Schilddrüsenentzündung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. Oktober 2017
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Eine Schilddrüsenentzündung – auch Thyreoiditis genannt – ist eine Erkrankung der Schilddrüse und macht etwa ein bis drei Prozent aller Erkrankungen des Organs aus. Mit etwa 80 Prozent ist die Hashimoto-Thyreoiditis, eine chronische Schilddrüsenentzündung, die häufigste Form der Schilddrüsenentzündungen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Schilddrüsenentzündung

Bei einer Schilddrüsenentzündung handelt es sich entweder um eine herdförmige oder diffus verteilte Entzündung des Schilddrüsengewebes. Der Verlauf kann sich akut, subakut oder chronisch gestalten.

Die verschiedenen Formen haben völlig unterschiedliche Ursachen und stellen somit ein jeweils eigenständiges Krankheitsbild dar. Eine weitere Unterteilung der Erkrankung erfolgt in schmerzlose und schmerzhafte Schilddrüsenentzündung.

Ursachen

Schilddrüsenentzündungen können unterschiedliche Gründe haben. Einige Formen werden durch Infektionen mit Bakterien oder Viren ausgelöst, andere wiederum durch eine Verletzung des Organs oder Einwirkung von ionisierenden Strahlen.

Ebenso können aber auch Autoimmunkrankheiten einer Schilddrüsenentzündung zugrunde liegen. Bei Autoimmunkrankheiten richten sich Zellen des Immunsystems nicht nur gegen eingedrungene Erreger. Neben den Fremdkörpern werden ebenfalls körpereigene, gesunde Zellen bekämpft. Aufgrund der unterschiedlichsten Ursachen, kann der Verlauf einer Schilddrüsenentzündung ebenso unterschiedlich ausfallen.

Die Ursachen für die Entstehung einer subakuten Schilddrüsenentzündung, benannt nach Fritz de Quervain auch Quervain-Thyreoiditis genannt, sind bisher noch unbekannt. Allerdings konnte beobachtet werden, dass diese Form der Schilddrüsenentzündung oft im Anschluss an Luftwegsinfektionen auftritt.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Schilddrüsenentzündung

Bei einer akuten Schilddrüsenentzündung lässt sich oft die vergrößerte Schilddrüse ertasten. Eine Blutuntersuchung ergibt erhöhte Werte von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und eine beschleunigte Blutsenkung, die als allgemeine Indizien auf eine Entzündungsreaktion im Körper verstanden werden können.

Im nächsten Schritt dient eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) dazu, die akute Schilddrüsenentzündung festzustellen und eine andere Erkrankung auszuschließen. Eine subakute Schilddrüsenentzündung zeigt im Blutbild eine nur gering erhöhte Konzentration von weißen Blutkörperchen, dafür aber eine deutlich gesteigerte Blutsenkung.

In vielen Fällen sind ebenfalls Schilddrüsenantikörper im Blut zu finden, die allerdings weit unter den Werten einer chronischen Entzündung, wie beispielsweise die der Hashimoto-Thyreoiditis liegen. Oft kann der Arzt die Diagnose erst nach einer Feinnadelbiopsie bestätigen, wobei Gewebe aus der Schilddrüse entnommen wird. Bei einer starken Schilddrüsenentzündung, weist die Untersuchung des entnommenen Gewebes eine schwere Reaktion auf, häufig auch im Zusammenhang mit Knötchenbildung.

Eine Schilddrüsenentzündung kann einen unterschiedlichen Verlauf nehmen, schmerzhaft oder wie häufig bei der chronischen Thyreoiditis äußerst schmerzlos verlaufen. Die Erkrankungen können akut oder schleichend beinah unbemerkt erfolgen, sodass eine Therapie je nach Art der Schilddrüsenentzündung ganz individuell gestaltet werden muss.

Komplikationen

Abhängig von ihrer Form kann eine Schilddrüsenentzündung verschiedene Komplikationen hervorrufen. Zunächst hat die Thyreoiditis eine Vergrößerung der Schilddrüse zur Folge, die mit starken Schmerzen, Fieber und einem allgemeinen Krankheitsgefühl verbunden ist. Bei einem schweren Verlauf kann sich aus dem Fieber ein lebensbedrohlicher Zustand entwickeln.

Zudem kann es in Folge der Erkrankung zu Unruhe, Gereiztheit und Schlafmangel kommen – ein häufiger Auslöser für Unfälle im Alltag. Eine bakteriell bedinge Schilddrüsenentzündung kann in ihrem Verlauf zur Entstehung von Abszessen führen. Die akute Form hat oft eine Wucherung des Bindegewebes in das eigentliche Drüsengewebe zur Folge. Wird dabei das hormonproduzierende Gewebe verdrängt, kann dies eine Schilddrüsenunterfunktion zur Folge habe.

Bei der subakuten Form kann sich Narbengewebe bilden, welches ebenfalls eine Schilddrüsenunterfunktion herbeiführen kann. Bei der Behandlung der Thyreoditis via Hormontherapie können Schlafprobleme, ein extremes Unwohlsein und eine Abnahme des sexuellen Interesses auftreten. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko für Osteoporose und Depressionen. Bei Frauen kann eine Hormonbehandlung zu Menstruationsstörungen führen. Der Einsatz von Antirheumatika und anderen Präparaten kann außerdem mit Nebenwirkungen und allergischen Reaktionen verbunden sein.

Behandlung & Therapie

Je nach Form der Erkrankung, verläuft die Schilddrüsenentzündung verschiedenartig. Die akute sowie die subakute Schilddrüsenentzündung schlagen gut auf die Therapie an und verheilen oft nach wenigen Wochen bzw. nach drei bis sechs Monaten.

Im Fall der chronischen Schilddrüsenentzündung verhält es sich anders. Auf Dauer ist hier die Zerstörung des Hormon produzierenden Gewebes zu beobachten, woraufhin eine Therapie mit dem fehlenden Schilddrüsenhormon verschrieben wird, beginnend mit einer niedrigen Dosis, die immer wieder angepasst werden und lebenslang beibehalten werden muss.

Schilddrüsenentzündungen müssen je nach Art des Verursachers behandelt werden. Die akute Schilddrüsenentzündung aufgrund einer bakteriellen Infektion kann gut mit Antibiotika therapiert werden. Bei leichterem Verlauf genügen Tabletten, handelt es sich allerdings um eine schwerere Form der Thyreoiditis werden Infusionen verabreicht. Bei fiebriger Krankheit empfiehlt sich eine hohe Flüssigkeitsaufnahme sowie strikte Bettruhe. Bis zum Abklingen der Symptome kann der Hals unterstützend gekühlt werden.

Die subakute Schilddrüsenentzündung nimmt oft einen eher milden Verlauf. Hier helfen Antiphlogistika, also entzündungshemmende Präparate mit leicht anästhetischer Wirkung. Bei stärkeren Beschwerden bringt Kortison bereits am nächsten Tag Linderung. Die chronische Schilddrüsenentzündung hat zur Folge, dass das Gewebe nach und nach zerstört wird und letztlich eine nicht funktionsfähige Schilddrüse zurückbleibt. Daher ist beispielsweise die Hashimoto-Thyreoiditis selbst nicht heilbar. Allerdings muss die Schilddrüsenhormonzufuhr in Form von L-Thyroxin ein Leben lang substituiert werden.

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Vorbeugung

Die Prävention einer Schilddrüsenentzündung ist nur insofern möglich, als dass darauf geachtet werden kann, bakterielle und virale Infektionen nachhaltig zu therapieren. Eine nicht ausgeheilte Erkrankung begünstigt eine Zweitinfektion, welche eine Schilddrüsenentzündung begünstigen oder gar hervorrufen kann.

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Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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