Scharbockskraut

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2016
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Das gelbblühende Scharbockskraut , auch als Feigwurz bekannt, gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Der Name Scharbock ist eine volkstümliche Bezeichnung für Skorbut. Mit den Vitamin C-haltigen Blättern wurde diese Mangelkrankheit erfolgreich bekämpft. Der botanische Namen lautet Ranunculus ficaria oder Ficaria verna, als Synonym.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Scharbockskrauts

Carl von Linné hat in seinem Species Plantarum die Ranunculus ficaria 1753 zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Zudem sind fünf Unterarten der Pflanze bekannt. Ranunculus ist die lateinische Verkleinerung von Rana, Frosch, und verdeutlicht damit die Vorliebe des Scharbockskrautes auf feuchte, stickstoffhaltige Standorte. Daher ist die Pflanze besonders häufig auf moorigen Wiesen und an Seen zu finden. Aber auch in Gebüschen und Hecken, Laubwäldern und deren Rändern ist sie anzutreffen. Selbst an schattigen Stellen in Gärten und Parks fühlt sich die Pflanze wohl.

Ihre Heimat liegt in Nord- und Mitteleuropa, sie gedeiht jedoch auch in Nordafrika und Kleinasien, wobei sie den äußersten Norden meidet. Im Frühjahr ist Ranunculus ficaria meist die erste Grünpflanze, die in lichten Wäldern auftritt. Gelegentlich breitet sie sich zusammen mit der verwandten Anemone nemorosa, den weißen Buschwindröschen, aus und bildet einen dichten Teppich. Während die grünen Blätter schon im Februar aus dem Boden kommen, sind die gelben Blüten erst ab März sichtbar und blühen dann bis Mai.

Während die grünen Blätter schon im Februar aus dem Boden kommen, sind die gelben Blüten erst ab März sichtbar und blühen dann bis Mai.

Zwar wird die Pflanze aufgrund ihrer leuchtenden Farbe von vielen Insekten angeflogen, es bilden sich jedoch keine nennenswerten Samen. Die Vermehrung erfolgt vegetativ, ungeschlechtlich, über Brutknollen, die an den unteren Blättern sitzen. Sie fallen im Mai ab, überwintern an der Erdoberfläche und keimen im nächsten Frühjahr wieder aus. Bei starken Regenfällen kommt es vor, dass die Brutknollen ausgeschwemmt werden. Da sie Getreidekörnern ähneln, sieht es aus, als hätte es Weizen geregnet. Daher hießen sie früher Himmelsgerste, himmlisches Manna oder Himmelsbrot.

Während nahrungsknapper Zeiten wurden diese Brutknollen zusammen mit den Wurzelknollen des Scharbockskrautes getrocknet. Daraus wurde Mehl gemahlen und zu Brot weiterverarbeitet. Scharbockskraut wird heute mehr als Zier-, denn als Nutzpflanze eingesetzt. Als Bodendecker ist die Pflanze beliebt, da sie kaum mehr als 20 Zentimeter hoch wird und sich rasch ausbreitet.

Wirkung & Anwendung

Den Bauern diente das Scharbockskraut früher als erste Vitamin-Quelle im Frühjahr. Sie wussten um den hohen Vitamin C-Gehalt. Auch für die Seefahrer war Scharbockskraut Bestandteil des Reiseproviants, da sie das Vitamin C vor Skorbut schützte, und ihnen an Bord kaum Obst und Gemüse zur Verfügung stand. Die Mangelerkrankung endete oft genug tödlich. Erst mit der Entdeckung der Zitrone und des Sauerkrauts als Vitamin C-Träger, verlor die Pflanze an Bedeutung.

Heute ist Skorbut bis auf ganz wenige Ausnahmen - bei langandauernden Hungersnöten etwa - kein Thema mehr. Dennoch wird die Pflanze immer noch geschätzt, wenngleich sie in der Naturheilkunde nur noch eine geringfügige Bedeutung hat. Zumal der Name Feigwurz, der dem Scharbockskraut aufgrund der Signaturenlehre gegeben wurde, in die Irre führte. Die Wurzelknolle zeigt in ihrem Aussehen Ähnlichkeit mit einer Feigwarze.

So versuchten die Heilkundigen des Mittelalters mit dem Saft des Wurzelstocks Warzen zu behandeln. Die Erfolge dürften nicht allzu groß gewesen sein. Auch wenn es einige Berichte gab, wonach sich die Warzen mit dem scharfen Saft der Wurzel wegbrennen ließen. Möglicherweise eine Placebowirkung. Denn nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ruft der Saft allenfalls ein Brennen auf der Haut hervor, die Warze selbst bleibt davon unbeeindruckt.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Trotz allem hat das Scharbockskraut seinen festen Platz in der Alternativmedizin, zumal der hohe Vitamin C-Gehalt unbestritten ist. Da sich die Pflanze problemlos verbreitet, herrscht an frischen Kräutern im Frühjahr kein Mangel. Verwenden lassen sich alle Teile des Krauts. Da Ranunculus ficaria leicht toxische Substanzen enthält, Anemonin und Protoanemonin, wie alle Hahnenfußgewächse, fällt sie durch einen herben, manchmal auch recht scharfen Geschmack auf.

Der Grad der Schärfe richtet sich nach dem Gehalt der Giftstoffe. Diese wiederum sind vom Standort und der Bodenbeschaffenheit abhängig. Von der rohen Pflanze sollten keine größeren Mengen verzehrt werden. Bei empfindlichen Personen kann es sonst zu Schleimhautreizungen, Durchfällen und Übelkeit kommen. Als allgemeiner Richtwert gilt, dass das Kraut nach der Blüte nicht mehr gegessen werden sollte. Im getrockneten Zustand verlieren die Pflanzen ihre Giftigkeit für Mensch und Tier.

Mit ihrer Würze verfeinern die Blätter, frisch oder getrocknet, Salate, Quark, Brotaufstriche und Kräutermischungen. In einem Frühlingssalat wirken die jungen Blätter gegen Frühjahrsmüdigkeit. Durch ihre Scharfstoffe wird der Stoffwechsel angekurbelt. Aus pürierten Blättern lässt sich ein kräftigendes Getränk herstellen, das mit Milch verrührt eine besondere Note erhält. Zusammen mit anderen Kräutern wie Labkraut, Giersch, Spitzwegerich und Löwenzahn eignet sich Scharbockskraut zur Blutreinigung im Frühjahr. Vier Wochen gehört diese Mischung als Tee, in Salaten, Suppen und Soßen täglich zum Speiseplan. Der Organismus erhält Vitalität und neuen Schwung.

Wurzeln, Knöllchen und Knospen können sowohl roh, als auch eingelegt verzehrt werden. Besonders beliebt: Blütenknospen in Essig mariniert. Sie ergeben einen wohlschmeckenden Kapernersatz. Ein Tee aus getrockneten Blättern hilft innerlich gegen Hautunreinheiten und dient äußerlich zur Waschung. Hämorrhoiden werden durch einen Sud aus Scharbockskraut im Sitzbad gelindert. Sämtliche Pflanzenteile können für Säfte, Tees oder Badezusätze verwendet werden.

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