Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 22. Oktober 2017
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Als Scheidenkrebs oder Vaginalkarzinom wird ein bösartiger Tumor der weiblichen Vagina bezeichnet, der allerdings recht selten auftritt. Unterschieden werden mehrere Arten, wobei das sogenannte Plattenepithelkarzinom mit über 90 Prozent der Fälle der am häufigsten auftretende Tumor ist. In den restlichen zehn Prozent der Fälle sind entweder schwarzer Hautkrebs oder Adenokarzinome Auslöser für den Scheidenkrebs.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Scheidenkrebs?

Die Mediziner bezeichnen den Scheidenkrebs auch als Vaginalkarzinom - betroffen sind von dieser Erkrankung hauptsächlich Frauen im Alter zwischen 60 und 65 Jahren.

Unterschieden wird der primäre und der sekundäre Scheidenkrebs, wobei letztgenannter deutlich häufiger auftritt. In diesem Fall entwickeln sich die Tumore aus anderen benachbarten Organen - sehr häufig geht dem Scheidenkrebs ein Gebärmutterhalskrebs voraus.

Beim primären Scheidenkrebs wiederum entwickelt sich dieser direkt aus den Zellen der Scheide. Scheidenkrebs ist eine recht seltene Erkrankung - nur bei etwa ein bis zwei Prozent aller bösartigen Tumore der weiblichen Geschlechtsorgane handelt es sich um Scheidenkrebs.

Ursachen

Die Ursachen für die Erkrankung Scheidenkrebs sind vielfältig und teilweise auch noch unerforscht - eine der bekannten Hauptursachen aber ist eine Infektion mit den sogenannten humanen Papillom-Viren. Diese sind Auslöser für zahlreiche sexuell übertragbare Erkrankungen.

Als eine weitere Ursache für Scheidenkrebs wird das Diethylstilbestrol, kurz auch DES genannt, angesehen. Dieses wurde Frauen während der Schwangerschaft bis zu seinem Verbot im Jahr 1971 verabreicht, um eine Fehlgeburt zu vermeiden.

Frauen, welche dieses künstliche Östrogen eingenommen haben, erkranken deutlich häufiger am Scheidenkrebs, denn die Wirkung dieses Medikaments ist langwierig. Somit kann der Scheidenkrebs auch noch Jahre oder gar Jahrzehnte nach Einnahme des Hormons ausbrechen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Scheidenkrebs ist aufgrund einzelner Symptome meist nicht eindeutig erkennbar. Bei einigen Frauen kann der Scheidenkrebs Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr oder auch einen Ausfluss auslösen, jedoch sind diese Symptome auch bei zahlreichen anderen Erkrankungen denkbar.

Erst im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung verursacht der Scheidenkrebs Bauschmerzen oder auch Störungen der Harnblase oder des Darms. Erkannt wird der Scheidenkrebs daher meist zufällig im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt. Bei dieser entnimmt der Gynäkologe aus de Schleimhaut der weiblichen Scheide eine Gewebeprobe, den sogenannten Zellabstrich.

Dieser wird im Labor untersucht - bei dieser Untersuchung kann der Scheidenkrebs dann meist eindeutig diagnostiziert werden. Wurde Scheidenkrebs festgestellt, muss nun erkannt werden, wie weit sich dieser bereits ausgebreitet hat und ob er Metastasen in anderen Organen gebildet hat. Häufig sind Gebärmutterhals, Enddarm und Harnblase betroffen; eher seltener strahlen die Metastasen bis in Lunge, Leber oder Knochen.

Komplikationen

Im ungünstigsten Fall streut der Scheibenkrebs in andere Körperregionen. Dann können Tumore in die Nachbarorgane – also Gebärmutterhals, Vulva, Harnblase und Enddarm – einwachsen oder sich über die Lymphwege ausbreiten. Selten siedeln sich die Metastasen in Leber, Lunge und Knochen ab. Eine Ausdehnung auf das Becken kann dazu führen, dass andere Organe von der Blutversorgung abgeschnitten werden.

Sollte die Harnleiter befallen sein, kann der Urin schlecht oder gar nicht mehr abfließen. Urinstau und schwere Nierenschädigungen sind die Folge. Im Allgemeinen haben bösartige Tumoren auch einen körperlichen Abbau zur Folge, der die Lebensqualität reduziert und die psychische Verfassung beeinträchtigt. Bei der chirurgischen Entfernung der Tumoren können benachbarte Organe oder anatomische Strukturen verletzt werden. Dadurch können Blutungen und Nachblutungen auftreten.

Verletzungen der Nerven ziehen unter anderem Funktionseinbußen der Harnblase nach sich. Aufgrund der Keimbesiedlung der Scheide treten relativ häufig auch Entzündungen auf, aus denen sich wiederum entzündliche Verbindungskanäle (Fisteln) zwischen Harnröhre und Harnblase entwickeln können. Auch Funktionseinbußen und allergische Reaktionen sind nicht auszuschließen. Scheidenkrebs neigt zudem dazu, Monate oder Jahre nach Abschluss der Behandlung erneut aufzutreten.

Behandlung & Therapie

Der Behandlungserfolg beim Scheidenkrebs ist in erster Linie davon abhängig, wann die Erkrankung erkannt und wann mit der Behandlung begonnen wird. Je eher die Behandlung beginnt, desto besser stehen natürlich die Chancen auf vollständige Heilung.

In der Regel wird man versuchen, den Tumor operativ zu entfernen. Befindet sich dieser noch im Anfangsstadium, ist dies auch meist ohne größere Probleme möglich und die Scheide kann erhalten werden. Manchmal ist jedoch auch eine vollständige Entfernung der Scheide oder anderer Organe wie Teilen der Blase oder des Darms nötig.

Möglich als Behandlungsmethode beim Scheidenkrebs ist aber auch eine Bestrahlung oder aber eine Kombination aus beiden Behandlungsmethoden. Bei der Bestrahlung unterscheiden die Ärzte zwei Behandlungsmethoden - die Bestrahlung von innen und die Bestrahlung von außen. Die Chemotherapie jedoch wird im Gegensatz zu anderen Krebsarten eher selten eingesetzt.

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Vorbeugung

Direkt vorbeugen kann man der Erkrankung Scheidenkrebs kaum. Wichtig ist es jedoch vor allem für Frauen ab dem 50. Lebensjahr, regelmäßig alle notwendigen Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt vorzunehmen. Ebenso wichtig wie die Vorsorge- sind aber auch die Nachsorgeuntersuchungen nach der überstandenen Krankheit. In der Anfangszeit werden diese noch alle drei Monate durchgeführt, später genügt dann ein halbjährlicher beziehungsweise jährlicher Rhythmus. Neben einem Zellabstrich wird bei dieser Nachkontrolle auch eine Ultraschalluntersuchung der Scheide durchgeführt.

Bücher über Scheidenkrebs

Quellen

  • Beckermann, M.J.: Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Schwabe, Basel 2004
  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006

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