Saugglockengeburt

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Januar 2017
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Unter einer Saugglockengeburt wird eine vaginal-operative Methode zur Entbindung verstanden. Sie kommt bei Geburtskomplikationen zur Anwendung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Saugglockengeburt?

Die Saugglockengeburt trägt auch die Bezeichnungen Saugglockenentbindung oder Vakuumextraktion. Gemeint ist damit ein vaginal-operatives Verfahren, das zur Geburtshilfe zählt. Keine andere Methode auf der Welt gelangt so häufig zur Anwendung wie die Saugglockengeburt. Mithilfe einer Saugglockenentbindung lässt sich die Geburt des Kindes wirkungsvoll unterstützen.

Besonders der letzte Geburtsabschnitt, den Mediziner als Austreibungsperiode bezeichnen, gilt für den Säugling als überaus anstrengend. So verschlechtert sich der Durchblutungsvorgang von Plazenta und Gebärmutter im Rahmen der Presswehen. Als Folge davon kann ein akuter Sauerstoffmangel des Kindes eintreten. In der Medizin ist dann von einer Hypoxie die Rede, die sich durch das Verändern der Herztöne erkennen lässt.

Außerdem entsteht ein ausgiebiger Druck auf den Kopf des Kindes. Dadurch droht wiederum eine Verminderung der Gehirndurchblutung. Von den körperlichen Reserven des Babys hängt es ab, ob es mit diesem starken Stress fertig wird oder es zu Komplikationen kommt. Dazu gehört zum Beispiel das Verlangsamen der Herzfrequenz.

Um in solchen Fällen die Geburt des Kindes zu beschleunigen, besteht die Möglichkeit eine Saugglocke einzusetzen. Allein in Deutschland werden jedes Jahr fünf Prozent aller Geburten mithilfe einer Saugglocke durchgeführt. Zu unterscheiden ist bei der Saugglocke zwischen der herkömmlichen Saugglocke und der Kiwi-Saugglocke. Letztere zählt zu den Einmal-Saugglocken und verfügt im Unterschied zur konventionellen Saugglocke nicht über einen elektrischen Motor.

Stattdessen ist sie mit einem Handgriff ausgestattet, durch den der Arzt Unterdruck erzeugen kann. Insgesamt wird der Einsatz einer Kiwi-Saugglocke als schonender für das Kind angesehen. Bei beiden Versionen gilt die Anwendung jedoch als einfach. Grundsätzlich ist mit Rücksicht auf das Kind eine Saugglockengeburt einer Zangengeburt vorzuziehen. Das Material der Saugglocke besteht aus Silikon, Gummi, Kunststoff oder Metall. Die Größe des Hilfsmittels liegt zwischen 40 und 60 Millimetern.

Bedingungen für eine Saugglockengeburt

Damit eine Saugglockengeburt stattfinden kann, müssen mehrere Bedingungen gegeben sein. So muss das Kind eine Schädellage einnehmen und sich sein kleiner Kopf in der Mitte des mütterlichen Beckens befinden. Darüber hinaus ist es wichtig, dass sich die Fruchtblase sowie der Muttermund eröffnen.

Vor der Durchführung der Saugglockenentbindung sollte der Arzt zudem sicherstellen, dass kein Missverhältnis zwischen dem Geburtsweg und dem Kopf des Babys herrscht. Weil eine gefüllte Harnblase der Schwangeren sich nachteilig auf die Geburt per Saugglocke auswirken kann, ist diese vor Beginn des Geburtsvorganges zu entleeren. Außerdem benötigt die Mutter eine entsprechende Betäubung wie eine Periduaralanästhesie (PDA).

Was passiert bei einer Saugglockengeburt?

Während einer Saugglockengeburt wird der Kopf des Kindes mit der Vakuumglocke aus dem Geburtskanal der schwangeren Frau hervorgezogen. Auf diese Weise lässt sich der Ablauf der Geburt beschleunigen. Das Entleeren der Blase der Mutter findet mit einem Katheter statt. Nach dem Verabreichen der Betäubung nimmt der Arzt einen Dammschnitt vor, während sich die Mutter im Kreißbett befindet.

Ihre Beine lagert sie auf speziellen Beinhaltern. Bevor der Arzt mit den Eingriff beginnt, kontrolliert er noch einmal Muttermund und Position des Kindes. Schließlich wird die Saugglocke in die Vagina eingeführt. Dann befestigt der Arzt das Instrument am Hinterkopf des Kindes. Mithilfe von Tasten stellt er die korrekte Position der Glocke fest und ob die Weichteile der Mutter noch unversehrt sind.

Durch einen Schlauch besteht eine Verbindung zwischen der Saugglocke und einer Pumpe. Diese dient dazu, die Luft zwischen dem Kopf des Kindes und der Vakuumglocke abzupumpen und auf diese Weise Unterdruck zu ermöglichen. Kommt es zur nächsten Wehe sowie zum Pressen der Mutter, zieht der Arzt behutsam an der Saugglocke und holt das Baby auf diese Weise aus dem Geburtskanal. Ist der Kopf des Kindes im Freien, wird die Vakuumglocke behutsam abgezogen. Im Anschluss daran nimmt der Geburtsvorgang seinen normalen Verlauf.

Was bedeutet eine Saugglockengeburt für ihr Baby?

Die Saugglockengeburt macht sich oftmals auch beim Baby bemerkbar. So ist am Hinterkopf des Kindes in der Regel eine runde geschwollene Stelle zu verzeichnen. Diese gilt jedoch als harmlos und geht nach einigen Tagen von selbst wieder zurück.

Allerdings ist das Ausführen einer Saugglockengeburt für das Kind mit gewissen Risiken verbunden. Ändert sich zum Beispiel der Druck beim Anlegen oder Entfernen der Vakuumglocke zu rasch oder löst sie sich im Rahmen des Geburtsvorganges, besteht die Gefahr, dass die Kopfhaut des Kindes davon in Mitleidenschaft gezogen wird. Dies kann wiederum zu Schäden an der Kopfhaut oder sogar zu gefährlichen Hirnblutungen führen.

Ebenso ist es denkbar, dass auch die Mutter während einer Saugglockengeburt Verletzungen erleidet. Zum Beispiel besteht das Risiko von Rissen am Muttermund oder einer Vergrößerung der Dammschnittwunde. Keinesfalls durchgeführt werden darf eine Vakuumextraktion, wenn es sich um eine Frühgeburt handelt. So ist dabei eine erhöhte Gefahr von Hirnblutungen des Kindes gegeben.

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Vorteile einer Saugglockengeburt

Die Entbindung per Saugglocke bringt für Mutter und Kind einige Vorteile mit sich. So weist das Verfahren weniger Verletzungsrisiken auf als die Zangengeburt. Im Falle von Geburtskomplikationen oder einer Erschöpfung der Mutter lässt sich die Geburt durch das Saugglockenverfahren erheblich beschleunigen. Dadurch sind mögliche Schäden des Babys durch Sauerstoffmangel vermeidbar. Außerdem können fehlende Anpassungen des Kindeskopfes an das Becken einfacher vorgenommen werden.

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