Saugwürmer

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2016
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Bei Saugwürmern handelt es sich um eine Klasse von Plattwürmern. Sie zählen zu den Parasiten.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Saugwürmer?

Saugwürmer (Trematoda) stellen eine Klasse der Plattwürmer (Plathelminthes) dar. Die Würmer führen eine parasitäre Lebensweise und umfassen ca. 6000 unterschiedliche Arten. Ein typisches Merkmal der Saugwürmer bildet ihre blatt- oder walzenförmige Körperform. Außerdem verfügen die Parasiten über zwei Saugnäpfe, die als Haftorgane dienen.

Bekannte Saugwurmarten sind zum Beispiel der Pärchenegel, der Darmegel, der Lungenwurm und der Große Leberegel. Einige Saugwürmer verfügen über die Fähigkeit, neben Schweinen, Rindern, Hunden und Katzen auch den Menschen zu befallen und bei ihm Krankheiten auszulösen.

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Saugwürmer verteilen sich beinahe über den gesamten Erdball. Sie zeigen sich bevorzugt an den Stellen, an denen sie ihre Wirtstiere finden. So leben ausgewachsene Saugwürmer in zahlreichen Wirbeltierarten. Die ersten Zwischenwirte des Saugwurms bilden stets Schnecken. Als zweite Wirtsform können Fische oder Gliederfüßler (Arthropoden) dienen. Als Endwirt fungiert eine Wirbeltierart ohne feste Zuordnung.

Aufgrund seiner Fressgewohnheiten kommt der Saugwurm Fasciola hepatica zumeist in Endwirten wie Schafen und Rindern vor. Es ist aber auch durchaus möglich, dass er Menschen befällt.

Die Länge der Saugwürmer schwankt zwischen 0,2 und 165 Millimetern. Die Egel haben meist eine Körperform, die flach und lang ist. Manchmal ist sie auch gedrungen. Dagegen verfügen Adernegel und Pärchenegel über einen beinahe runden Querschnitt. Der Verdauungstrakt der Saugwürmer endet blind.

Darüber hinaus sind sie mit spezialisierten Sinnesorganen ausgestattet. Am vorderen Körperende besitzt der Saugwurm einen Mundsaugnapf. Weiterhin gibt es einen Bauchsaugnapf. Mit ihren muskulären Saugnäpfen verfügen die meisten Saugwürmer über die Fähigkeit, sich an bestimmte Andockstellen des Wirtskörpers zu heften.

Bei den meisten Saugwurmarten handelt es sich um Zwitter. So verfügen die Tiere sowohl über männliche als auch über weibliche Geschlechtsorgane. Als Hermaphroditen haben sie die Fähigkeit, sich gegenseitig zu befruchten sowie sich selbst zu befruchten.

Die meisten Saugwurmarten durchlaufen zwei Larvenstadien von kurzer Dauer. Das erste Lebensstadium der Saugwurmlarven wird als Wimpernlarve oder Miracidium bezeichnet. Das Miracidium besitzt ein Haarkleid und weist auf die ursprünglichen Verwandten der Plattwürmer, die Tubellarien hin.

Sämtliche Saugwürmer stellen Endoparasiten dar. Ihre Lebenszyklen gelten als komplex. So brauchen die Parasiten für ihren Lebenszyklus prinzipiell verschiedene Wirbeltierarten. Die Saugwurmeier scheidet der Wirtskörper meist mit dem Kot aus. Leben die Saugwürmer im Wasser, kommt es bei ihnen zum Schlüpfen von Miracidien (Flimmerlarven). Das Miracidium treibt bis zum Aufbrauchen seiner Energiereserven im Wasser umher. Hat die Flimmerlarve Glück, findet sie eine Schnecke, die sich für ihre Weiterentwicklung eignet.

Um in die Schnecke einzudringen, bohrt sich das Miracidium in deren Gewebe ein. Durch Metamorphose kommt es zu einer Umwandlung in einen Brutschlauch. In dieser Sporozyste findet durch Knospung die Entwicklung von Tochtersporozysten oder Redien (Stablarven) statt, die sich bis zur Mitteldarmdrüse der Schnecke vorwärts bewegen.

Aus den Stablarven entwickeln sich weitere Stablarven. Von diesen werden mit Schwanzlarven (Cercarien) neue Larvenformen hervorgebracht. Die Cercarien sind in der Lage, die Wirtsschnecke zu verlassen und einen neuen Zwischenwirt aufzusuchen. Meist handelt es sich dabei um Fische, von denen sie verschluckt werden. Mitunter kommt es bei den betroffenen Fischen durch die Parasiten zu deutlichen Veränderungen ihres Verhaltens.

Eine Ausnahme stellt die Saugwurmfamilie Fasciolidae dar. In dieser heften sich die Cercarien an Wasserpflanzen an. Dort bilden sie Zysten und entwickeln sich zur Metacercarie. Über die Nahrung können die Metacercarien in den Endwirt vordringen, zu denen Vögel oder Säugetiere zählen. Nach dem Aufbrechen der umhüllenden Zysten besiedeln die Jungwürmer in der Regel den Verdauungstrakt. Manche dringen aber auch bis in die Blutbahn, die Lunge oder die Leber vor. An diesen Stellen finden schließlich Geschlechtsreife und Paarung statt.

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Krankheiten & Beschwerden

Die meisten Saugwürmer leben in den Tropen. Einige Arten können den Menschen befallen und verschiedene Erkrankungen bei ihm auslösen. Dazu gehören in erster Linie die Pärchenegel (Schistosomen), die in zahlreichen tropischen Ländern die Bilharziose (Schistosomiasis) hervorrufen. So besteht, WHO-Schätzungen zufolge, bei über 200 Millionen Menschen eine Infektion mit Schistosomen. Etwa 120 Millionen Betroffene leiden unter Krankheitssymptomen. Bei rund 20 Millionen Patienten hat der Parasitenbefall sogar ernsthafte Folgen. Ungefähr 20.000 Menschen versterben pro Jahr durch Bilharziose. In der Medizin wird zwischen der Darmbilharziose, der Leber-Milz-Bilharziose sowie der Blasenbilharziose unterschieden.

Bei einem Saugwurmbefall des Menschen im Wasser machen sich zunächst juckende Rötungen auf der Haut bemerkbar. Später leidet der Patient auch unter Fieber. Danach zeigen sich typische Bilharziosebeschwerden wie Blutauflagerungen auf dem Stuhl oder blutiger Urin. Hält der Wurmbefall mehrere Jahre an, sind bindegewebige Veränderungen am Dickdarm sowie schwere Leberfunktionsstörungen möglich. Bei rechtzeitiger Therapie ist die Prognose der Bilharziose jedoch grundsätzlich positiv.

In gemäßigten Klimazonen wie Europa treten pathogene Saugwürmer aufgrund der umfangreichen Hygienemaßnahmen beim Menschen kaum auf. Bei Wildtieren und Nutztieren gibt es dagegen ausgeprägte Verwurmungen. Gelangen die Egel jedoch in den Körper des Menschen, richten sich die Beschwerden danach, welches Organ befallen wurde. So kommt es bei Egelerkrankungen der Leber oft zu Beschwerden wie Bauchschmerzen, Gelbsucht und Durchfall.

Die Behandlung von Erkrankungen mit Saugwürmern erfolgt mit speziellen Wurmmitteln (Anthelminthika), die einmalig verabreicht werden. Die Arzneimittel greifen in den Stoffwechsel der Egel ein und töten sie ab, wodurch sie sich über den Stuhl ausscheiden lassen.

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