Scheibenmeniskus

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 19. Oktober 2017
Startseite » Krankheiten » Scheibenmeniskus

Als Scheibenmeniskus wird eine anatomische Variante des Meniskus bezeichnet. Er kann mitunter Beschwerden hervorrufen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Scheibenmeniskus?

Beim Meniskus handelt es sich um eine Knorpelscheibe, die im Inneren des Kniegelenks angesiedelt ist. Die Menisken haben die Aufgabe, die Gelenkflächen der Oberschenkel- und Unterschenkelknochen, die nicht genau aufeinander passen, auszugleichen. Die Menisken verfügen im Normalfall über die Form eines Halbmonds. Bei einem Scheibenmeniskus fällt die Größe des Meniskus jedoch umfangreicher aus.

Außerdem weist er die Form einer Scheibe auf. So erstreckt sich der Scheibenmeniskus bis an den Rand des Schienbeinknochens. Bei rund 95 Prozent aller betroffenen Personen tritt der Scheibenmeniskus am Außenmeniskus auf. Etwa jeder fünfte Patient hat Scheibenmenisken an beiden Knien. Bekannt wurde der Scheibenmeniskus im Jahr 1889 durch R. B. Young, der ihn erstmals beschrieb.

Wie viele Menschen exakt von dieser Meniskusvariante betroffen sind, lässt sich nur schwer einschätzen, da er entweder keine oder nur späte Beschwerden hervorruft. Es wird angenommen, dass er sich bei 0,4 bis 17 Prozent aller Menschen zeigt. Besonders häufig besteht ein Scheibenmeniskus bei Personen, die in Asien leben. Dazu zählen in erster Linie Japaner. In westlichen Ländern ist er dagegen seltener zu verzeichnen.

Ursachen

Die Ursachen für das Entstehen eines Scheibenmeniskus sind nach wie vor unbekannt. Die Anlage dieser Meniskusform ist bereits angeboren. Histologische Untersuchungen entkräfteten allerdings die These, dass die Umwandlung der Meniskussichel zur Scheibenform während der Embryonalentwicklung entsteht. So ließen sich während der gesamten embryonalen Entwicklung keine scheibenförmigen Menisken nachweisen.

Zahlreiche Mediziner sehen hingegen mechanische Fehlentwicklungen als Auslöser. Dabei bildet sich der Scheibenmeniskus erst dann, wenn die zentrale Region zwischen Schienbeinkopfplateau und Oberschenkelrolle aufgrund von Belastungen des Knies eingeklemmt wird und es zu Mitbewegungen kommt. Dadurch bildet sich ein klassisches Schnapp-Phänomen, das mit Schmerzen verbunden ist.

Die Symptome eines Scheibenmeniskus zeigen sich erst zwischen sechs und acht Jahren, was auf zunehmendes Körpergewicht und Körpergröße des Kindes zurückzuführen ist. Bei manchen Betroffenen können die Beschwerden auch früher einsetzen. Eher selten treten sie nach dem 12. Lebensjahr auf. Da viele Ärzte über den Scheibenmeniskus nicht Bescheid wissen, wird er oft zu spät diagnostiziert.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Nicht immer leiden die betroffenen Personen durch einen Scheibenmeniskus unter Beschwerden. Symptome durch eine Einklemmung sind, wie bereits erwähnt, in der Regel zwischen dem 6. und 8. Lebensjahr zu verzeichnen. Durch eine Belastung des Knies klemmt sich der Scheibenmeniskus zwischen Oberschenkelrolle und Schienbeinkopfplateau ein.

Wird dieses Problem nicht rechtzeitig erkannt, droht eine Arthrose mit all ihren Begleiterscheinungen. Bewegt der Patient den Scheibenmeniskus, nimmt er oft ein Schnappen wahr. Das Schnappphänomen kann außerdem mit Schmerzen einhergehen. Diese zeigen sich in der Regel auf der Knieaußenseite.

Bemerkbar macht sich das Schnappen des Scheibenmeniskus vor allem beim Gehen oder dem Steigen von Treppen. Diese Entwicklung geht normalerweise schleichend voran und kann Monate oder sogar Jahre dauern. In der Regel leiden die Betroffenen aber nur bei bestimmten Verletzungen unter einem Scheibenmeniskus. Dazu gehören das Ablösen des Meniskus vom Halteapparat sowie ein Meniskusriss.

Als typische Symptome gelten Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Nicht selten treten bei den Patienten auch belastungsabhängige Kniebeschwerden auf, die unspezifisch sind. Zu Gelenkergüssen kommt es nur selten.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Weil der Scheibenmeniskus nur selten Beschwerden hervorruft, wird er oftmals durch reinen Zufall diagnostiziert. Dabei findet in der Regel eine bildgebende Untersuchung des Knies aus einem anderen Grund statt. In manchen Fällen kann bereits eine Röntgenaufnahme ausreichen, um einen Scheibenmeniskus festzustellen.

Als zuverlässiger gilt jedoch das Durchführen einer Kernspintomographie, die auch als Magnetresonanztomographie bekannt ist. Im Rahmen dieser Untersuchung kann der Arzt den benachbarten Halteapparat betrachten und beurteilen, wodurch sich zudem ein Riss des Meniskus feststellen lässt. Aus diesem Grund gilt die Kernspintomographie als sicherstes Verfahren zur Diagnose eines Scheibenmeniskus.

Lässt sich der Scheibenmeniskus frühzeitig erkennen, nimmt er in den meisten Fällen einen günstigen Verlauf und ruft nur selten Komplikationen hervor. Ist eine Operation erforderlich, kann das Knie danach ebenso eingesetzt werden wie ein normales Knie. Ohne eine entsprechende Behandlung besteht jedoch das Risiko, dass es zu Folgeerscheinungen wie einen Meniskusriss oder einer Arthrose kommt.

Komplikationen

Gelegentlich klemmt sich der Scheibenmeniskus aufgrund seiner Größe zwischen Oberschenkelrolle und Schienbeinkopfplateau ein. Bei fehlender oder verspäteter Behandlung kann dies zu einer Arthrose mit ihren typischen Begleiterscheinungen führen. Daneben kommt es oft zu Schmerzen auf der Knieaußenseite, die im Verlauf an Intensität zunehmen und somit auch eine psychische Belastung darstellen.

Typisch für eine Einklemmung sind auch Bewegungseinschränkungen, die den Betroffenen im Alltag und Berufsleben erheblich einschränken. Gelegentlich treten auch belastungsabhängige Kniebeschwerden auf, die einer eigenständigen Behandlung bedürfen. Selten kommt es zu Gelenkergüssen. Bei der operativen Behandlung eines Scheibenmeniskusses treten im weiteren Verlauf eher selten Komplikationen auf.

Während des chirurgischen Eingriffs können unter Umständen Knorpel-, Bänder- Schleimhaut- und Nervenverletzungen entstehen. Vereinzelt treten auch Infektionen auf, die unbehandelt zu schwerwiegenden Komplikationen wie einer Gelenkversteifung führen können. Wundheilungsstörungen und Narbenbildung sind aufgrund der Lage des Meniskus und der Art des Eingriffs eher selten.

Verordnete Medikamente können Neben- und Wechselwirkungen hervorrufen und allergische Reaktionen auslösen. Typisch sind: Magen-Darm-Beschwerden, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen, Hautirritationen wie Juckreiz und Rötungen sowie vereinzelt auch ernste Schädigungen der inneren Organe.

Behandlung & Therapie

Ergibt sich die Diagnose eines Scheibenmeniskus durch Zufall, weil der Patient nicht unter Schmerzen leidet, bedarf es normalerweise keiner medizinischen Behandlung. Bestehen jedoch Begleitverletzungen oder das charakteristische Schnappphänomen, sollte eine Therapie durchgeführt werden. Diese erfolgt in der Regel durch einen operativen Eingriff wie eine Meniskusteilresektion.

Dabei entfernt der Arzt den kleinen Meniskusbereich, der für die Scheibenform verantwortlich ist, wodurch es zur üblichen Form eines Halbmondes kommt. Für die Operation reicht meist eine minimal-invasive Arthroskopie (Gelenkspiegelung) aus. Die Teilentfernung darf jedoch nicht zu umfangreich ausfallen, um die schützende Funktion des Meniskus nicht zu gefährden.

Mithilfe von Gehstützen kann der Patient nach der Operation sein Knie entlasten. Danach trägt er mehrere Wochen eine spezielle Schiene. Wichtig ist zudem das Durchführen einer Physiotherapie. Sie dient zur Kräftigung der Muskeln und sorgt für die Stabilität des Gelenks. Mit sportlichen Aktivitäten sollte sich der Patient zunächst zurückhalten und sie mit dem Arzt absprechen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Die Ursachen für einen Scheibenmeniskus sind noch immer unklar. Aus diesem Grund stehen keine sinnvollen Vorbeugemaßnahmen zur Verfügung.

Bücher über Meniskusriss

Quellen

  • Grifka, J., Krämer, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Heidelberg 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: