Schistosomiasis (Bilharziose)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. Oktober 2017
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Die Schistosomiasis bzw. Bilharziose ist eine Tropenkrankheit, die von Saugwürmern (Trematoden) verursacht wird. Die hauptsächlichen Verbreitungsgebiete der Wurmlarven sind die Binnengewässer der tropischen und subtropischen Gebiete Afrikas, Süd- und Mittelamerikas sowie Asiens.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Schistosomiasis?

Die Wurmkrankheit Bilharziose kann sowohl Menschen als auch Tiere befallen. Schätzungen haben ergeben, dass weltweit ca. 200 Millionen Menschen unter Bilharziose leiden. Man unterscheidet vier verschiedene Schistosoma-Erreger, die eine Bilharziose des Harntraktes, des Darms oder der Leber hervorrufen können.

Die Schistosomen benötigen für ihre Entwicklung als Zwischenwirt eine bestimmte Süßwasserschnecke, in der sie verschiedene Entwicklungsstadien vom Ei bis zur Schwanzlarve durchlaufen.

Der Erreger wurde 1852 von dem deutschen Arzt Theodor Bilharz entdeckt, nachdem die Krankheit auch benannt wurde. Die Bilharziose verursacht akute und chronische Beschwerden bis hin zu ernsthaften Organschäden. Unbehandelt kann die Krankheit zum Tod führen. Bei rechtzeitiger Therapie mit Wurmmitteln bestehen gute Heilungschancen.

Ursachen

Mit Bilharziose infizierte Menschen und Tiere scheiden die Eier der Trematoden mit dem Stuhl und Urin aus. Gelangen die Ausscheidungen in Oberflächengewässer, werden die Eier von Süßwasserschnecken (Zwischenwirt) aufgenommen, in dem sie sich innerhalb weniger Wochen zu Larven entwickeln, bevor sie wieder ausgeschieden werden.

Im Stadium der Schwanzlarve schwimmen sie in den Binnengewässern und haften sich bei Kontakt an die Haut von Menschen und Tieren (Endwirt). Danach dringen die Larven durch die Haut in den menschlichen Körper hinein und der Kreislauf beginnt von Neuem.

Ursachen für das weit verbreitete Auftreten der Schistosomiasis sind schlechte hygienische Bedingungen sanitärer und Wasseraufbereitungsanlagen in den betroffenen Gebieten.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Inkubationszeit bei Schistosomiasis beträgt zwischen drei und zehn Wochen vom Eindringen der Larven bis zur Entwicklung erster Krankheitszeichen. Die Schwanzlarven verfügen über spezielle Haftorgane, mit denen sie sich an die Haut der Endwirte haften.

Nach der Hautanhaftung gelingt es den Larven innerhalb weniger Minuten, die Haut und die darunter liegenden Gewebeschichten zu durchdringen. Das Eindringen selbst wird meist nicht bemerkt. Manchmal bilden sich an der Eintrittsstelle durch das abgesonderte Enzym der Larven kleine juckende Flecken, die aber bald wieder verschwinden.

Einmal im Blut- und Lymphkreislauf des Endwirtes angekommen, gelangen sie in die Leber, wo sie sich in wenigen Wochen zu geschlechtsreifen Saugwürmern entwickeln. In dieser Phase kommt es zu verschiedenen Symptomen wie Fieber, Bauch-, Kopf- und Gliederschmerzen. Oftmals sind auch geschwollene Lymphknoten, Leber und Milz tastbar.

Die abgesonderten Eier gelangen duch den Blutkreislauf in andere Organe (Harnblase, Darm, Lunge, Nieren und Zentralnervensystem), wo sie Entzündungen verursachen, durch die die Krankheit chronisch wird.

Die Diagnose der Bilharziose ist relativ einfach. Sobald die Trematoden beginnen Eier abzulegen, sind diese in den Ausscheidungen des Endwirtes mikroskopisch sichtbar. Das Immunsystem bildet Antikörper, die im Blut ebenfalls nachweisbar sind. Hat sich die Krankheit bereits manifestiert, können die Eier der Trematoden auch durch Biopsien befallener Organe wie Darmschleimhaut, Blasenwand oder Leber nachgewiesen werden.

Komplikationen

Bei unzureichender oder fehlender Behandlung können im Verlauf der Schistosomiasis verschiedene Komplikationen auftreten. Steigt das anfänglich auftretende Fieber auf über 41 Grad Celsius, kann dies zu ernsthaften Kreislaufbeschwerden führen. Bei Kindern, älteren Menschen und Kranken besteht akute Lebensgefahr. Unbehandelt entwickelt sich die Bilharziose zu einer chronischen Infektion.

Abhängig davon, wo die Würmer ihre Eier ablegen, können unterschiedliche Beschwerden auftreten. Ein Befall der Leber kann zur Bildung von Krampfadern in der Speiseröhre führen. An Darm und Blase ist die Entstehung von Fisteln denkbar. Begleitend dazu kann es zu wässrigen oder blutigen Durchfällen kommen, die das Risiko einer Dehydration oder Blutarmut bergen.

Zudem ist der Darm in der akuten Krankheitsphase äußerst anfällig für anderweitige Krankheitserreger und tendiert zur Bildung von Schleimhautwucherungen. Auch eine bösartige Entartung der Blase ist möglich und führt in der Folge zu Blasenkrebs. Bei einem besonders ungünstigen Verlauf endet die Schistosomiasis mit dem Tod des Patienten. Die Therapie der Schistosomiasis kann ebenfalls unerwünschte Ereignisse hervorrufen. Gelegentlich kommt es zu Schwindel, Nesselsucht oder Magen-Darm-Beschwerden. Einige Patienten reagieren zudem allergisch auf die eingesetzten Medikamente.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der akuten Phase bei Schistosomiasis beruht auf zwei Säulen. Zum einen werden die akuten Krankheitszeichen durch fiebersenkende und schmerzstillende Medikamente behandelt. Weiterhin werden spezielle Wurmmittel wie Praziquantel verabreicht, um die Trematoden und Wurmeier abzutöten.

Der Erfolg der Therapie hängt vor allem davon ab, wie schwer das Ausmaß des Wurmbefalls ist und ob die Krankheit bereits in die chronische Phase eingetreten ist. Schistosomiasis wird auch mit einem gehäuften Auftreten von Blasenkrebs, Lungenentzündung und Leberzirrhose in den verseuchten Gebieten in Verbindung gebracht.

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Vorbeugung

Da bis heute keine medikamentöse Prophylaxe gegen die Bilharziose Erreger verfügbar ist, kann die Ansteckung nur durch vorbeugende Maßnahmen verhindert werden. Bei Reisen in Gebiete, die mit dem Bilharziose-Erreger verseucht sind, sollte jeglicher Kontakt mit Binnengewässern vermieden werden.

Dies betrifft vor allem das Schwimmen und Tauchen in Seen und Flüssen in den entprechenden Regionen. Eine Ansteckung kann auch mit Trinkwasser erfolgen, wenn dieses mit Trematoden-Eiern verseucht ist. Deshalb sollte grundsätzlich kein Leitungswasser getrunken werden, das nicht vorher abgekocht wurde.

Gegen einen der vier Untertypen der Bilharziose-Erreger wurde ein Impfstoff entwickelt, der sich allerdings noch in der Erprobungsphase befindet.

Bücher über Reisekrankheiten in den Tropen

Quellen

  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Wenk, P., Renz, A.: Parasitologie. Thieme, Stuttgart 2003
  • Wolff, H.-P., Weihrauch, T.R. (Hrsg.): Internistische Therapie. Urban & Fischer, München 2012

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