Schlafphasensyndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 27. Oktober 2016
Symptomat.deKrankheiten Schlafphasensyndrom

Unter einem Schlafphasensyndrom wird eine dauerhafte Störung des Schlafzeitpunkts verstanden. Mediziner unterscheiden zwischen zwei Formen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Schlafphasensyndrom?

Das Schlafphasensyndrom ist auch unter anderen Bezeichnungen wie Syndrom der verzögerten Schlafphase, Zirkadiane Schlaf-Wach-Rhythmusstörung oder verzögerte Schlafphasenstörung bekannt. Die Schlafstörung wird in zwei unterschiedliche Formen eingeteilt.

Dabei handelt es sich um das verzögerte Schlafphasensyndrom (DSPS) sowie das vorverlagerte Schlafphasensyndrom (ASPS). Das Kürzel DSPS steht für die englische Bezeichnung „Delayed Sleep-Phase Syndrom“, während ASPS für „Advanced Sleep-Phase Syndrome“ gebräuchlich ist. Personen, bei denen ein verzögertes Schlafphasensyndrom besteht, schlafen erst sehr spät ein und haben deswegen große Probleme mit dem rechtzeitigen Aufstehen.

Im Falle eines vorverlagerten Schlafphasensyndroms setzt die Müdigkeit bei den betroffenen Personen schon sehr früh ein. Dadurch wachen sie nach dem Schlaf auch schon frühzeitig wieder auf und können anschließend nicht mehr einschlafen. Die zweite Form tritt jedoch nur relativ selten auf.

Ursachen

Von 10.000 Menschen leiden circa 7 bis 13 unter einem verzögerten Schlafphasensyndrom, womit es die häufigste Form der Zirkadianen Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen darstellt. Besonders betroffen von DSPS sind Jugendliche. So zeigt sich das Schlafphasensyndrom vor allem bis zum 21. Lebensjahr stark ausgeprägt.

Deutlich seltener kommt dagegen das vorverlagerte Schlafphasensyndrom vor, das sich in erster Linie bei Menschen im mittleren Lebensalter zeigt. ASPS tritt zwar seltener auf, doch rechnen Experten mit einer höheren Dunkelziffer, da es weniger soziale Konflikte zur Folge hat. Die genauen Ursachen des Schlafphasensyndroms sind nicht bekannt.

Grundsätzlich verfügt jeder Mensch über einen individuellen Schlaf-Wach-Rhythmus. Dieser Rhythmus bringt ihn dazu, in bestimmten Abständen zu schlafen oder wach zu sein. Nicht selten kommt es durch äußere Einflüsse zu Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus.

Dabei kann es sich um Schichtarbeit, nächtliche Tätigkeiten oder einen Jetlag handeln. Aber auch Störungen der inneren Uhr oder Erkrankungen wie zum Beispiel Demenz sind mitunter verantwortlich für ein Schlafphasensyndrom.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome des Schlafphasensyndroms variieren je nach Form. Im Falle eines vorverlagerten Schlafphasensyndroms gehen die betroffenen Personen bereits zwischen 18 und 20 Uhr schlafen, wodurch sie bereits am frühen Morgen gegen 4 Uhr wieder erwachen. Im Anschluss daran können sie nicht wieder einschlafen.

Am Abend sind sie dann wieder müde und schlafen erneut früh ein. Dies kann ein Nachteil in Berufen sein, die am frühen Abend ausgeführt werden müssen. Bei einem verzögerten Schlafphasensyndrom sind die Betroffenen nicht in der Lage, vor dem frühen Morgen einzuschlafen. Sie können jedoch immer zur selben Tageszeit schlafen.

Liegen keine weiteren Schlafstörungen vor, schlafen die betroffenen Personen gut und verspüren ein natürliches Schlafbedürfnis. Weil sie jedoch am frühen Morgen nur kurze Zeit geschlafen haben, tun sie sich mit dem Aufstehen schwer. Können sie nach ihrem eigenen Schlafplan verfahren, beträgt ihre Schlafdauer von circa 4 Uhr am Morgen bis in die Mittagsstunden.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Ein Schlafphasensyndrom zu diagnostizieren, fällt nicht immer leicht. So kommt es mitunter aufgrund der ständigen Müdigkeit bei DSPS zu Fehldiagnosen wie zum Beispiel Depressionen. Oft werden auch unpassende Medikamente wie Schlafmittel oder Antidepressiva verordnet. Als sinnvoll gilt daher der Besuch bei einem Facharzt für Schlafstörungen.

Dieser lässt den Patienten ein sogenanntes Schlaftagebuch führen. Darin hält der Betroffene einige Wochen lang die wichtigsten Daten über seine Schlafgewohnheiten fest. So wird unter anderem eingetragen, um welche Uhrzeit er zu Bett geht, wann er aufwacht und wieder aufsteht.

Auch das Ausmaß seiner Müdigkeit beim Zubettgehen sowie beim Aufstehen ist von Bedeutung. Gleiches gilt für eventuell eingenommene Arzneimittel und zusätzliche Schlafzeiten während des Tages. Zum Erfassen der Schlaf-Wachzeiten des Patienten kann eine Aktigraphie vorgenommen werden.

Um weitere Körperfunktionen zu kontrollieren, ist eine Polysomnographie möglich. Als sinnvoll gilt zudem das regelmäßige Messen der Körpertemperatur. Ein verzögertes Schlafphasensyndrom liegt vor, wenn sich die normalen Daten um etwa zwei Stunden nach hinten verschieben. Der Verlauf des Schlafphasensyndroms ist unterschiedlich. So tritt DSPS vorwiegend bei Jugendlichen auf, bei denen es sich im frühen Erwachsenenalter wieder normalisiert. Bei anderen Personen kann es allerdings für den Rest des Lebens andauern.

Behandlung & Therapie

Im Rahmen der Therapie des Schlafphasensyndroms wird der Versuch unternommen, den Patienten an seine innere Uhr anzupassen. Das bedeutet, dass sich der Betroffene eine zu seinem Schlaf-Wach-Rhythmus passende Arbeitsstelle sucht, sein Schlafdefizit am Wochenende und an freien Tagen ausgleicht oder stattdessen am Tag schläft und in der Nacht arbeitet.

Darüber hinaus besteht die Option, den Wach-Schlaf-Rhythmus zu ändern, damit der Patient an normalen Zeiten aufstehen kann. Zu diesem Zweck erfolgt eine spezielle Chronotherapie. In deren Rahmen geht der Betroffene täglich drei Stunden später schlafen.

Hat er dadurch einen passenden Schlafzeitpunkt erreicht, hält er diesen konsequent ein. Zur Schlafhygiene tragen auch verbesserte Schlafbedingungen bei, zu denen unter anderem der Verzicht auf Nikotin gehört. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit stellt die Lichttherapie dar.

Dabei setzt sich der Patient am frühen Morgen ungefähr 60 Minuten lang rund 2500 Lux starkem Licht aus. Ein Problem ist allerdings, dass die Wirkungsdauer dieser Behandlungen oft nur zeitweilig ist.




Vorbeugung

Um den Folgen eines Schlafphasensyndroms vorzubeugen, wird empfohlen, spätere Arbeitszeiten zu wählen. So bedeuten bereits ein oder zwei Stunden einen beträchtlichen Unterschied. In einigen Fällen sind auch berufliche Tätigkeiten zuhause möglich.

Bücher über Schlafstörungen

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Schlafphasensyndrom?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Bekannt aus: