschaft, der im Vorfeld in den Oberarmknochen implantiert wird.

Für den Prothesenschaft lassen sich grundsätzlich konventionelle Schaftprothesen, Kurzschaftprothesen oder Langschaftprothesen verwenden. Eine Schulter-Totalendoprothese bekommt zusätzlich einen künstlichen Glenoidersatz, der als Gegenpart für den Oberarmkopfprothesenmetallkopf fungiert.

Damit die Schulterprothese ihre Funktion im Schultergelenk dauerhaft erfüllen kann, muss sie aus Material bestehen, welches sich nicht frühzeitig abnutzt oder Abstoßungsreaktionen hervorruft. So werden Materialien verwendet, die lange haltbar sind und als verträglich für den Körper gelten. Dies sind zumeist Polymere (Kunststoffe), Keramik und Spezialmetalle. Während bei einer Oberarmkopfprothese Chrom-Kobalt-Legierungen oder Titan zum Einsatz gelangen, wird eine Schulter-Totalendoprothese in der Regel aus Polythylen, einem harten Kunststoff, zusammengesetzt. Mitunter ist aber auch die Anwendung von Metall oder Keramik möglich. Dabei wird der Gelenkknorpel des Schultergelenks imitiert und fungiert als Gleitfläche. Letztendlich bestimmen jedoch die individuellen Eigenschaften des Patienten, welches Material der Chirurg verwendet.

Trotz ihrer zunehmenden Hochwertigkeit können die Schulterprothesen nicht die Qualität des Ursprungsgelenks erreichen. Damit das künstliche Schultergelenk möglichst lange hält, sollte der Patent möglichst wenige ruckartigen Bewegungen ausüben und auf bestimmte Sportarten wie Tennis oder Boxen verzichten.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Der gesundheitliche Nutzen einer Schulterprothese besteht in dem Ersatz des verschlissenen Schultergelenks. Sie wird eingesetzt, wenn sich die Schmerzen der betroffenen Person durch konservative Mittel wie Schmerztabletten oder Injektionen nicht mehr unter Kontrolle bekommen lassen. Entscheidend ist letztlich, wie stark der Patient unter Schulterschmerzen und Bewegungseinschränkungen leidet.

Durch das Implantieren einer Schulterprothese ist es zumeist möglich, eine deutliche Reduktion der Schmerzen zu erzielen und die Beweglichkeit der Schulter zu steigern. Dafür ist ebenfalls eine gezielte Nachbehandlung wichtig.

Eine bedeutende Rolle für den positiven Nutzen der Prothese spielt der Zeitpunkt der Implantation. Liegen bereits ein entzündeter Oberarmkopf, Minderungen an den Muskeln oder eine Schwäche bei Außendrehbewegungen des Arms vor, lassen sich zumindest die Schmerzen reduzieren. Bestehen jedoch Verklebungen an der Gelenkkapsel sowie den Muskeln und Sehnen, verringert sich dadurch die Beweglichkeit der Schulter. Der Einsatz einer Schulterprothese sollte daher erfolgen, solange sich der Arm noch in die äußere Richtung drehen lässt.

Grundsätzlich gewährleistet eine Schulterprothese eine anschließend wieder höhere Beweglichkeit der Schulter, wodurch sich die Lebensqualität des Patienten erhöht.

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