Schimmelpilze

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2016
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Schimmelpilze kommen im Alltag häufiger vor. Sie können sich zum Beispiel auf Obst und Gemüse oder an Decken und Wänden befinden. Weil die Mikroorganismen unter Umständen gesundheitsschädlich sind, ist eine zügige Entfernung wichtig.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schimmelpilze?

Schimmelpilze sind genauso Pilze wie Champignons oder andere Speisepilze. Allerdings sind sie wesentlich kleiner. Letztendlich besteht der Schimmelpilz aus einem Geflecht feiner Schlingen, die insgesamt an Wurzeln erinnern. Die einzelnen Fäden werden als Hyphen bezeichnet. Bei dem Myzel handelt es sich um den eigentlichen Schimmelpilz. Das Myzel besteht aus allen Hyphen. Es ist mit bloßem Auge nicht erkennbar, stellt das Geflecht aus Wurzeln des Pilzes dar und kann sowohl innerhalb von Materialien sitzen als auch auf ihnen.

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Der Begriff Schimmelpilz umfasst verschiedene Mikroorganismen, die typische Pilzsporen und Fäden ziehen. Insgesamt wurden ungefähr 100.000 verschiedene Arten beschrieben. Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass die Zahl weitaus höher liegt. Schätzungen zufolge sollen 250.000 Schimmelpilze die Erde besiedeln.

Schimmelpilze können sich auf sämtlichen Materialien verbreiten: Auf Oberflächen, Böden, Lebensmitteln, Pflanzen, Totholz oder im Bad. In der Natur verrichten Schimmelpilze nützliche Aufgaben. So zerkleinern sie in Wäldern zum Beispiel morsche Baumstämme und machen damit Platz für neue Pflanzen. Der Pilz ist dazu in der Lage, viele Materialien vollkommen zu befallen und zu zersetzen. Letztendlich benötigt der Schimmelpilz nur eine organische Grundlage, um sich zu vermehren. Diese steckt jedoch in weitaus mehr Gegenständen als nur in Lebensmitteln. Dazu gehören zum Beispiel auch Tapeten, Papier, Leder, Stoffe, Lacke, PVC oder Kleister. Pilze brauchen Kohlenstoff zum Überleben. Dieses entziehen sie aus den Materialien, welche sie befallen.

Während der eigentliche Pilz für das menschliche Auge nicht direkt erkennbar ist, so sind es die Fruchtkörper, die er bildet. Mithilfe des Fruchtkörpers möchte der Schimmelpilz sich vermehren. In der Regel lässt sich ein Schimmelpilz an schwarzen, dunkelbraunen oder grünen Flecken erkennen. Diese tauchen überall dort auf, wo es den Sporen gelungen ist, sich anzusiedeln. Denn die eigentliche Verbreitung findet über die Sporen statt. Diese werden meistens mithilfe der Luft transportiert. Da die Sporen schwerer sind als Luft, gleiten sie zu Boden, wenn es windstill ist. Sobald die Sporen sich auf Materialien ablagern, die für ihre Vermehrung geeignet sind, können nach einiger Zeit weitere Schimmelflecken beobachtet werden. Schimmelsporen lassen sich beinahe überall finden. Sie kommen bereits in der Natur vor. Im Sommer können pro Kubikmeter etwa 3000 Sporen nachgewiesen werden, im Winter sind es immerhin noch 50.

Schimmelpilze bevorzugen eine Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent. Sie können sich jedoch auch bei einer niedrigeren Luftfeuchtigkeit entwickeln. Als Extrembedingung gelten 60 Prozent. Im besten Fall liegt die Temperatur bei 20 bis 30°C. Weiterhin gelingt es ihnen, sich bei 0 bis 45°C zu verbreiten. Eine solche Umgebung entspricht jedoch keiner optimalen Situation aus Sicht des Pilzes.

Der Schimmelpilz benötigt kein Licht, um zu wachsen. Insgesamt sind die Ansprüche eines Schimmelpilzes also eher gering. Dementsprechend sollten Luftfeuchtigkeit und Temperatur in der eigenen Wohnung ebenso im Blick behalten werden wie sämtliche Lebensmittel.

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Krankheiten & Beschwerden

Problematisch werden Schimmelsporen in geschlossenen Räumen, da hier die Konzentration deutlich steigt. Dementsprechend nehmen Menschen, in deren Wohnungen Schimmel an den Wänden oder Decken hängt, überdurchschnittlich viel Schimmel auf. Dabei können schwere gesundheitliche Folgen nicht ausgeschlossen werden.

Sporen von Schimmelpilzen sind meistens so klein, dass sie problemlos in den Körper eindringen, zum Beispiel über die Atmung. Viele der Sporen weisen eine Größe von weniger als 10µ im Durchschnitt auf. Schimmelpilze können den menschlichen Körper teilweise stark belasten und beeinträchtigen.

Sie gelangen auf verschiedene Wege in den Organismus. Zum einen können sie eingeatmet werden, zum anderen verbreiten sie sich durch die Aufnahme verschimmelter Lebensmittel im Magen-Darm-Trakt. Typischerweise wirken sich Schimmelpilze damit vermehrt auf innere Organe aus.

Problematisch sind insbesondere ihre Stoffwechselprodukte. Pilze stellen Giftstoffe her, die in Krebserkrankungen und Leberschäden resultieren können. Darüber hinaus begünstigen sie die Entwicklung einer Allergie. Für eine allergische Reaktion sind Stoffe verantwortlich, die auf der Oberfläche des Pilzes gefunden werden können. Es handelt sich um so genannte Enolase. Dabei weist ein Pilz in der Regel verschiedene Enolase auf. Dadurch kann es manchmal schwierig sein, die körperlichen Reaktionen auf einen Schimmelpilz zurückzuführen. Sobald der Körper eine Allergie gegen einen Schimmelpilz entwickelt, kommt es in der Regel überall dort zu den Symptomen, wo der Pilz vertreten ist.

Insgesamt lösen Schimmelpilze verschiedene Symptome aus. Dazu gehören zum Beispiel Magen-Darm-Beschwerden, Husten, Schnupfen, Bindehautentzündungen, Asthma, Hautveränderungen, Migräne oder Gelenkbeschwerden. Wurde der Schimmel verzehrt, äußern sich manchmal Bauchschmerzen. Daher sollten Lebensmittel mit Schimmelflecken stets entsorgt werden. Das Wegschneiden ist meistens nicht ausreichend. Schließlich deuten die Sporen, also der sichtbare Teil, darauf hin, dass es dem Pilz bereits gelungen ist, die gesamte Speise zu befallen. Die Ausbildung von Sporen ist ein Hinweis darauf, dass der Pilz neue Lebensmittel für sein Überleben benötigt.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass eine befallene Tapete oder Wand ausreichend behandelt wird. Ansonsten können sich die beschriebenen Beschwerden bemerkbar machen.

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