Schnellender Finger

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 19. Oktober 2017
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Der Begriff Schnellender Finger, Schnappfinger oder Tendovaginitis stenosans bezeichnet ein Phänomen, bei dem aufgrund verdickter Sehnen oder einer verdickten Sehnenscheide der Finger in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Da in der Folge der Finger nur mit äußerer Hilfestellung gestreckt werden kann und überdies auch das Beugen nur ruckartig erfolgt, erhielt die Erkrankung den bildlichen Namen „schnellender Finger“.

Inhaltsverzeichnis

Definition Schnellender Finger

Die schwere Form des schnellenden Fingers ist eine bewegungseinschränkende Erkrankung eines Fingers, die häufig genetische Ursachen hat.

Diese Erbkrankheit bewirkt ein Anschwellen der Sehnenscheide. In der Folge kann die Beugesehne des Fingers nicht mehr problemlos durch das Ringband gleiten. Da somit die Sehne durch das Ringband aufgehalten werden kann, werden Beugen und Strecken des Fingers nur noch ruckartig vollzogen. Oft wird der schnellende Finger auch von Schmerzen begleitet.

Mit dem Verlauf der Krankheit wird die Bewegungsfreiheit des Fingers zunehmend eingeschränkt. Dabei sind Frauen meist häufiger vom schnellenden Finger betroffen als Männer. Typisch ist ein Auftreten der Krankheit bei Frauen mittleren Alters. Kinder sind hingegen relativ selten von einem schnellenden Finger betroffen.

Ursachen

Eine Ursache des schnellenden Fingers ist die genetische Veranlagung. In diesem Fall ist der schnellende Finger bereits im Kindesalter erkennbar. Häufig ist dann der Daumen betroffen. Hier spricht man auch von einem angeboren gekrümmten Daumen.

Darüber hinaus kann ein schnellender Finger auch eine Begleiterscheinung eines Diabetes mellitus sein. Weitere Krankheiten, die einen schnellenden Finger verursachen können, sind die Amyloidose oder eine rheumatoide Arthritis. Ebenso kann ein schnellender Finger durch eine Sehnenscheidenentzündung oder ein Karpaltunnelsyndrom ausgelöst werden.

Tumoren sind als Krankheitsursache eher selten und können den schnellenden Finger hervorrufen, wenn sie an Knochen oder Sehnen auftreten. Auch die Einnahme von Medikamenten bedingt nur in Ausnahmen die Symptome eines schnellenden Fingers.

Typische Symptome & Anzeichen

  • betroffener Finger lässt sich nur ruckartige strecken
  • dabei kommt es zu Schmerzen
  • knotige Verdickungen der Sehnenscheide
  • fühlbares Vorschnellen der Sehne
  • nach dem Schlafen am Morgen sind die Beschwerden besonders stark ausgeprägt

Diagnose & Verlauf

Ein Anzeichen für den schnellenden Finger, das bereits im Rahmen der klinischen Untersuchung diagnostizieren werden kann, ist die verminderte Bewegungsfreiheit des betroffenen Fingers.

Dabei sind die Probleme beim Strecken morgens meist stärker ausgeprägt und nehmen im Tagesverlauf ab. Häufig wird der schnellende Finger durch Schmerzen beim Strecken begleitet. Zudem kann mit jedem „Ruck“ des Fingers ein entsprechendes Geräusch als akustisches Indiz für den schnellenden Finger auftreten.

Weiterhin sind die Verdickungen der Sehnenscheide, die das Phänomen des schnellenden Fingers verursachen, oftmals oberhalb des Fingerknöchels ertastbar. In der Folge der Diagnose wird der Patient darüber hinaus auf Erkrankungen untersucht, welche die Symptome ausgelöst haben könnten. Eine Röntgenaufnahme kann weitere Ursachen des schnellenden Fingers ausschließen.

Komplikationen

Ein schnellender Finger ruft zunächst starke Schmerzen hervor. Wird die Bewegungsstörung nicht behandelt, können sich chronische Beschwerden einstellen. Generell stellt ein schnellender Finger eine starke Einschränkung der Bewegungsfähigkeit der Hand dar. Es kann zu Unfällen und Stürzen kommen, wenn der Finger unerwartet „springt“.

Selten fürht dies zu einer Entzündung der Sehnenscheide und knotigen Verdickungen. Daraus resultieren gelegentlich auch Durchblutungsstörungen und anderweitige Komplikationen. Bei länger andauernden Erkrankungen wirkt sich der Schnappfinger meist auch auf die psychische Verfassung der Betroffenen aus. In der Mehrzahl der Fälle wird das Schnellen durch eine Operation beseitigt.

Sollte der schnellende Finger jedoch schon länger bestehen, kann eine Streckminderung zurückbleiben. Bei Arthrose-Patienten muss der Eingriff unter Umständen wiederholt werden oder die Beschwerden lassen sich mit Hilfe einer Operation nicht mehr beheben.

Im Allgemeinen kann es während der Operation zu Komplikationen wie der Durchtrennung eines Finger- oder Daumennervs kommen. Auch Schwellungen und Blutungen stellen ein Risiko für den Nerv dar. Der Einsatz von Schmerzmitteln ist oft mit Nebenwirkungen verbunden. Allergische Reaktionen auf die verwendeten Mittel und Materialien sind nicht auszuschließen.

Behandlung & Therapie

Bei der Behandlung des schnellenden Fingers hat der Arzt die Wahl zwischen konservativen Methoden und einem operativen Eingriff. Die entsprechende Behandlungsmethode wird in Abstimmung mit den Ursachen und der Ausprägung der Krankheit ausgewählt.

So stellt eine Mischung aus einem Anästhetikum und einem abschwellenden Mittel einen eher konservativen Behandlungsweg dar. Dieser wird meist bei der leichteren Form des schnellenden Fingers gewählt. Der Arzt injiziert dabei die Präparate direkt in die Sehnenscheide, sodass sie vor Ort wirken können. So eingesetzt, bewirken sie eine Schmerzlinderung sowie ein Abschwellen der Sehnenscheide, sodass die Sehne wieder leicht durch diese gleiten kann.

Bei stärkeren Formen des schnellenden Fingers wird ein operativer Eingriff nötig, da hier Anästhetikum und abschwellendes Mittel die Symptome nur mindern, sie jedoch nicht gänzlich lindern können. Bei diesem Eingriff öffnet der Arzt die verdickte Sehnenscheide, sodass die Sehne wieder mehr Bewegungsfreiheit erhält. Da sie schnell durchgeführt werden kann und nur wenig invasiv ist, wird diese Operation des schnellenden Fingers unter örtlicher Betäubung durchgeführt.

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Vorbeugung

Während der erblich bedingten Form des schnellenden Fingers nicht vorbeugt werden kann, kann das frühzeitige Erkennen einer ihn auslösenden Stoffwechselerkrankung sowie deren Therapie die Erscheinung unter Umständen vermindern. Einer Überlastung der Sehnenscheide kann entgegengewirkt werden, indem einseitige Bewegungsabläufe und Fehlbelastungen vermieden werden. So kann auch eine regelmäßig durchgeführte Fingergymnastik dabei helfen, einen schnellenden Finger zu verhindern.

Bücher über Schnellender Finger

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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