Schilddrüsenüberfunktion
Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ist eine Störung der Funktion der Schilddrüse. Dabei kommt es aufgrund von diversen Ursachen zu einer erhöhten Bildung von Hormonen in der Schilddrüse. Diese Überversorgung durch die Hormone führt dann im Verlauf zu Beschwerden und Symptomen. Typisch für eine Schilddrüsenüberfunktion sind demnach Gewichtsabnahme, Haarausfall und starkes Schwitzen.
Definition Schilddrüsenüberfunktion
Alle Schilddrüsenhormone sind jodhaltig und wirken zudem in fast allen körperlichen Zellen. Der Energiestoffwechsel wird durch diese Schilddrüsenhormone angeregt. Bildet die Schilddrüse vermehrt die Hormone Thyroxin und Trijodthyronin, erfolgt eine überschießende Hormonwirkung an den einzelnen Organen.
Die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) kann hier nicht mehr regulierend eingreifen. In diesem Fall wird von einer Schilddrüsenüberfunktion bzw. Hyperthyreose gesprochen.
Ursachen für Schilddrüsenüberfunktion
Als weitere Form der Schilddrüsenüberfunktion ist die autonome Hyperthyreose zu nennen. Einer der häufigsten Gründe für diese Schilddrüsenüberfunktion ist ein Jodmangel. Dieser Mangel führt zu einer Vergrößerung der Schilddrüse und oft treten hier knotige Veränderungen auf, die Hormone ohne jegliche Kontrolle entstehen lassen. Bei dieser Art der Schilddrüsenüberfunktion kommt es also zu einer Verselbstständigung der Hormonproduktion. Die Steuerung und Kontrolle der Hirnanhangsdrüse entfällt hier.
Die eher seltenen Ursachen einer Schilddrüsenüberfunktion können zum Beispiel die Entzündung der Schilddrüse oder Tumore an der Hirnanhangsdrüse sein. Ebenso sind Unempfindlichkeiten gegen Schilddrüsenhormone oder die Einnahme von jodhaltigen Medikamenten die Schilddrüsenüberfunktion verursachen.
Morbus Basedow
Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung. Besonder auffällig sind hierbei die hervortretenden Augen, Herzrasen und eine vergrößerte Schilddrüse. Gründe für diese Autoimmunerkrankung sind vor allem genetische Ursachen, Infektionen durch Viren und äußere Einflüsse (z.B. Umweltbedingungen, Nahrung).
Warum die Schilddrüse aber vermehrt Hormone produziert ist noch nicht so genau erforscht. Man weiss bisher nur, dass Autoantikörper gebildet werden, die die Horme der Schilddrüse nachzuahmen versuchen.
Schilddrüsenautonomie
Eine gesunde Schilddrüse wird zu ihrer Hormonbildung vom Gehirn gesteuert. Bei einer Schilddrüsenautonomie findet diese Steuerung nicht mehr statt und die Schilddrüse verwaltet sich sozusagen selbstständig. Die häufigste Ursache dafür ist wiederum der Jodmangel. Nicht immer ist jedoch die ganze Schilddrüse davon betroffen. Auch einzelne Areale können von einer Schilddrüsenautonomie betroffen sein.
Symptome
- Gewichtsabnahme
- Haarausfall
- Schweißausbrüche
- Herzrasen
- Herzrhythmusstörungen
- Innere Unruhe
- Zittern
- Schlafstörungen
- Gliederschmerzen
- Stimmungsschwankungen
Krankheitsverlauf Schilddrüsenüberfunktion
Der Verlauf ist abhängig von den Ursachen der Schilddrüsenüberfunktion. Morbus Basedow bildet sich meist selbst wieder zurück, kann aber auch nach einigen Jahren wieder erneut auftreten. Dennoch sollte in jedem Fall der Arzt konsultiert werden.
Die Schilddrüsenautonomie bildet sich nicht zurück und die Schilddrüse vergrössert sich immer mehr. Da hierbei eine lebensbedrohliche Situation entstehen kann ist eine soforte medizinische Behandlung notwendig.
Behandlung von Schilddrüsenüberfunktion
In der Regel werden bei einer möglichen Schilddrüsenüberfunktion die Hormone im Blut bestimmt. Eine spätere Behandlung wird dann mit Medikamenten, die die vermehrte Hormomnbildung hemmen soll. Nicht selten wird auch eine Operation durchgeführt, bei der die Schilddrüse verkleinert wird und somit weniger Hormone gebildetet werden können. Auch eine Radiojodtherapie hat gute Erfolge gezeigt.
Je nach Form und Stärke der Schilddrüsenüberfunktion existieren verschiedene Behandlungsansätze. In der Regel sind alle Therapien gegen eine Schilddrüsenüberfunktion gut verträglich und bessern die entstehenden Symptome der Schilddrüsenüberfunktion wirkungsvoll. Durch die Gabe von Medikamenten, wie zum Beispiel Thyreostatika kann die übermäßige Schilddrüsenhormonproduktion gehemmt werden.
Durch Einnehmen der Thyreostatika bei einer Schilddrüsenüberfunktion beruhigt sich die Schilddrüsenfunktion und es kommt zu einer leichten Gewichtszunahme, die durch die Schilddrüsenüberfunktion verhindert war. In einigen Fällen werden dem Patienten bei einer Schilddrüsenüberfunktion Betablocker verordnet. Diese sollen unangenehme Symptome, wie zum Beispiel Zittern, Herzrasen, Ängste, etc. unterdrücken. In etwa ein bis zwei Monaten kann sich der Stoffwechsel normalisieren. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen bzw. Überprüfung der Schilddrüsenwerte sind sinnvoll.
Bei einer schweren Schilddrüsenüberfunktion oder im Falle einer nicht vorhandenen Wirkung der Thyreostatika können Bestrahlungen, Radiojodtherapien oder sogar Operationen notwendig sein. Bei der Radiojodtherapie erhält der Patient individuell dosiert eine Radiojod-Gelatinekapsel. Durch die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit bleibt das Radiojod länger im Körper.
Wird bei einer Schilddrüsenüberfunktion die Radiojodtherapie angewendet, existieren hierfür spezielle Zentren oder Praxen, die diese Art der Therapie ausführen. In ganz besonders schweren Fällen einer Schilddrüsenüberfunktion kann ein operativer Eingriff empfohlen werden. Hier wird dann von einer Schilddrüsenresektion gesprochen. Kommt es bei einer Schilddrüsenüberfunktion zu einem operativen Eingriff, wird die Schilddrüse zum Teil oder ganz entfernt.
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Vorbeugung gegen Schilddrüsenüberfunktion
Da die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) unterschiedliche Ursachen haben kann, gibt es nur begrenzt wirksame Maßnahmen zum Vorbeugen einer solchen Funktionsstörung.
Eine ausreichende Jodversorgung kann zur Vorbeugung einer Schilddrüsenüberfunktion sinnvoll sein. In der Regel ist dies die beste Prävention gegen Knotenbildungen oder dem hohen Schilddrüsenwachstum. Im Falle der Schilddrüsenüberfunktion Morbus Basedow existiert keine ausreichende Prävention.
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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern
Andrea kommentierte am 12.10.2011 um 08:56 Uhr
Ich habe seid einiger Zeit Hezrasen, zitternde Hände bzw. am ganzen Körper innerliche Unruhe und ich schwitze viel. Meine Schilddrüse wurde per Ultraschall untersucht. Auch mein Blut (T-Werte?) wurde untersucht. Es ist alles in Ordnung. Kann ich davon ausgehen, dass es nun nicht die Schilddrüse ist? Ich war bei zwei verschiedenen Ärzten. Beide sagen das Gleiche. Über eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Tatterlise kommentierte am 07.12.2011 um 06:28 Uhr
Hallo Andrea,
ich hatte die gleichen Symptome. Die Ärzte meinten es sei alles in Ordnung. Zusatzstoff-Unverträglichkeit mit Vitaminmangel habe ich nun herausgefunden. Schau mal auf meinen Kommentar beim Thema "Zittern" - sonst muss ichs nochmal schreiben.
Ob mit Deiner Schilddrüse alles in Ordnung ist, kann ich nicht beurteilen. Meine ist angeblich in gutem Zustand, dennoch wollte ich die Symptome los werden. LG Tatterlise
