Schleudertrauma

Letzte Aktualisierung am 24. Juni 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Im Allgemeinen wird das Schleudertrauma als Verletzung im Bereich der Halswirbelsäule bezeichnet. Diese Verletzung kann durch die Überstreckung des Kopfes oder durch plötzliche starke Beugung entstehen. Dabei sind ausschließlich Muskeln und Bindegewebe betroffen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Schleudertrauma?

In den meisten Fällen wird ein Schleudertrauma durch einen Unfall verursacht. Sportverletzungen oder Auffahrunfälle sind Beispiele für einen typischen Unfallhergang, bei dem die Halswirbelsäule abrupt stark gebeugt und überstreckt wird. Aus medizinischer Sicht ist ein Schleudertrauma in vielen Fällen harmlos.

Jedoch kann es bei einem Schleudertrauma durch die kurzzeitige starke Belastung zu vorübergehenden Schwellungen oder auch Entzündungen des Gewebes kommen, die für den Betroffenen oftmals sehr schmerzhaft sind. In vielen Fällen klingen die Beschwerden je nach Stärke des Schleudertraumas nach wenigen Tagen wieder ab.

Allerdings kann auch die psychische Komponente den Verlauf beeinflussen. Dies kommt darauf an, wie der Betroffene mit der Verletzung und der eventuell erschreckenden Situation umgeht. Je nachdem können die Beschwerden unterschiedlich stark ausfallen. Zu welchem Anteil psychische und körperliche Faktoren eine Rolle spielen, ist noch umstritten.

Ursachen

Die häufigste Ursache für ein Schleudertrauma ist ein Autounfall. Bei einem Auffahrunfall wird der Kopf nach vorne oder nach hinten geschleudert und die Halswirbelsäule wird dabei gewaltsam gebeugt und überstreckt.

Auf dieses Trauma folgt sogleich ein zweites Trauma, das in die entgegengesetzte Richtung verläuft.

Aber auch weitere Ursachen können infrage kommen. Bei Sportarten, wie zum Beispiel Tauchen, Karate, Boxen, Ringen oder Judo besteht ein erhöhtes Risiko. Nicht zu vergessen sind auch die sogenannten Vergnügungsunfälle, zum Beispiel beim Autoscooter- oder Achterbahnfahren.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Beschwerden nach einem Schleudertrauma hängen davon ab, wie stark die Gewalteinwirkung war. Die ersten Symptome sind Kopfschmerzen und eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit von Halswirbelsäule und Kopf. Dies kann direkt nach dem auslösenden Ereignis auftreten, aber auch erst nach einigen Stunden.

Typisch ist dabei, dass sich die Beschwerden in ihrer Intensität steigern, was man als Crescendo-Symptome bezeichnet. In einzelnen Fällen kann es vorkommen, dass sich die Schmerzen und Einschränkungen erst Tage nach dem Unfall zeigen. Durch die ungewohnte Kopfhaltung entstehen Muskelverspannungen, die zu einem steifen Nacken führen können.

Manchmal strahlen die Schmerzen auch bis in die Schultern, den Rücken oder in den Kiefer aus. Der Mundbereich fühlt sich verkrampft an und Schwierigkeiten beim Schlucken sind möglich. Weiterhin können zusätzliche Beschwerden wie Übelkeit und Schwindelgefühle auftreten. Manche Patienten klagen über Ohrgeräusche (Tinnitus) und Sehstörungen.

Auch Schweißausbrüche, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmungen und Schlafstörungen kommen nach einem Schleudertrauma vor. Die Symptome erreichen etwa nach ein bis drei Tagen einen Höhepunkt und bessern sich danach in der Regel wieder. In seltenen Fällen können Komplikationen auftreten, wenn beispielsweise Nerven oder Rückenmark verletzt wurden. Dann kann es zu Bewusstlosigkeit, Empfindungsstörungen, Lähmungen oder Gedächtnisverlust kommen. Bei starker Gewalteinwirkung können Schäden am Gehirn oder Frakturen an der Wirbelsäule entstehen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Eine Halskrause oder Cervicalstütze ist aus Konststoff oder Schaumstoff gefertigt. Bei Verletzungen der Halswirbelsäule kommt sie zur Entlastung der Halsstrukturen zum Einsatz.

Je nach Ausmaß kann ein Schleudertrauma verschiedene Symptome, wie zum Beispiel Nacken- oder Kopfschmerzen oder Muskelverspannungen im Nackenbereich hervorrufen.

Dabei zählen Bewegungseinschränkungen des Kopfes zu den ersten Anzeichen. Sie können unmittelbar nach dem Unfall oder auch ein bis zwei Tage verzögert auftreten. Oftmals nehmen die Schmerzen in ihrer Stärke zu. Häufig können hierfür keine medizinischen Gründe gefunden werden. Feine Verletzungen im Gewebe mit Entzündungen sind ebenso denkbar, wie Muskelverspannungen im Bereich der Halswirbelsäule.

Weitere Beschwerden können in Form von depressiven Verstimmungen, Schwindel, Übelkeit, Sehstörungen, Zittern, Ohrengeräusche oder Schluckbeschwerden auftreten. Diese sind allerdings selten zu verzeichnen.

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Behandlung & Therapie

Im Wesentlichen basiert die Diagnose eines Schleudertraumas auf der Unfallgeschichte sowie den beschriebenen Symptomen und einer körperlichen Untersuchung. Durch das Röntgen der Halswirbelsäule kann der Arzt zudem eine knöcherne Beteiligung der Halswirbel ausschließen.

Für die Diagnosen von stärkeren Weichteil- oder Knochenverletzungen setzt der Arzt in einigen Fällen die Computertomographie sowie die Magnetresonanzmethode ein. Jedoch gehört dies nicht zur Routine bei einem Schleudertrauma. Treten die Symptome verzögert auf sowie bei akuter Bewusstlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Gedächtnisschwund sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Durch die zuvor genannten Verfahren kann so eine Schädel- oder Hirnverletzung nachgewiesen oder ausgeschlossen werden.

Von Person zu Person ist der Verlauf des Schleudertraumas unterschiedlich. Dabei kann ein leichtes Schleudertrauma auch ohne Behandlung in wenigen Tagen abklingen. Die Therapie beim Schleudertraum hängt vom Ausmaß der Verletzung ab. Wenn es sich um eine Zerrung ohne ernsten Befund handelt, erfolgt die Therapie symptomatisch, dies bedeutet die Beschwerden lindernd.

Trägt der Betroffene über längere Zeit eine Halskrause oder schont er sich zu sehr, kann dies die Heilung verzögern. Aus diesem Grund empfehlen Ärzte bei einem leichten Schleudertrauma, die Aktivitäten im Alltag nach einer kurzen Schonung wieder aufzunehmen. Dabei kann der Heilungsprozess noch mit krankengymnastischen Nackenübungen unterstützt werden.

Sind die Beschwerden stärker ausgeprägt und halten länger an, kann neben der Krankengymnastik eine physiotherapeutische Behandlung zusätzlich helfen. Zudem können bei dauerhaften Verspannungen Wärmeanwendungen sowie auch in einigen Fällen Akupunktur schmerzlindernd sein.

Das Tragen einer Halskrause kommt nur dann infrage, wenn ernstere Weichteilzerrungen durch das Schleudertrauma entstanden sind. Der Bereich wird bei Frakturen der Halswirbelsäule über eine längere Zeit ruhig gestellt und muss ggf. auch operiert werden.

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Braun, J., Dormann, A .J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

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