Schenkelhernie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Oktober 2017
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Bei einer Schenkelhernie handelt es sich um einen Bruch der Eingeweide. Er erfolgt unterhalb des Leistenbandes und macht sich mit Schmerzen bemerkbar, die nicht unbedingt auf die verletzte Region hindeuten. So können die Beschwerden zum Bespiel zunächst den Oberschenkel betreffen. Eine Schenkelhernie muss stets operativ behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Schenkelhernie?

Im Rahmen einer Schenkelhernie kommt es zu einer Ausstülpung eines Bruchsacks durch eine Stelle im Gewebe. Vor allem wenn der Druck erhöht ist, lässt sich die Schenkelhernie im Bauchraum nicht nur ertasten, sondern oft auch sehen. Der Bruch selber setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen. Zu diesen gehören eine Bruchpforte, Bruchsack sowie der Bruchinhalt. Eine Schenkelhernie äußert sich durch eine Bruchpforte, die eine Größe von maximal einem Zentimeter aufweist.

Sie kann unter dem Leistenband lokalisiert werden. Weil sich im Bruchsack Teile des Darms befinden können, muss eine Schenkelhernie immer operiert werden. Ansonsten kann der Darm zwischen den Strukturen eingeklemmt werden, woraus weitere Beschwerden resultieren würden. Insgesamt sind Frauen häufiger von einer Schenkelhernie betroffen als Männer. Bei 40 Prozent der Patienten können während der Erstellung der Diagnose bereits eingeklemmte Darmabschnitte vorgefunden werden.

Neben einer Schenkelhernie kann gleichzeitig eine andere Hernie auftreten. Eine solche Erscheinung tritt bei etwa 50 Prozent aller Patienten auf. Hier liegt nicht nur eine Schenkelhernie vor, sondern ebenfalls eine Leistenhernie.

Ursachen

Die Ursache der Schenkelhernie kann in einer Schwachstelle des Gewebes innerhalb der Bauchwand gefunden werden. Stabilisiert wird die Bauchwand durch verschiedene Strukturen, wie Faszien und Aponeurosen. Die Leistenregion wird jedoch nicht überall und gleichmäßig gestützt. Stattdessen weisen einige Stellen einen Mangel an Aponeurosen und Muskeln auf. Diese sind somit von Natur aus anfälliger für einen Eingeweidebruch und lassen sich als natürliche Schwachstelle verstehen.

Eine solche Bruchstelle liegt im Rahmen der Schenkelhernie auf der Rückseite des Leistenbands vor. Bei einem steigenden Druck mit einem gleichzeitig auftretenden schwachen Bindegewebe, kann es schließlich zu einer Schenkelhernie kommen. Laut Experten existieren einige Faktoren, welche die Entstehung einer solchen Erscheinung begünstigen. Dazu zählen zum Beispiel häufigere Schwangerschaften, ein bestehendes Übergewicht sowie eine Kollagenschwäche, die sich mit fortschreitendem Alter entwickelt.

Einige andere Erkrankungen äußern sich durch eine Kollagenschwäche, wie das Marfan-Syndrom. Nach einer Leistenoperation können bestimmte angewendete Verfahren die Wahrscheinlichkeit ebenfalls vergrößern.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Eine Schenkelhernie verursacht nicht immer Beschwerden. Wenn ein Patient unter Schmerzen leidet, lassen diese sich häufig nicht direkt einer Schenkelhernie zuordnen, stattdessen strahlen sie zum Beispiel in den Oberschenkel aus. Vor allem bei einer starken Belastung können sich Schwellungen bemerkbar machen. Wenn der Bruchsack bereits eingeklemmt ist, können Schmerzen entstehen, die sich auf die Leiste, den Bauch sowie die Innenseiten der Oberschenkel beschränken.

Solche Beschwerden resultieren oft aus der Tatsache, dass die betroffenen Strukturen Bewegung ausgesetzt sind. Vor allem bei Frauen lässt sich nicht ausschließen, dass ebenfalls die Eierstöcke ihre Position durch die Schenkelhernie verlieren. Eine Schenkelhernie wird grundsätzlich erworben. In den meisten Fällen sind Frauen betroffen. Bei Männern treten die Beschwerden insbesondere nach einer Operation in der Leistengegend auf.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Schwellungen im Bereich der Leistung unterhalb des Leistenbandes sollten immer durch einen Arzt abgeklärt werden. Eine solche Erscheinung kann auf eine Schenkelhernie hinweisen. Vor der körperlichen Untersuchung erfolgt ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt. Hier sollten Informationen über den Zeitraum der Beschwerden, vorherige Operationen sowie eventuelle Begleiterkrankungen bereitgestellt werden.

Ob eine Schenkelhernie vorliegt, lässt sich in der Regel im Rahmen einer Tastuntersuchung feststellen. Diese erfolgt sowohl im Sitzen als auch im Stehen. Sobald der Patient die Strukturen anspannt und presst, kann der Bruchsack gespürt werden. Bei einem bestehenden Übergewicht erweist sich der Tastbefund manchmal als schwierig. Hier kann eine Ultraschalluntersuchung weiterhelfen.

Komplikationen

In erster Linie leiden die Betroffenen bei dieser Erkrankung an starken Schmerzen. Die Schmerzen treten dabei im Bereich des Oberschenkels auf und können dabei auch in das gesamte Bein ausstrahlen. Dadurch kommt es auch zu starken Bewegungseinschränkungen und auch zu Einschränkungen im Alltag. In vielen Fällen kommt es leider zu einer verzögerten Behandlung, da die Krankheit keine charakteristischen Symptome zeigt.

Aufgrund der dauerhaften Schmerzen kann eventuell auch die Entwicklung des Kindes beeinträchtigt sein, sodass es zu Beschwerden im Erwachsenenalter des Patienten kommt. Weitere Beschwerden treten in der Regel nicht auf. Aufgrund von Ruheschmerzen kann es in der Nacht zu Schlafbeschwerden und dadurch möglicherweise zu einer Gereiztheit und zu psychischen Beschwerden beim Patienten kommen. Die Behandlung der Schenkelhernie erfolgt in der Regel mit Hilfe eines operativen Eingriffes.

Dabei kommt es nicht zu besonderen Komplikationen. Die Beschwerden werden dadurch gelindert und die Krankheit vollständig besiegt. Meistens leidet der Betroffene nach dem Eingriff nicht an weiteren Einschränkungen in der Bewegung. Auch die Lebenserwartung des Patienten wird von der Schenkelhernie nicht negativ beeinflusst. Sollte es nicht zu einer Behandlung kommen, so kann eventuell auch das Gewebe des Darmes verletzt werden.

Therapie & Behandlung

Weil sich die Organe nicht selbstständig zurückbilden, muss immer operiert werden bei einer Schenkelhernie. Ansonsten würde das Risiko bestehen, dass der Darm in der Bruchpforte eingeklemmt und das Gewebe verletzt wird. Dabei kann zwischen verschiedenen Operationsmethoden differenziert werden. Zum einen lässt sich eine offene Operation vornehmen, zum anderen eine minimalinvasive mithilfe der Schlüssellochtechnik durchführen.

Bei der letzten Methode erfolgt der chirurgische Einsatz über einen nur kleinen Einschnitt des Gewebes. Im Rahmen einer offenen Operation öffnet der Arzt den Bruchsack. Das Verfahren kann entweder am Leistenbereich oder in der Gegend des Oberschenkels ansetzen. Nach dem Abtragen des Bruchsacks werden die anderen Strukturen in ihre ursprüngliche Position geschoben und die Bruchpforte sowie Wunde anschließend geschlossen. Eine isolierte Operation erfolgt ohne die Öffnung des Leistenkanals. Stattdessen setzt der Schnitt in der Nähe des Leistenbandes an.

Nach dem Zurückschieben der Strukturen wird die Bruchpforte mithilfe einer Naht verschlossen. Ein geschlossener chirurgischer Einsatz gilt als besonders schonend. Er lässt sich jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen anwenden. Der Arzt nimmt kleine Schnitte vor, über welche er sein Operationsbesteck einführt. Ein Laparoskop hilft dabei, die Orientierung zu bewahren. Um die Bruchpforte der Schenkelhernie zu stabilisieren, empfiehlt sich die Verwendung eines Netzes aus Kunststoff.

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Vorbeugung

Eine Schenkelhernie lässt sich nur eingeschränkt vorbeugen. Letztendlich gehört ein verminderter Kollagenanteil zu einer natürlichen Alterserscheinung. Allerdings scheinen wiederholte Geburten und Übergewicht das Risiko zu erhöhen. Dementsprechend sollten überflüssige Pfunde abgebaut und auf eine gesunde Ernährung geachtet werden.

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Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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