Sauna und Wellness Teil 1

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)

Sollten sie einmal nach Finnland kommen, gleichgültig, ob sie dann in der Stadt oder auf dem Land sind, eine Einladung in die Sauna zum Wellness ist ihnen sicher.

Inhaltsverzeichnis

Sauna ist gesund

Man kann ohne Übertreibung behaupten, dass dem Finnen die Benutzung dieser Badeeinrichtung ebenso wichtig erscheint wie das tägliche Brot. Aus frühester geschichtlicher Überlieferung wissen wir, dass der häufige Gebrauch von Dampfbädern und Schwitzbädern schon in der Antike bekannt war.

Im Mittelalter kamen solche Einrichtungen in Deutschland wieder aus der Mode, im hohen Norden aber hat sich diese Badeform bis auf den heutigen Tag ihre Beliebtheit erhalten. Heute begegnen wir der Sauna auch wieder in Deutschland in zunehmendem Maße, und der Kreis ihrer Anhänger wird immer größer. Die Frage, was denn eigentlich das Prinzip des Saunabades ist, worin seine Wirkung besteht, gewinnt damit natürlich erneutes Interesse.

Mancher ist zuerst etwas entsetzt, wenn er hört, dass man sich in der Sauna einer Temperatur von mehr als 100 Grad aussetzt, und die erste Frage lautet dann meist: „Bekommt man denn keinen Herzstillstand, wenn man nach solcher Erhitzung in kaltes Wasser springt bzw. sich damit übergießen lässt?“ Man kann die Ängstlichen aber durchaus beruhigen. Die Sauna ist ein Heißluftbad mit trockener Wärme, das heißt, die Luftfeuchtigkeit liegt mir 20 bis 30 Prozent extrem niedrig. Man baut sie hauptsächlich aus Holz, größere Saunen in öffentlichen Thermen, Wellness-Hotels oder Bädern werden mit saugfähigem Holz ausgekleidet.

Auf einem einfachen Feuerherd bringt man in der Sauna Granitsteine zum Glühen, so machen es z.B. die finnischen Bauern, man kann den Saunaofen auch mit Strom oder Gas beheizen. Die Temperatur in der Sauna hat auf Grund der physikalischen Gesetze ein starkes Gefälle. Unter der Decke werden meist über 100 Grad gemessen, während es am Fußboden etwa nur 40 Grad sind.

Wie funktioniert eine Sauna?

Betritt man unbekleidet die Sauna, bedeckt sich die Haut sofort mit einer dünnen Schweißschicht. Bei dem geringen Wassergehalt der Luft verdunstet sie sofort, wodurch die Körpertemperatur in erträglichen Grenzen gehalten wird. Diese physiologische Schutzwirkung durch Schweißverdunstung bewirkt, dass selbst bei 20minütigem ununterbrochenem Aufenthalt in der Sauna die Kerntemperatur nur auf 38 bis 39 Grad steigt. Ein ganz einfacher Versuch macht den Vorgang deutlich. Bläst man auf die Haut, so stellt man zunächst mit Erstaunen fest, dass keine Abkühlung, sondern im Gegenteil eine Hitzewirkung auftritt.

Das ist leicht zu erklären. Der schützende Dampfmantel, aus Schweiß gebildet, wird durch das Blasen beseitigt, und damit kann die Hitze direkt auf die Haut einwirken. Individuell unterschiedlich setzt nach 5 bis 10 Minuten in der Sauna ein sehr starker Schweißfluss ein, so dass bei 2 bis 3 Durchgängen von je 15 Minuten bis zu 1 ½ Liter Flüssigkeit ausgeschieden werden können.

Welche Wirkung übt die Sauna nun auf den Organismus aus? Mit dem Schweiß werden Salze der verschiedensten Art ausgeschieden. Diesem Vorgang wird vor allem von Laien als Entschlackung eine große Bedeutung beigemessen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben auch nachgewiesen, dass es durch die Sauna zur Aktivierung bestimmter Drüsen mit innerer Sekretion vor allem der Hirnanhangdrüse und der Nebenniere, kommt.

Herz und Kreislauf in der Sauna

Am wichtigsten sind aber die Wirkungen auf die Funktionen des Herzens und des Kreislaufs über den vegetativen Anteil des Nervensystems. In der Saune nimmt die Pulsfrequenz etwas zu, am stärksten bei Menschen mit niedrigem Blutdruck, weniger bei solchen mit erhöhtem Blutdruck.

Für das Herz könnte somit der starke Wärmereiz eine gewisse Belastung sein. Auf der anderen Seite werden aber die Hautgefäße stark erweitert, was durch die hochrote Färbung der Haut sichtbaren Ausdruck findet, und durch die Verminderung des Widerstands an der Peripherie wird der Blutkreislauf wiederum entlastet.

In Finnland, wo man mit der Sauna sehr große Erfahrungen hat, vertritt man die Meinung, dass jeder, der noch selbst in die Sauna laufen kann, diese auch verträgt. Es wurden sehr eingehende Untersuchungen unternommen, um einen Einblick in die Herz- und Kreislaufbelastung in allen Phasen des Saunabades zu erhalten, während der Erhitzung und Abkühlung durch das kalte Bad und der anschließenden Ruhepause.

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