Schilddrüsenknoten

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Oktober 2017
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Schilddrüsenknoten sehen oft schlimmer aus, als sie in Wahrheit sind und stellen nur in den wenigsten Fällen eine Bedrohung für die betroffene Person dar. In den Entwicklungsländern sind sie viel verbreiteter als in den reichen Industrienationen und auch in der Art ihrer Entstehung stark divergierend.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Schilddrüsenknoten?

Ein Schilddrüsenknoten bezeichnet die morphologische Veränderung der Schilddrüse, die sich im Hals befindet und für wichtige Stoffwechselverfahren sowie für die Speicherung von Jod und der Produktion lebenswichtiger Hormone verantwortlich ist.

Dabei wird in der Medizin von sogenannten kalten und heißen Knoten gesprochen, die sich durch verschiedene Merkmale voneinander unterscheiden.

So arbeitet ein heißer Knoten selbstständig und an der Schilddrüse und deren sogenannten thyreotropen Regelkreis vorbei, welcher die Ausschüttung von Hormonen aus der Schilddrüse ins Blut steuert.

Ein kalter Schilddrüsenknoten hingegen bezeichnet abnormes Gewebe, das sich in der Schilddrüse bildet aber keine Hormone produziert.

Ursachen

In den meisten Fällen deutet ein Schilddrüsenknoten auf einen Mangel an Jod, welches durch die Nahrung aufgenommen werden muss, hin. Daher treten diese auch häufig in Ländern mit einer mangelhaften Grundernährung auf, in denen eine regelmäßige Aufnahme von Jod, welches z.B. in Eiern oder Fisch enthalten ist, nicht gewährleistet werden kann.

Aber auch in einigen südlichen Bundesländern Deutschlands herrscht seit vielen Jahren ein Jodmangel bei Teilen der Bevölkerung vor. In den seltensten Fällen entpuppt sich der Schilddrüsenknoten als ein Krebsgeschwür, das in der Schilddrüse wuchert und zunächst nicht von einem harmlosen, gutartigen Schilddrüsenknoten zu unterscheiden ist.

Typische Symptome & Anzeichen

Meist wird ein Schilddrüsenknoten bei einer Routineuntersuchung beim Arzt festgestellt, da er nur untergeordnete Beschwerdebilder zeigt. Selten können daher auftreten:

Diagnose & Verlauf

Schilddrüsenknoten werden von der betroffenen Person in der Regel spät oder überhaupt nicht bemerkt, was darauf zurückzuführen ist, dass sie häufig keinerlei Schmerzen oder sonstige Beschwerden verursachen.

Erst ab einer bestimmten Größe können sie - durch das Drücken auf die nahegelegene Luft- und Speiseröhre - zu Schluck- und Atembeschwerden, einem Druckgefühl sowie dem berühmten "Kloß im Hals" führen. Aufgrund dessen werden sie zumeist auch rein zufällig bei Routineuntersuchungen entdeckt und dann auf ihre jeweilige Beschaffenheit und Klassifizierung hin untersucht.

Kalte Knoten können dabei ausschließlich durch ein übermäßiges Wachstum zu ernsthafteren Problemen führen. Heiße Knoten hingegen können durch ihre autonome Ausschüttung von Hormonen zu einer Schilddrüsenüberfunktion ausarten, welche sich in Durchfall, Herzrasen, Nervosität und Gewichtsverlust äußern kann. Die Folge eines bösartigen Schilddrüsenknotens ist eine Metastasenbildung, die unbehandelt unweigerlich zum Tod führt.

Komplikationen

Ein unbehandelter Schilddrüsenknoten kann in erster Linie hormonelle Probleme hervorrufen. Heiße Knoten führen dann etwa zu Durchfall, Herzrasen, Nervosität oder Gewichtsverlust. Kalte Knoten haben oft eine eine Verengung der Luftröhre zur Folge. Dadurch kann es zu Luftnot, Kurzatmigkeit und anderweitigen Atembeschwerden kommen. Tritt der Schilddrüsenknoten im Zusammenhang mit einer polyzistischen Schilddrüsenerkrankung auf, kann dies zur Entwicklung einer Schilddrüsenunterfunktion führen.

Des Weiteren kann ein Knoten an der Schilddrüse Schluckbeschwerden hervorrufen. Je nach Größe der Wucherung kann es zur Aspiration von Speiseresten kommen, die Atemnot bedingen und selten auch zu einer Lungenentzündung führen kann. Eine weitere mögliche Komplikation ist chronische Heiserkeit, die sich vor allem dann einstellt, wenn der Schilddrüsenknoten über einen längeren Zeitraum nicht behandelt wird. Ein bösartiger Schilddrüsenknoten streut im Verlauf weitere Metastasen, die unbehandelt zum Tod führen.

Bei der operativen Entfernung eines Schilddrüsenknotens können Blutungen, Entzündungen und gelegentlich auch Schäden an der Schilddrüse auftreten. Die Radiojodtherapie kann unter anderem Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Halsschmerzen und vorübergehende Magenschleimhautreizungen hervorrufen. Zuletzt besteht die Gefahr, dass die eingesetzten Mittel und Materialien allergische Reaktionen hervorrufen.

Behandlung & Therapie

Bei der Behandlung von Schilddrüsenknoten werden grundsätzlich zwei Hauptverfahren angewendet. Zum Einen empfiehlt sich, besonders wenn der Knoten bereits eine derartige Größe erreicht hat, dass er auf Luft- und Speiseröhre drückt, eine operative Entfernung.

Diese wird im Falle eines Krebsbefundes ohne Ausnahme durchgeführt, wobei die Experten sich nach wie vor uneinig darüber sind, ob eine gänzliche Entfernung der Schilddrüse von Nöten ist oder eine punktuelle Entnahme des betroffenen Gewebes ausreicht. Bei sehr großen und bereits Beschwerden verursachenden kalten Knoten wird ebenfalls in der Regel zur Operation geraten, um Schäden an der empfindlichen Speise- und Luftröhre zu verhindern.

Die andere Variante der Bekämpfung, die allerdings nur bei heißen Knoten funktioniert, ist die Anwendung der Radiojodtherapie. Dabei wird dem Patienten radioaktives Jod, entweder in Form von Spritzen oder Kapseln, verabreicht, welches sich im Schilddrüsenknoten ablagert und dort zu einer Zersetzung und zu einem Absterben des neu gebildeten Gewebes führt.

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Vorbeugung

Die beste Vorbeugung gegen einen Schilddrüsenknoten ist eine ausgewogene, jodhaltige Ernährung, die der Schilddrüse ausreichend Jod liefert, um ihre Funktionen in einem zufriedenstellenden Maße zu erfüllen. Eine zusätzliche Aufnahme von Jod in Form von Tabletten ist grade bei Kindern eine überlegenswerte Ergänzung zum Schutz vor Schilddrüsenknoten, kann aber eine ausgewogene Ernährung nicht ersetzen.

Ein Schilddrüsenknoten ist in der Regel eine relativ harmlose Erscheinung, die aber durchaus zu ernsteren Komplikationen und Beschwerden führen kann und daher - auch hinsichtlich einer seltenen aber durchaus möglichen Krebserkrankung - unbedingt von einem Arzt untersucht werden sollte.

Bücher über Schilddrüsenerkrankungen

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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