Schulter-Arm-Syndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. April 2016
Symptomat.deKrankheiten Schulter-Arm-Syndrom

Das Schulter-Arm-Syndrom - eine Erkrankung mit vielen Gesichtern und vielen möglichen Hintergründen wird oftmals auch als Nacken-Schulter-Arm-Syndrom bezeichnet. Weitere Begriffe für dieser Erkrankung sind: Zervikobrachial-Syndrom, Cervicobrachialgie, Cervicobrachialsyndrom und cervikobrachiales Syndrom.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Schulter-Arm-Syndrom?

Das Schulter-Arm-Syndrom wird in der Medizin auch bezeichnet als Zervikobrachialgie oder Unteres Zervikalsyndrom. Häufig findet sich neben dem Ausdruck Schulter-Arm-Syndrom auch der Begriff Nacken-Schulter-Arm-Syndrom.

Unter den Begriff Schulter-Arm-Syndrom fallen Beschwerden dieser entsprechenden Körperteile. Häufig liegen Nackenbeschwerden vor, die ausstrahlen und so zu Schmerzen in Armen und Schultern führen. Auch kann es zu einem Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Händen oder zu eingeschränkt möglichen seitlichen Kopfbewegungen kommen.

Häufig liegen beim Schulter-Arm-Syndrom auch Muskelverhärtungen in den Muskelsträngen vor, die beidseitig der Wirbelsäule verlaufen.

Da die Symptome des Schulter-Arm-Syndrom individuell sehr verschieden sein können, bedarf es zur Diagnose gründlicher Untersuchungen - auch, um etwaige andere Erkrankungen als Ursache der Beschwerden ausschließen zu können.

Ursachen

So wie die Symptome des Schulter-Arm-Syndrom, sind auch mögliche Ursachen des Schulter-Arm-Syndrom vielfältig. In vielen Fällen liegt die Ursache für das Schulter-Arm-Syndrom in Beschwerden der Halswirbelsäule: Hier kann es beispielsweise zu Blockierungen einzelner Wirbel kommen, die dann schmerzhaft ausstrahlen.

Die Hintergründe solcher Beschwerden der Halswirbelsäule können ruckhafte Bewegungen oder Luftzüge sein. Auch Fehlbelastungen der Wirbelsäule, wie beispielsweise ein häufiges einseitiges Tragen von Lasten können das Risiko erhöhen, am Schulter-Arm-Syndrom zu erkranken.

Weitere mögliche ursächliche Beeinträchtigungen der Wirbel für das Schulter-Arm-Syndrom sind Veränderungen der Wirbelsäule aufgrund von Alterungsprozessen oder beispielsweise Bandscheibenvorfällen. Ebenfalls verantwortlich für das Schulter-Arm-Syndrom können Wirbelbeeinträchtigungen sein aufgrund von entzündlichen Erkrankungen (z.B. Rheuma), Osteoporose, Tumoren oder äußerlichen Krafteinwirkungen (z.B. Unfälle).

Symptome & Krankheitsverlauf

Schulterschmerzen beim Schulter-Arm-Syndrom

Auch Verläufe des Schulter-Arm-Syndrom können variieren je nach Betroffenem. So können Schmerzen, die mit dem Schulter-Arm-Syndrom verbunden sind, entweder lokal beschränkt sein oder sich ausweiten.

Auch können die Schmerzen akut oder chronisch sein; akute Schmerzen sind dabei definiert als Schmerzen, die plötzlich beginnen und stark sind, sogenannte subakute Schmerzen entstehen eher langsam.

Von chronischen Schmerzen spricht man in der Medizin, wenn diese seit mindestens 3 Monaten fortbestehen. Während akute Schmerzen durch verschiedene Verfahren wie beispielsweise einer Medikamentengabe bekämpft werden können, wird Patienten mit chronischem Schulter-Arm-Syndrom häufig zu einer umfassenden Schmerztherapie geraten.

Eine solche umfasst nicht nur die akute Schmerzlinderung, sondern fokussiert verschiedene mögliche Erkrankungshintergründe und langfristige Behandlungspläne.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: M53.1 Zervikobrachial-Syndrom) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Behandlung & Therapie

Je nach Schwere und Verlauf des Schulter-Arm-Syndrom gibt es verschiedene Behandlungsmethoden. Akute, noch nicht häufig eingetretene Schmerzen durch das Schulter-Arm-Syndrom können beispielsweise zunächst mit Schmerzmitteln bekämpft werden.

Je nach diagnostizierter Ursache können hierbei auch Schmerzmittel eingesetzt werden, die eine zusätzliche entzündungshemmende Wirkung haben. Kommt es im Zusammenhang mit dem Schulter-Arm-Syndrom zu stärkeren Schmerzen aufgrund von Muskelverspannungen, so werden teilweise Wirkstoffe eingesetzt, durch die sich Muskeln wieder entspannen. Von einem langfristigen Einsatz von Schmerzmitteln wird teilweise allerdings gewarnt, da sich entsprechende Abhängigkeiten entwickeln können. Anstelle von Schmerzmitteln werden bei einem chronisch verlaufenden Schulter-Arm-Syndrom beispielsweise langwirkende Lokalanästhetika (lokale Betäubungsmittel) eingesetzt - so können unter anderem Schmerznerven daran gehindert werden, Schmerzsignale weiterzuleiten.

Als besonders wichtiger Baustein in der Bekämpfung des Schulter-Arm-Syndrom wird eine konsequente Physiotherapie genannt: Eine gestärkte Stützmuskulatur kann dazu beitragen, Beeinträchtigungen der Wirbelsäule auszugleichen. Als schmerzlindernd hat sich außerdem die Behandlung mit Kalt- oder Warmluft erwiesen: Während die einen Patienten warme Luft als wirkungsvoller empfinden, bevorzugen andere Patienten Kaltluft.

Weitere mögliche Behandlungsmethoden des Schulter-Arm-Syndrom sind beispielsweise die Akupunktur oder die Chirotherapie (manuelle Behandlung). Und je nach Ursache des Schulter-Arm-Syndrom werden auch ergänzende Entspannungsverfahren oder psychologische Gespräche erfolgreich angewendet.

Rezeptfreie Medikamente gegen Schulter-Arm-Syndrom

Hier Informieren:



Vorbeugung

Ein wichtiger Aspekt einer Vorbeugung des Schulter-Arm-Syndrom ist zunächst die regelmäßige Stärkung der Rückenmuskulatur, die die Wirbelsäule unterstützt. Es empfiehlt sich außerdem, einseitige Belastungen der Wirbelsäule (beispielsweise beim Tragen schwerer Einkaufstaschen auf nur einer Schulter) zu vermeiden. Soweit möglich, ist es auch wichtig, negativen Stress zu vermeiden, der Muskelverhärtungen und Verspannungen begünstigen kann.

Das Schulter-Arm-Syndrom - verbunden mit Schmerzen, denen aber nach gezielter Diagnose, mit gezielten Behandlungsschritten und entsprechender Prävention schmerzlindernd entgegengewirkt werden kann.

Bücher über Schulterschmerzen

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Schulter-Arm-Syndrom?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Lotharius kommentierte am 02.05.2014 um 22:49 Uhr

Seit zwei Wochen schmerzt meine rechte Schulter, wenn ich den Kopf nach rechts drehe oder huste. Zusätzlich habe ich ein taubes Gefühl in meinem rechten Daumen. Die linke Schulter ist nicht betroffen. Kann das das Schulter-Arm-Syndrom sein? Ich bin dankbar für alle kommenden Informationen.

Chicken kommentierte am 23.11.2014 um 22:44 Uhr

Ich habe seit etwa sechs Wochen Schulterschmerzen auf beiden Seiten. Rechts sind die Schmerzen aber stärker. Wenn ich meinen Kopf drehe, schmerzt mein Nacken. Die Schulterschmerzen strahlen bis in Arme und Hände aus, besonders nachts. Ich kann weder auf der rechten noch auf der linken Seite schlafen und auch in der Rückenlage schmerzen nach kurzer Zeit Schultern und Arme. Ich mache momentan eine Schmerztherapie, doch die Schmerzen sind immer noch da. Für weitere Informationen wäre ich sehr dankbar.

ursula kommentierte am 20.04.2015 um 21:59 Uhr

Ich leide seit 4-5 Jahren an Nacken, Schulter, Unterarm, Ellenbogen bis vor zum Handgelenk an Schmerzen. Kann weder auf der Seite, noch auf dem Bauch liegen. Etwas Schweres oder auch Leichtes, dass meine Arme nach unten zieht, tut sehr weh. Ich habe an dem 5., 6., und 7. Halswirbel Vorfälle. Am Anfang hat es geheißen, dass mit den Armen sind Golf- und Tennisarme, dann hat es geheißen, das kommt von den Bandscheiben. Heute hab ich ein Rezept für das Schulter-Arm-Syndrom. Ich nehme Schmerzmittel in Tablettenform. Kann mir jemand helfen oder einen Rat geben ohne das man operiert? Geht nämlich nicht, da ich selbstständig als Kurierfahrer bin.

Katja kommentierte am 23.04.2015 um 13:53 Uhr

Ich habe in der Schulter starke Schmerzen. Ich komme kaum zur Ruhe. Es strahlt in den Arm und in das Schulterblatt aus. Beim husten tut es auch schon weh. Ich bekomme vom Arzt Ibuprofen AL600. Das lindert sehr. Nun zu meinem Problem: Ich brauche von den Tabletten schon 4 Stück am Tag. Das kann doch nicht gut sein. Nehme ich weniger, gehe ich die Wände hoch. Vielleicht können Sie mir helfen? Bedanke mich mit freundlichen Grüßen, Katja.

Andrea kommentierte am 09.07.2015 um 10:41 Uhr

Seit drei Wochen habe ich Oberarmschmerzen und in den Fingerspitzen ein Taubheitsgefühl. Neurologisch wurde alles abgeklärt. Diagnostiziert wurde eine Art Arthrose, obwohl ich in diesem Bereich nie eine Verletzung etc. hatte. Kann dies ein Schulter-Arm-Syndrom oder eine Schleimbeutelentzündung sein? Über weitere Informationen wäre ich sehr dankbar.

Lampion kommentierte am 05.02.2016 um 08:08 Uhr

Ich habe seit November 2015 mittlere bis starke Schmerzen in der linken Schulter mit Ausstrahlung in den Arm. Der linke Arm kribbelt bis in die Hand. An durchschlafen in der Nacht ist gar nicht mehr zu denken. Ich habe schon Spritzen und auch Physiotherapie bekommen, nichts hilft. MRT wurde gemacht, ohne Befund. Mittlerweile habe ich schon den dritten Arzt aufgesucht, jedes Mal ein anderer Befund. Wie z.B. Verspannung, Schulter-Arm-Syndrom, Nerv eingeklemmt.
Was kann ich machen?

Lissie kommentierte am 17.04.2016 um 10:28 Uhr

Ich bin Krankenschwester und arbeite seit vielen Jahren in der neurologischen Pflege und Behandlung. Meine Wirbelsäule weist dadurch schon reichliche, sogenannte degenerative Veränderungen auf. Da ich meinen Beruf nicht vollständig an den Nagel hängen kann, bleibt mir nichts anderes übrig, als mit den Symptomen zu leben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Medikamente auf die Dauer nichts bringen. Ich versuche mich viel in ausgleichender Form zu bewegen. Auch die Ernährung spielt eine Rolle, ebenso negativen Stress vermeiden. Klingt jetzt zwar alles abgedroschen, ist aber so.

Marko kommentierte am 28.04.2016 um 09:26 Uhr

Seit einem Jahr habe ich starke Schmerzen im Schulter-Arm-Bereich. Es fing an mit einem Stechen im linken Schulterbereich und entwickelte sich bis zu einem
Stechen und Taubheitsgefühl im linken Handbereich, Kribbeln kommt noch dazu. Bei der Behandlung wurde erst ein Karpaltunnelsyndrom vermutet, was sich nicht bestätigte.
Der Orthopäde lehnte auch ein MRT, oder ein CT ab, da die Strahlenbelastung zu hoch sei. Mit der Physiotherapie bin ich zufrieden. An gesunden Nachtschlaf ist schon lange nicht mehr zu denken. Falls es noch andere Alternativen gibt, bitte ich um Hilfe und Beratung. Was kann ich machen?

Bekannt aus: