Schamlippen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. November 2016
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Schamlippen gehören bei der Frau zu den äußeren Geschlechtsteilen, die zur Vulva zugeordnet werden. Es gibt innere und äußere Schamlippen, die jeweils paarweise auftreten. Ihre Größe und ihre Gestalt variieren von Frau zu Frau.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schamlippen?

Die Labien oder Schamlippen zählen zu den äußeren Genitalien der Frau. Sie sind Weichteilfalten, die zur Vulva gehören. Sie treten doppelt paarweise auf und umschließen die Vagina. Unterschieden werden sie in große oder äußere Schamlippen (Labia majora pudendi) und in kleine oder innere Schamlippen (Labia minora pudendi).

Normalerweise werden die inneren durch die äußeren verdeckt. Sie werden nur sichtbar, wenn die Beine gespreizt sind oder die äußeren Schamlippen auseinander gezogen werden. Dies trifft aber nicht auf alle Frauen zu. Die genetische Varianz ermöglicht, dass es auch Fälle gibt, in denen die inneren Schamlippen sichtbar sind und über die äußeren hinausragen. Dies ist medizinisch nicht bedenklich, kann die Betroffene je nach Länge der Schamlippen aber stören.

Bei Berührungen reagieren die inneren Schamlippen empfindlich. Bei sexueller Erregung füllen sie sich mit Blut, wodurch sie sich dunkler färben und anschwellen. Bei manchen Frauen öffnet sich dadurch der Weg zum Scheideneingang beziehungsweise öffnet sich die Schamspalte ein wenig. Das Eindringen des Penis wird dadurch erleichtert. Bei neugeborenen Mädchen gilt es als Reifezeichen der Entwicklung, wenn die großen Schamlippen die kleinen bedecken.

Anatomie & Aufbau

Die großen Schamlippen beginnen am Venushügel und ziehen sich bis zum Damm. Sie schützen damit die Klitoris, die Harnröhrenöffnung und den Scheideneingang. Sie enthalten Fettgewebe sowie Talg-, Schweiß- und Duftdrüsen. Bedeckt sind sie von pigmentierter Felderhaut. Bei erwachsenen Frauen sind sie zum Teil mit Schamhaaren bewachsen, sofern sie im natürlichen Zustand belassen werden.

Zusammen bilden die äußeren Schamlippen die Schamspalte (Rima). Ihre obere Vereinigungsstelle wird in der Medizin als Commissura labiorum anterior bezeichnet und die hintere als Commissura labiorum posterior.

Die Nymphae oder die kleinen Schamlippen begrenzen den Scheidenvorhof von beiden Seiten. An der Klitoris beziehungsweise dem Kitzler treffen sie zusammen. Diese dünnen und fettfreien Hautfalten bestehen aus mehrschichtigem Plattenepithel. An der Außenseite sind sie stark und auf der Innenseite wenig pigmentiert.

Sie sind nicht verhornt und besitzen Talgdrüsen. An ihren Enden laufen sie jeweils zusammen. Die vorderen Falten bilden dabei die Klitorisvorhaut (Praeputium clitoridis) und die hinteren enden als so genannter Kitzlerzügel (Frenulum clitoridis) direkt an der Klitoris.

Funktion & Aufgaben

Die Schamlippen dienen dem Schutz der Vagina. Sie verschließen den Eingang zur Scheide, um sie vor Keimen und einer daraus folgenden Entzündung zu schützen. Außerdem sorgen sie dafür, dass die Scheide nicht austrocknet.

Eine weitere Funktion erfüllen sie bei der Sexualität. Die inneren Schamlippen sind sehr sensibel, so dass sie bei der Stimulation eine wichtige Rolle spielen. Zudem schwellen sie bei sexueller Erregung an, da sie sich mit Blut füllen, wodurch sie eine dunklere Farbe annehmen. Durch das Anschwellen öffnen sie den Weg zum Eingang der Scheide.

Im unteren Drittel der großen Schamlippen befinden sich die beiden Vestibulardrüsen, die so genannten Bartholin-Drüsen. Diese sorgen für die Befeuchtung des Vorhofs der Scheide. Bei sexueller Erregung steigt die Produktion von Feuchtigkeit an. So wird das Eindringen des Penis erleichtert.

Im Umkehrschluss bedeutet dies auch, dass, wenn die die Frau nicht erregt ist oder die Produktion von Sekreten gestört ist, der Geschlechtsverkehr nur unter Schmerzen möglich ist. Ein längeres Vorspiel oder Gleitgel können in diesen Fällen Abhilfe leisten.

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Krankheiten & Beschwerden

Sind die inneren Schamlippen zu groß, wird dies Hypertrophie genannt. Entweder sind genetische Vorprägungen dafür verantwortlich oder Alterungsprozesse führen zu größeren inneren Schamlippen.

Es gibt unterschiedliche Angaben, anhand derer die inneren Labien als zu groß eingestuft werden. Fühlt sich die Frau durch sie im Alltag, zum Beispiel beim Fahrradfahren oder beim Sexualverkehr, eingeschränkt, kann eine operative Verkürzung angebracht sein. Notwendig ist sie ausschließlich in diesem Fall, denn eine medizinische Indikation ist in diesem Fall nicht gegeben.

Die Bartholinitis bezeichnet eine Entzündung der Bartholin-Drüsen. Die bei der Erregung produzierte Flüssigkeit dieser Drüsen gelangt über Ausführungsgänge zum Eingang der Scheide. Bakterien können in diese Gänge eindringen und eine Entzündung verursachen. Bei einem schlimmen Verlauf schwellen diese Ausgänge zu und die produzierte Flüssigkeit kann nicht mehr abfließen.

Dies ist sehr schmerzhaft und kann zur Entstehung einer Zyste führen. Die Drüse nimmt dann die Größe eines Tennisballs an, wodurch sie leicht ertastbar wird. Ein Arzt würde in diesem Fall Antibiotika verordnen, um die Entzündung abklingen zu lassen. In einem frühen Stadium sind auch warme Sitzbäder hilfreich. Schmerzmittel helfen gegen das Leiden.

Feigwarzen (Condylomata acuminata) sind eine sexuell übertragbare Krankheit. Sie überträgt sich beim ungeschützten Sexualverkehr. Krankheitserreger bilden kleine Warzen an den Schamlippen, die in der ganzen Fläche befallen werden können. Sie jucken und brennen und können sehr schmerzhaft sein.

In einigen Fällen wird lediglich der Virus weiter gegeben, ohne dass der Überträger sich seiner Infizierung bewusst ist. In 30 Prozent der Fälle heilen sie alleine wieder ab. In allen anderen muss eine medizinische Entfernung durch einen Arzt auf chirurgische Weise, mit einem Laser, durch Vereisung oder durch Kauterisierung vorgenommen werden.

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