Schrumpfniere

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. Oktober 2017
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Die sogenannte Schrumpfniere, die im Endeffekt eine fortgeschrittene Nierenvernarbung darstellt, kann - bei Nichtbehandlung - für einen Verlust der Nierenfunktion sorgen. Im Endstadium kommt es zu einer Harnvergiftung. Bei der Schrumpfniere handelt es sich um eine Erkrankung, die oft lange Zeit unbemerkt bleibt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Schrumpfniere?

Wird die Niere immer kleiner, spricht man von einer sogenannten Schrumpfniere. Die Schrumpfniere wiegt durchschnittlich 80 Gramm; in vielen Fällen kann das Gewicht auch deutlicher weniger betragen. Die Größe beläuft sich auf rund acht mal vier Zentimeter.

Damit Umfang und Struktur erkannt werden können, stehen verschiedene zuverlässige Methode zur Verfügung, wobei sich die Mediziner ausschließlich auf das Ultraschallverfahren verlassen. Mitunter können - wenn eine Schrumpfniere diagnostiziert wurde - auch weitere Veränderungen festgestellt werden; in vielen Fällen verkleinert sich auch die Nierenrinde.

Ursachen

Eine Schrumpfniere kann durch Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen, chronische Entzündungen (begünstigt durch Bakterien) oder auch durch nierenschädigende Medikamente oder Diabetes entstehen. Leidet der Patient unter extrem hohen Blutdruck, kommt es in weiterer Folge zu einer Schrumpfniere; die Schrumpfniere sorgt ebenfalls für einen Anstieg des Blutdrucks, sodass es zu erheblichen Kreislaufproblemen kommt.

In weiterer Folge kommt es zu einem ständigen Angriff der Niere. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der derartige Teufelskreis - so schnell wie möglich - unterbrochen wird. Eine besondere Position nimmt hingegen die „einseitige Schrumpfniere“ ein. Diese wird durch Gefäßverkalkungen hervorgerufen, wobei mitunter auch Bakterien, die eine chronische Entzündung auslösen können, eine einseitige Schrumpfniere begünstigen. Diese kann ebenfalls Bluthochdruck begünstigen, sodass auch die zweite Niere angegriffen wird.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Folgende Symptome sind für eine Schrumpfniere charakteristisch: Der Patient klagt über geschwollene Beine (Wassereinlagerungen), leidet an Appetitlosigkeit, ist abgeschlagen, klagt über Muskelkrämpfe und Sehstörungen, wird von einem starken Juckreiz heimgesucht und hat immer wieder Fieber sowie Kopfschmerzen.

Das erste Symptom, das auf eine geschädigte Niere hinweist, ist die Flüssigkeitsansammlung im Gewebe. So sorgen Schrumpfnieren für Schwellungen der Augenlider, der Knöchel oder auch der Unterschenkel. Jene Schwellungen, die durch Wasseransammlungen hervorgerufen werden, deuten aber nicht sofort auf eine Schrumpfniere hin; es gibt zahlreiche andere Erkrankungen, welche ebenfalls derartige Symptome auslösen können.

Muss der Betroffene immer wieder die Toilette aufsuchen, wobei der nächtliche Harndrang besonders intensiv ist, kann man von einer fortgeschrittenen Nierenschädigung ausgehen. Werden jedoch nur sehr geringe Mengen an Urin ausgeschieden, kann dies mitunter bereits ein Hinweis sein, dass die Niere demnächst ihre Funktion verliert.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Mediziner stellen die Schrumpfniere oftmals im Rahmen einer Routineuntersuchung fest. Dabei bemerkt der Mediziner veränderte Werte, die durch eine Urinuntersuchung festgestellt werden können. Der Mediziner entdeckt Eiweiß und Blut im Urin; dabei handelt es sich um zwei Substanzen, die in der Regel nicht im Urin vorkommen dürfen.

Das Eiweiß sorgt für einen trüben Urin; die Blutbeimengungen lassen den Urin dunkelgelb bis rot werden. In weiterer Folge kommt es zu einer körperlichen Untersuchung. Zuerst klopft der Mediziner den Nierenbereich ab, wobei er mitunter bereits eingelagertes Wasser feststellen kann. Führt der Mediziner eine Blutuntersuchung durch, kann er - wenn eine Schrumpfniere vorliegt - hohe Kreatinwerte (Nierenwert) erkennen.

Damit der Arzt sicher sein kann, dass es sich um eine Schrumpfniere handelt, wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. In weiterer Folge können auch Gewebeproben der Nieren entnommen werden; jene Maßnahmen werden aber ausschließlich durch einen Facharzt der Nephrologie vorgenommen.

Komplikationen

Eine Schrumpfniere führt fast immer zu einer Niereninsuffizienz. Zunächst ruft die Erkrankung Bluthochdruck und weitere Herz-Kreislauf-Beschwerden wie Herzkammerflimmern und Herzrhythmusstörungen hervor. Dies führt im Extremfall zum Herzinfarkt und dadurch häufig zum Tod des Erkrankten. Eine Nierentransplantation birgt langfristig Gesundheitsrisiken.

In der Folge des Eingriffs kommt es häufig zu chronischen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Diabetes mellitus und Virus-Infektionen. Auch begünstigt eine Transplantation die Entstehung von Tumoren wie zum Beispiel Haut- oder Nierenkrebs. Auch das Nierentransplantat selbst kann erkranken – es kommt zur chronischen Allograftnephropathie, die oft noch nach Jahren zum Organversagen führt. Auch klassische Abstoßungsreaktionen wie etwa Fieber und Schmerzen sind bei einer Nierentransplantation nicht unwahrscheinlich.

Bei der Dialyse können ebenfalls Komplikationen auftreten. Möglich sind beispielsweise Infektionen des operativ gelegten Gefäßzugangs sowie Blutdruckabfälle und die Entstehung von Blutgerinnseln. In Folge einer Thrombose muss der Eingriff abgebrochen und der Zugang erneut geöffnet werden - oft mit weiteren Schmerzen und Stress für den Patienten verbunden. Eine erhöhte Eiweiß- und Kaliumzufuhr kann im Rahmen der Blutwäsche zu lebensbedrohlichen Stoffwechselstörungen führen. Ein erhöhter Phosphat-Gehalt kann Gefäßschäden wie Arteriosklerose begünstigen.

Behandlung & Therapie

Der Mediziner entscheidet sich erst dann für eine Therapie, wenn er die exakte Bestimmung der Erkrankung in Erfahrung bringen konnte. Hat der Mediziner die Schrumpfniere im früheren Stadium festgestellt, werden zu Beginn nur die Urin- und Blutwerte kontrolliert. Liegt jedoch eine bakterielle Infektion vor, muss der Patient mit Antibiotikum behandelt werden.

Resultiert die Schrumpfniere aufgrund einer Störung des Immunsystems, werden spezielle Medikamente verabreicht, die in weiterer Folge das Immunsystem unterdrücken, sodass es nicht „gegen sich selbst“ arbeiten kann. Wassereinlagerungen werden - im Zuge der Symptombehandlung - durch entwässernde Medikamente behandelt. In weiterer Folge erhalten die Patienten auch blutdrucksende Mittel, da die Schrumpfniere für Bluthochdruck verantwortlich ist.

Liegt bereits eine Einschränkung der Nebenniere vor, besteht akute Lebensgefahr, sodass der Patient - mehrmals pro Woche - zur sogenannten Blutwäsche (Dialyse) muss. Am Ende gibt es, sofern sich der Patient im letzten Stadium der Erkrankung befindet, keine Heilung mehr. Die letzte Rettung stellt eine neue Niere dar.

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Vorbeugung

Schrumpfnieren können sehr wohl verhindert werden, sofern der Mensch darauf achtet, dass er auch genügend Flüssigkeit zu sich nimmt. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die empfohlene Menge (zwei Liter Wasser am Tag) auch tatsächlich konsumiert wird. In weiterer Folge sollten Personen, die unter Bluthochdruck leiden, dagegen vorgehen, sodass es zu keiner weiteren Belastung für den Körper (und zu keiner weiteren Belastung für die Nieren) kommt.

Bücher über Nierenschwäche (Niereninsuffizienz)

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Keller, C.K., Geberth, S.K.: Praxis der Nephrologie. Springer, Berlin 2010
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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