Schöllkraut

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2016
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Alternativ zur Schulmedizin existieren zahlreiche Heilpflanzen, die teilweise ein ähnliches Potenzial entfalten können wie chemische Medikamente. Zu diesen gehört beispielsweise das Schöllkraut. Dabei ist im Umgang mit Schöllkraut große Vorsicht geboten. Eine Überdosierung kann zu toxischen Erscheinungen führen.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Schöllkrauts

Das Schöllkraut ist unter vielen Synonymen bekannt. Weitere Begriffe lauten Hexenkraut, Goldwurzel oder Schwalbenkraut. Dabei kommt die Pflanze in großen Teilen Europas vor. Sie wächst vermehrt auf kalkhaltigen Böden und erreicht eine Größe von etwa 70 Zentimetern. Das Schöllkraut kann vermehrt an Hecken, Zäunen, Mauern und in Laubwäldern angetroffen werden.

Die Wurzeln weisen eine orange Farbe auf. Aus ihnen sprießt ein behaarter Stängel, an denen sich in unregelmäßigen Abständen Blätter befinden. In der Blütezeit des Schöllkrauts, zwischen April und Oktober, entwickeln sich gelbe Blüten. Diese beherbergen Schoten, in denen sich die Samen der Pflanze befinden. Das Schöllkraut gilt insgesamt als giftig, wobei der unangenehm riechende Milchsaft eine noch stärkere Konzentration der toxischen Stoffe enthält.

Erst im getrockneten Zustand verlieren die Bestandteile ihre giftigen Eigenschaften. Dennoch wurde die Maximaldosis 2008 auf 2,5 Mikrogramm reduziert. Medikamente, die eine höhere Dosierung aufweisen, dürfen in Deutschland nicht verkauft werden. Die Wirkung des Schöllkrautes ist seit der Antike bekannt. Dennoch sollte eine medizinische Behandlung nur unter der Aufsicht eines Arztes erfolgen, um eventuelle Risiken ausschließen zu können.

Wirkung & Anwendung

In der richtigen Form und Dosierung eignet sich das Schöllkraut für unterschiedliche Beschwerden. Dabei werden vermehrt Teile der Wurzel und das blühende Kraut für heilende Zwecke verwendet. Die Pflanze weist zahlreiche Inhaltsstoffe auf. Zu diesen gehören beispielsweise Alkaloide, Bitterstoffe und ätherisches Öl. Darüber hinaus können Berberin und Sanguinarin in der Pflanze nachgewiesen werden.

Diese spielen für die heilende Wirkung eine Rolle. Ihre Fähigkeit, DNA zu zerstören, erweist sich im Kampf gegen Viren und Bakterien als nützlich. Eine der Wirkungen kann somit als antibakteriell beschrieben werden. Dementsprechend eignet sich Schöllkraut für die Behandlung von Entzündungen wie Rheuma. Darüber hinaus gelingt den Alkaloiden eine Interaktion mit Rezeptoren des menschlichen Nervensystems sowie weiteren Proteinen.

Das Schöllkraut kann vermehrt an Hecken, Zäunen, Mauern und in Laubwäldern angetroffen werden.

Diese Eigenschaften sind für die entzündungshemmende, krampflösende und schmerzstillende Wirkung der Heilpflanze verantwortlich. Chelidonin verfügt über zwei Effekte. Zum einen wirkt es sich ebenfalls krampflösend aus, zum anderen erhöht der Stoff die Produktion von Gallenflüssigkeit. Coptisin stellt einen weiteren Bestandteil in der Heilung von Krämpfen dar. Es wirkt sich direkt auf die innere Muskulatur aus.

Die Anwendung des Schöllkrauts führt zu einer Entspannung der Muskulatur, woraufhin die Intensität unterschiedlicher Krämpfe abgeschwächt werden kann. Abseits von inneren Anwendungen existieren darüber hinaus positive Berichte über äußerliche Behandlungen mit Schöllkraut. Diese beziehen sich insbesondere auf Ekzeme, Geschwüre, Akne und Warzen. Somit kann die Wirkung der Heilpflanze als entzündungshemmend, antibakteriell, krampflösend, beruhigend und schmerzstillend erfasst werden.

Gleichzeitig weist das Schöllkraut Nebenwirkungen auf. Empfindliche Personen können bei der Einnahme Magen-Darm-Beschwerden und Juckreiz erfahren. Zudem kann eine Verschlechterung der Leberfunktion auftreten. Patienten mit einem Verschluss der Gallengänge sollten von der Heilpflanze absehen. Dasselbe gilt für Personen, die überein bestehendes Zwölffingerdarm- oder Magengeschwürs aufgeklärt sind.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die unterschiedlichen Eigenschaften des Schöllkrauts sorgen dafür, dass die Pflanze bei zahlreichen Beschwerden zum Einsatz kommt. Dabei bezieht sich die Anwendung des Schöllkrauts auf eine Behandlung bestehender Beschwerden. Die Heilpflanze eignet sich nicht zur Vorbeugung von Krankheiten. Sie weist unterschiedliche Nebenwirkungen auf, gilt für die Gesundheit generell jedoch als nützliche Alternative zur Schulmedizin.

Durch das Zusammenspiel von Coptisin, Chelidonin und Coptisin wirkt die Pflanze krampflösend und galletreibend bei Störungen im Bereich des Verdauungstraktes. Das Schöllkraut entfacht eine entspannende Wirkung auf Gallenblase, Darm und Magen. Gleichzeitig können existierende Krämpfe in diesem Bereich gemildert werden, wodurch häufig bestehende Schmerzen ein geringeres Maß annehmen. Dass die Gallenblase ihre Anspannung verliert, liegt zum einen an der gelockerten Muskulatur.

Der größte Teil wird jedoch von der gesteigerten Gallensaftproduktion und Entleerung übernommen. Berberin und Chelidonin sind für eine Förderung der Ausscheidung der Gallenblase verantwortlich. Daraus resultiert eine schnellere Entleerung als es normalerweise der Fall ist. Dementsprechend kommt das Schöllkraut vermehrt bei Leiden von Galle und Leber zum Einsatz. Besonders häufig handelt es sich hier um Erkrankungen, die aufgrund eines gestörten Gallenflusses entstanden sind. Neben Gallenblasenentzündungen eignen sich die Wirkstoffe ebenfalls für eine Therapie von Gelbsucht, Gicht und Leberschwellungen.

Die krampflösenden Eigenschaften werden darüber hinaus bei Menstruationsbeschwerden, Magenschmerzen, Asthma sowie Reiz- und Krampfhusten ausgenutzt. Dafür wird normalerweise eine Tinktur oder verschiedene Teemischungen des Schöllkrauts angewendet. Der Tee kann aus 2 Teelöffeln Schöllkraut und 150 Milliliter Wasser hergestellt werden. Dabei muss die Flüssigkeit sieben Minuten ziehen.

Äußerlich angewendet hilft die Heilpflanze bei Hauterkrankungen. Zu diesen gehören Warzen, Schwielen und Hühneraugen. Bestimmte Inhaltsstoffe verleihen dem Schöllkraut eine ätzende Wirkung. Wird der gelbe Saft täglich auf die betroffenen Hautareale aufgetragen, kann er bestehende Warzen auflösen.

Wichtig sind hier die regelmäßige Anwendung sowie die Verschonung gesunder Hautpartien. Als verdünnter Saft oder Tee eignet sich die Heilpflanze bei Ekzemen, Akne und Geschwüren. Wie bei allen Medikamenten sollte keine Selbstdosierung erfolgen. Verschätzungen und Überdosierungen führen zu toxischen Erscheinungen sowie weiteren Beschwerden.

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