Schnuller

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Dezember 2016
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Der Schnuller zählt zu den beliebtesten Gebrauchsgegenständen von Babys. Mit seiner Hilfe lässt sich ihr Saugbedürfnis befriedigen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Schnuller?

Bei dem Schnuller, auch Nuckel, Nucki oder Schnulli genannt, handelt es sich um einen Beruhigungssauger. Dieser besteht aus einem Mundstück sowie einem Schild, der dem Herunterschlucken des Schnullers entgegenwirkt.

Der Nuckel kommt dem natürlichen Saugtrieb des Kindes entgegen. So verfügt jedes Baby über einen angeborenen Saugreflex zum Säugen der Muttermilch. Liegt außerdem ein Lutschbedürfnis vor, welches über das Stillen hinausgeht, eignet sich ein Schnuller besser zum Saugen als der Daumen. So besteht durch das Daumenlutschen die Gefahr von größeren Veränderungen des Kiefers, was später wiederum eine kieferorthopädische Behandlung erforderlich machen kann.

Eingesetzt werden kann der Schnuller schon in den ersten Lebenswochen. Ab dem dritten Lebensjahr sollte sich das Kind die Benutzung jedoch wieder abgewöhnen. Zur Anwendung kommt der Nuckel bereits seit mehr als 3000 Jahren. In seiner Frühzeit bestand der Schnuller noch aus Lumpen, die speziell geformt wurden.

Formen, Arten & Typen

Heutzutage werden Schnuller in unterschiedlichen Formen und Varianten angeboten. So gibt es u. a. kiefergerechte Schnuller, die mit einem flachen Saugteil ausgestattet sind. Durch diese Modelle erhält die Zunge mehr Platz. Auch die Auflage für die Lippen fällt bei dieser Art schmaler aus. Zur Auswahl stehen drei verschiedene Größen.

Eine andere Variante bilden Schnuller aus natürlichem Material wie Naturkautschuk (Latex). Bei dieser Variante fällt der Schild ebenso weich aus wie der Sauger, wodurch er sich der Form des Mundes besser anpassen kann. Der Schnuller-Sauger, der einer Brustwarze nachempfunden ist, gilt zwar als robust, wird jedoch rascher porös.

Ebenso zu den Schnullerformen zählt der weiche Schnuller, den es in Tropfenform gibt. Der Sauger besteht aus Silikon und verfügt über eine glatte und weiche Oberfläche. Allerdings ist er weniger gut geeignet für Kinder, die bereits Zähne haben. So lässt sich aus dem Silikon schneller etwas abknabbern als aus Latex.

Zu den verschiedenen Formen gehört auch der Universal-Schnuller. Im Unterschied zu den kiefergerechten Schnullern spielt es keine Rolle, auf welche Weise er in den Mund gesteckt wird. Es handelt sich bei ihm um einen weichen Rundsauger aus Latex, der das Kind an die mütterliche Brustwarze erinnert. Durch das Latexmaterial kann allerdings ein Allergierisiko bestehen. Da die Geschmäcker schon bei Babys sehr verschieden sind, suchen sie sich ihren Lieblingsschnuller letztlich selbst aus.

Aufbau & Funktionsweise

Zur Anwendung kommt der Nuckel bereits seit mehr als 3000 Jahren. In seiner Frühzeit bestand der Schnuller noch aus Lumpen, die speziell geformt wurden.

Zusammengesetzt wird der Schnuller aus einem Mundstück aus Silikon oder Latex sowie einem Schild. Beim Mundteil gilt es, zwischen zwei unterschiedlichen Formen zu unterscheiden. Dabei handelt es sich um die Kirschform, die rund ist, und die auf der Vorderseite abgeschrägte Variante. Diese verfügt über eine Gaumenform, die der Mundhöhle angepasst ist. Die Gaumenform wurde im Jahr 1949 von dem Zahnarzt Adolf Müller entwickelt.

Die Funktion des Schnullers besteht in erster Linie in der Beruhigung des Kindes. So unterstützt er den natürlichen Saugtrieb des Babys, der zur Aufnahme der Nahrung dient. Gleichzeitig entfaltet das Saugen jedoch noch andere Effekte. Zum Beispiel wird die Herstellung von bestimmten Hormonen angeregt, die die Eigenschaft haben, das Baby zu beruhigen.

Der Saugeffekt wurde von Siegmund Freud „orale Phase“ genannt. Durch das Saugen können die Kinder innerhalb der oralen Phase ihre Gefühle zum Teil ausdrücken. So wird von den Babys schneller und stärker genuckelt, wenn sie aufgeregt sind, was wiederum zu ihrer Beruhigung beiträgt. Bemerkbar macht sich der beruhigende Effekt des Schnullers, sobald dieser im Mund des Kindes steckt. Fehlt der Nuckel jedoch, fängt das Kind oft an zu schreien und beruhigt sich erst wieder, wenn es den Schnuller zurück hat.

Prinzipiell eignet sich ein Schnuller jedoch nicht als Allzweckmittel, etwa um Unwohlsein oder Hunger des Kindes zu unterdrücken. Auch kann der Nuckel nicht die Liebe und Zuwendung der Eltern ersetzen. Bei einigen Kindern besteht ohnehin eine grundsätzliche Abneigung gegen Schnuller, was vermutlich auf den Materialgeschmack zurückzuführen ist.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Der gesundheitliche Vorteil des Schnullers liegt in der Beruhigung des Kindes. So fördert der Nuckel das Einschlafen des Babys und seine Verdauung. Studien zufolge sind auch während der Stillzeit keine Beeinträchtigungen durch das Utensil zu befürchten. Wichtig ist allerdings, den Nuckel regelmäßig zu reinigen, um Infektionen entgegenzuwirken.

Mittlerweile lassen sich moderne Schnuller sogar zu medizinischen Zwecken verwenden. So wurde ein sogenannter Smart-Schnuller entwickelt, der mit Sensoren und Bluetooth ausgestattet ist. Auf diese Weise lässt sich mithilfe eines Smartphones der Gesundheitszustand des Babys kontrollieren. So zeichnet der spezielle Schnuller die Körpertemperatur des Kindes auf und analysiert sie. Die Verbindung zwischen Schnuller und Smartphone kommt per Bluetooth zustande. Der Nuckel ist wiederum mit einem Wärmesensor ausgestattet, der die Temperatur des Babys registriert. Temperaturschwankungen wie bei Fieber können den Eltern auf diese Weise sofort angezeigt werden. Sogar eine Lokalisation des Babys durch eine Trackingfunktion ist möglich. Ob dies allerdings nötig ist, sei dahingestellt.

Ein Schnuller weist allerdings auch einige Nachteile auf. Diese entstehen in erster Linie durch ein zu langes Benutzen des Nuckels. So droht deswegen eine Verformung der Kiefergeometrie, was wiederum Gebissfehlstellungen wie einen offenen Biss zur Folge haben kann.

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