Schmorl-Knorpelknötchen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. Oktober 2017
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Bei Schmorl-Knorpelknötchen handelt es sich um eine pathologische Veränderung im Bereich der Wirbelsäule. Dabei sind in erster Linie die Bandscheiben von den Verformungen betroffen. Im Rahmen der Erkrankung verlagert sich das Gewebe der Bandscheiben, sodass es in die Wirbelkörper gelangt.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schmorl-Knorpelknötchen?

Im Zusammenhang mit der Entwicklung von Schmorl-Knorpelknötchen kommt es zu einer sogenannten Herniation von Gewebe der Bandscheiben in den Körper der einzelnen Wirbel. Die Krankheit wurde zum ersten Mal von Christian Georg Schmorl beschrieben. Dem Mediziner zu Ehren erhielt das Phänomen den Namen Schmorl-Knorpelknötchen.

Im englischen Sprachraum wird die Erkrankung im überwiegenden Teil der Fälle als ‚Schmorl's nodes‘ bezeichnet. Prinzipiell handelt es sich bei Schmorl-Knorpelknötchen um Bestandteile des Gewebes der Bandscheiben. Dieses Gewebe dringt in die Platten der Wirbel ein, sowohl oberseits als auch unterseits. Auf den Wirbelkörpern lastet das Gewicht der Wirbelsäule.

Das in die Wirbelkörper eindringende Gewebe der Bandscheiben weist im Verlauf der Erkrankung zunehmend Verkalkungen und Verknorpelungen auf. Zudem stellen Schmorl-Knorpelknötchen ein charakteristisches Symptom der Scheuermann'schen Krankheit dar. Im Rahmen dieser Krankheit zeigen sich während der Phase der Pubertät bei den betroffenen Patienten Störungen beim Wirbelsäulenwachstum.

Ursachen

Schmorl-Knorpelknötchen bilden sich in der Folge verschiedener Faktoren aus. Mögliche Ursachen für die Krankheitsgenese sind zum Beispiel Störungen von Wachstumsprozessen im Bereich der Wirbelkörper. Darüber hinaus kommen auch traumatische Einwirkungen als Auslöser der Schmorl-Knorpelknötchen in Frage, beispielsweise im Zusammenhang mit Verletzungen oder Unfällen.

Sind Beeinträchtigungen der üblichen Wachstumsvorgänge der Grund für die Bildung von Schmorl-Knorpelknötchen, so sind in den meisten Fällen die Endplatten der Wirbel betroffen. Diese Endplatten bestehen überwiegend aus Knorpel. Auch bei Unfällen beziehungsweise Traumata mit Schmorl-Knorpelknötchen als Folge steht die Verletzung der Endplatten am Anfang.

Außerdem leiden in zahlreichen Fällen Patienten mit Morbus Scheuermann zur gleichen Zeit auch an den Schmorl-Knorpelknötchen. Die typische Verlagerung von Gewebe der Bandscheiben ergibt sich in der Regel durch Lücken in den oberen Platten der Wirbelkörper. Derartige Lücken bestehen entweder von Geburt an oder wurden durch verschiedene Einflussfaktoren erworben.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Leiden Personen an Schmorl-Knorpelknötchen, so treten diverse Krankheitsbeschwerden auf. Die Knötchen erscheinen als Dellen in den Endplatten der Körper der Wirbel. Dabei sind in der Regel sowohl die unteren Grundplatten als auch die oberen Deckplatten von den Schmorl-Knorpelknötchen betroffen. Die Dellen sind schwächer oder stärker ausgeprägt und reichen von kleinen Mulden bis hin zu kugelähnlichen Einstülpungen.

In der Folge dieser Dellen ist es möglich, dass sich eine Verschmälerung der Bandscheiben entwickelt. Derartige Verformungen sind bei röntgentechnischen Untersuchungen durch charakteristische Abflachungen im sogenannten Fach der Bandscheiben relativ deutlich sichtbar. Jene Deckplatte des Wirbelkörpers, die auf der anderen Seite des Schmorl-Knorpelknötchens liegt, weist unter Umständen einen Überwuchs auf.

Dieses Phänomen bezeichnen Mediziner auch als sogenanntes Edgren-Vaino-Zeichen. Zu Beginn der Krankheit kommt es lediglich zu einer Verlagerung von Gewebe. Dieses Bandscheibengewebe verkalkt im Verlauf der Zeit und bildet Verknorpelungen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Der Arzt beginnt die Diagnosestellung der Schmorl-Knorpelknötchen mit dem obligatorischen Patientengespräch beziehungsweise der Anamnese. Er ergründet die Krankheitsanzeichen und Beschwerden sowie den Lebensstil und eventuelle krankheitsbegünstigende Faktoren für die Entstehung der Schmorl-Knorpelknötchen. Besonders relevant sind möglicherweise erfolgte Traumata im Bereich der Wirbelsäule.

Nach dem Gespräch mit dem Patienten setzt der behandelnde Arzt unterschiedliche Verfahren der Untersuchung ein. Zunächst hat sich die Person in der Regel einer röntgentechnischen Untersuchung zu unterziehen. Dieses bildgebende Verfahren gibt meist erste Hinweise auf das Vorhandensein von Schmorl-Knorpelknötchen. Darüber hinaus wird oftmals eine MRT-Untersuchung durchgeführt, da die Schmorl-Knorpelknötchen hier deutlicher darstellbar sind als beim Röntgen.

Im Rahmen der bildgebenden Untersuchungsverfahren sind die typischen Eindellungen der Endplatten am Wirbel sichtbar. Das Bandscheibenfach ist deutlich flacher als üblich und weist auf die Schmorl-Knorpelknötchen hin. Auf diese Weise ist auch Morbus Scheuermann diagnostizierbar. Der behandelnde Arzt hat grundsätzlich auch eine Differentialdiagnose durchzuführen.

Dabei werden die Schmorl-Knorpelknötchen von anderen potenziellen Krankheiten abgegrenzt, die zum Teil durch ähnliche Symptome imponieren. Der Arzt überprüft zum Beispiel, ob der Patient an Chorda dorsalis-Rückbildungsstörungen oder pathologischen Anomalien im Anschluss an eine Spondylodiszitis leidet. Hilfreich bei der Differentialdiagnose ist das Edgren-Vaino-Zeichen, dass sich bei Schmorl-Knorpelknötchen bei bildgebenden Verfahren zeigt und die Abgrenzung von anderen Erkrankungen erleichtert.

Komplikationen

Aufgrund der Schmorl-Knorpelknötchen leiden die Betroffenen in erster Linie an der Ausbildung von kleinen Knötchen und Schwellungen, die dabei im Bereich des Rückens und der Wirbelsäule auftreten. Die Schmorl-Knorpelknötchen müssen dabei nicht in jedem Fall zu Beschwerden führen, sodass auch nicht immer eine Behandlung notwendig ist.

Allerdings kann aufgrund der Erkrankung die Bandscheibe schmaler werden, sodass es zu Schmerzen oder zu Einschränkungen in der Bewegung kommen kann. Die Betroffenen leiden häufig an einem Überwuchs. Vor allem bei Kindern kann der Überwuchs zu Mobbing oder zu Hänseleien führen. Dadurch leiden viele Patienten auch an Depressionen oder an psychischen Beschwerden. Weiterhin kann das Gewebe der Bandscheiben im weiteren Verlauf der Erkrankung verkalken oder Knorpel ausbilden.

Bei der Behandlung der Schmorl-Knorpelknötchen treten in der Regel keine besonderen Komplikationen auf. Mit Hilfe verschiedener Therapien oder Krankengymnastik können die Beschwerden eingeschränkt werden. Operative Eingriffe sind bei der Erkrankung ebenfalls nur selten notwendig. Der Betroffene sollte allerdings beachten, dass die Einnahme von Schmerzmitteln über einen langen Zeitraum den Magen beschädigen kann. Die Lebenserwartung des Betroffenen wird von den Schmorl-Knorpelknötchen allerdings nicht negativ beeinflusst.

Behandlung & Therapie

Ob eine Behandlung der Schmorl-Knorpelknötchen notwendig ist, hängt vom Ausmaß der Beschwerden sowie den Begleitumständen ab. Treten die Schmorl-Knorpelknötchen im Zusammenhang mit Morbus Scheuermann auf, sind ebenfalls therapeutische Maßnahmen abzuwägen. Bei einigen Patienten lindert regelmäßige Krankengymnastik die Beschwerden der Krankheit.

Bei Schmorl-Knorpelknötchen mit Morbus Scheuermann ist es teilweise erforderlich, dass die erkrankten Patienten ein Korsett tragen, um die Wirbelsäule zu stabilisieren und zu unterstützen. Falls die betroffenen Personen an Schmerzen leiden, kommen entsprechende Schmerzmittel zum Einsatz. Nur selten sind operative Eingriffe zur Therapie von Schmorl-Knorpelknötchen und Morbus Scheuermann notwendig.

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Vorbeugung

Eine Prävention von Schmorl-Knorpelknötchen ist tendenziell schwierig. Hilfreich ist stets ausreichende körperliche Aktivität, um die Muskulatur des gesamten Körpers und insbesondere der Wirbelsäule zu stärken. Auf diese Weise lassen sich manche Traumata der Wirbelkörper abdämpfen.

Bücher über Morbus Scheuermann

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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