Schleimhautentzündung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. Oktober 2017
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Eine Schleimhautentzündung (Mucositis) kann im Mund-Rachenraum, im Magen-Darm-Bereich und in den Harnwegen vorkommen. Sie wird durch Infekte hervorgerufen oder tritt als Nebenwirkung einer Krebsbehandlung auf. Zur Behandlung der Erkrankung ist ein operativer Eingriff nicht nötig, die Beschwerden können durch Medikamente oder Naturheilmittel gelindert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Schleimhautentzündung?

Die Schleimhaut, fachlich Mucosa genannt, hat eine wichtige Schutzfunktion. Dank Düsenabsonderungen hält die Schleimhaut die oberste Schicht der Hohlorgane feucht.

Schleimhaut gibt es zum Beispiel im Mund-Rachenbereich, im Magen-Darm-Bereich und in den Atemwegen. Eine Entzündung der Schleimhäute ist eine unangenehme, eventuell sehr schmerzhafte Erkrankung.

Ursachen

Eine Schleimhautentzündung kann unterschiedliche Ursachen haben. Sie kann von verschiedenen Erkrankungen ausgelöst werden. Eine Harnwegsinfektion, ein Infekt des Magen-Darm-Trakts oder ein Infekt der Luftwege können eine Schleimhautentzündung als Folge haben.

Außerdem kann sie als Folge einer durch eine Krebskrankheit bedingte Chemo- oder Strahlentherapie auftreten. Eigentlich ist die Schleimhautentzündung eine der häufigsten Nebenwirkungen von Krebstherapien. Als Komplikation einer Chemotherapie kommt vor allem die Entzündung der Mundschleimhaut vor, aber genauso können die Schleimhäute im Magen-Darmkanal, an den Harnwegen, an Blutgefäßen oder am Herzen betroffen sein.

Da sich die Schleimhautzellen von Natur aus sehr schnell teilen – genauso wie die Zellen eines Tumors, gegen die die Chemotherapie eingesetzt wird –, greifen die Therapeutika auch die gesunden Schleimhautzellen an. Nicht nur durch Krankheiten oder Krebstherapien kann eine Schleimhautentzündung ausgelöst werden Die Entzündung der Magenschleimhaut kann auch durch Medikamente, Stress oder Alkohol hervorgerufen werden.

Diagnose & Verlauf

Die Symptome einer Schleimhautentzündung haben je nach Grad der Entzündung verschiedene Erscheinungsformen. Außer Rötungen und Schwellungen kann es in schwerwiegenden Fällen zu Geschwüren und Blutungen der Schleimhaut kommen.

Wenn die Schleimhaut des Magen-Darm-Trakts entzündet ist, dann sind die beiden häufigsten Symptome Durchfall und Erbrechen. Bei der Entzündung der Magenschleimhaut kommen außerdem Appetitlosigkeit und Druckgefühl im Oberbauch als Symptome vor. Die Diagnose einer Schleimhautentzündung stellt der behandelnde Arzt, der zuerst den Patienten über seine Beschwerden befragt. Das Gespräch wird gefolgt von der körperlichen Untersuchung des Patienten. Je nach Lokalisation erfolgt diese Untersuchung auf verschiedene Art.

Die Untersuchungsmethode bei einer Mundschleimhautentzündung beinhaltet die Laboruntersuchung eines Mundabstrichs. Bei einer Magenschleimhautentzündung tragen Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen neben dem Abtasten des Bauches zur Diagnosestellung bei. In manchen Fällen wird eine Blutuntersuchung durchgeführt. Eine Magenspiegelung im Interesse einer genauen Diagnosestellung kommt außerdem nicht selten vor.

Beim Verdacht einer Gebärmutter- oder Scheidenschleimhautentzündung wird ein Abstrich genommen, der ebenfalls im Labor untersucht wird. Bei der Diagnosestellung ist es wichtig, die Schwere der Entzündung festzustellen, um die richtige Therapie vornehmen zu können. Eine rechtzeitige Behandlung ist selbstverständlich unerlässlich, um eventuelle Folgekrankheiten zu vermeiden.


Komplikationen

Abhängig davon, wo sie auftritt, kann eine Schleimhautentzündung verschiedene Komplikationen hervorrufen. Eine Magenschleimhautentzündung kann sich zu einer chronischen Erkrankung entwickeln. Eine chronische Gastritis Typ A bringt ein erhöhtes Risiko für Magenkrebs mit sich. Zudem kommt es vermehrt zur Entstehung sogenannter Karzinoide im Magen. Die chronische Gastritis Typ B kann die Entstehung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren begünstigen.

Auch die seltenen MALT-Lymphome, bösartige Wucherungen von lymphatischem Gewebe, treten hauptsächlich nach einer Typ-B-Magenschleimhautentzündung auf. Die chronische Gastritis Typ C hat ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Magengeschwüre und Magenkrebs zur Folge. Eine Schleimhautentzündung im Mund-Rachenraum oder in den Harnwegen kann Entzündungen und Infekte begünstigen. Auch hier wird ein erhöhtes Risiko für Tumorbildung vermutet.

Bei der Behandlung einer Schleimhautentzündung gehen die Risiken hauptsächlich von den verordneten Arzneimitteln aus. Fiebersenkende und schmerzstillende Mittel können Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und eine Reihe anderer Beschwerden hervorrufen. Auch allergische Reaktionen sind nach der Einnahme entsprechenden Medikamente nicht unwahrscheinlich. Selbiges gilt für Einnahme von Heilkräutern wie zum Beispiel Aloe vera, Arnika oder Kamille. Diese können die Schleimhautentzündung im schlimmsten Fall noch verstärken.

Behandlung & Therapie

Dank der Errungenschaften der modernen Medizin kann eine Schleimhautentzündung durch Medikamente oder alternative Therapien behandelt werden. Somit ist ein operativer Eingriff nicht nötig. Der Therapievorschlag unterscheidet sich je nach Lokalisation der Schleimhautentzündung.

Bei der Entzündung der Mundschleimhaut können nach Vorschlag des behandelnden Arztes schmerzstillende und fiebersenkende Mittel, zum Beispiel in Form von Mundspülungen, verabreicht werden. Es gibt Mittel, die ihre schmerzstillenden Wirkung dadurch erreichen, dass sie auf der Schleimhaut einen Schutzfilm bilden. Zur Behandlung stehen ebenso natürliche Substanzen zur Verfügung.

Heilkräuter, wie zum Beispiel Aloe vera, Arnika, Beinwell, Kamille, Nelkenwurz und Thymian können die Beschwerden, die im Zusammenhang mit der Entzündung der Schleimhaut auftreten, lindern. Diese Kräuter können in Form von Tee, Salbe oder einem Bad angewendet werden. Das Schüssler-Salz Kalium sulfuricum (Kaliumsulfat) hilft ebenfalls bei einer Schleimhautentzündung.

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Vorbeugung

Zur Vorbeugung einer Schleimhautentzündung ist es allgemein empfehlenswert, das Immunsystem ausreichend zu stärken. Da eine starke Abwehrkraft von einer gesunden Darmflora abhängig ist, sollte man sie durch eine ausgewogene Ernährung unterstützen. Zur Vorbeugung einer Mundschleimhautentzündung spielt die regelmäßige Mundpflege sowie die Mundhygiene eine große Rolle. Außerdem muss man während der Mundschleimhautentzündung auf das Rauchen und den Alkoholkonsum verzichten, da beides zu weiteren Reizungen führen könnte.

Bücher über Magenschleimhautentzündung (Gastritis)

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Messmann, H.: Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2012

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