Sassafras

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 28. Oktober 2016
Symptomat.deHeilpflanzen Sassafras

Er ist wohl der einzige Gewürzbaum, der aus Nordamerika stammt, und schon die Indianer nutzten ihn als Heilpflanze und Aphrodisiakum. Am Sassafrasbaum und seinen aromatischen ätherischen Ölen scheiden sich die Geister: Die einen betrachten ihn als Giftpflanze, die anderen lieben ihn als Arzneipflanze, die sogar eine psychoaktive Wirkung haben soll.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen und Anbau von Sassafras

Der Sassafrasbaum (lat. Sassafras albidum) gehört zu den Lorbeergewächsen und ist auch unter den Namen Nelkenzimtbaum, Fieberbaum oder Fenchelholzbaum bekannt. Er wächst in den Regionen entlang der nordamerikanischen Atlantikküste von Kanada bis zum nördlichen Florida, kommt aber auch im venezolanischen Urwald vor.

Sassafras albidum ist nicht auf einen bestimmten Lebensraum festgelegt. In Höhenlagen zwischen 0 und 1500 Metern gedeiht er in Wäldern ebenso wie auf Erosionsgebieten, Brach- und Ruderalflächen (Rohboden). Der sommergrüne, bei günstigen Bedingungen bis zu 30 Meter hoch wachsende Baum besitzt wechselständige Blätter, die in der Form recht unterschiedlich ausfallen.

Seine Rinde ist grau und tief gefurcht, nur an den äußeren Zweigen bleibt sie zunächst grün. In der Zeit von April bis Mai, noch bevor die Blätter sprießen, entwickelt der Sassafras kleine, grünlich gelbe Blütenstände. Weibliche und männliche Blüten wachsen dabei auf verschiedenen Bäumen. Die Früchte des Baumes sind oval, erbsengroß und im reifen Zustand dunkelblau. Sein Laub nimmt im Herbst eine rotgoldene Färbung an.

Wirkung und Anwendung

Rinde, Wurzelholz und Früchte des Sassafrasbaumes enthalten etwa ein bis zwei Prozent ätherisches Öl. Hauptbestandteil dieses Öls ist mit einem Anteil von bis zu 80 Prozent Safrol, daneben sind Campher, Pinen und Eugenol sowie verschiedene Alkaloide, Tannine, Lignane und Harz enthalten.

Sassafrasöl lässt sich durch Wasserdampfdestillation aus den Pflanzenteilen gewinnen und wurde früher aufgrund seiner schweißtreibenden, verdauungsfördernden und schmerzstillenden Eigenschaften in der Naturheilkunde verwendet. Auch blutreinigend, harntreibend und antirheumatisch soll Sassafras wirken. In höheren Dosen wirkt das ätherische Öl stark stimulierend, unter Umständen sogar wahrnehmungsverändernd.

Eine Überdosierung führt zu Benommenheit und Erbrechen und kann außerdem Leber und Nieren schädigen. Unbedenklicher, da viel schwacher dosiert, ist ein Tee aus Sassafras-Blättern. Auszüge aus der Pflanze sind in Rheumabädern und Rheumasalben enthalten, außerdem hilft das Öl gegen Insektenstiche.

Die Aromatherapie setzt es in Duftlampen ein, die [[Homöopathie9] verwendet Sassafras officinalis in Form von Globuli und Dilutionen verschiedener Potenzen. Wegen seines angenehmen Duftes wird Sassafras-Öl traditionell auch zur Aromatisierung von Lebensmitteln und Tabak verwendet. Im 18. und 19. Jahrhundert war in England das Heißgetränk „Saloop“ sehr populär, das als Hauptzutat Sassafras-Wurzeln enthielt und eine blutreinigende Wirkung haben sollte.

Das beliebte amerikanische Root Beer dagegen verwendet heute nur noch Aromen der Pflanze, da Sassafras nach neueren Erkenntnissen als krebserregend gilt. In der kreolischen Küche spielen die gemahlenen Blätter des Nelkenzimtbaumes traditionell als Gewürz und zum Andicken von Suppen eine wichtige Rolle.

Als sogenanntes Filé-Pulver sind sie eine typische Zutat des klassischen Eintopfgerichts Gumbo. Sassafras findet sich auch in kosmetischen Produkten wie Seifen und Mundpflegemitteln. Das aus den Früchten des Baumes extrahierte Öl dient als Duftstoff bei der Herstellung von Parfums. Da Safrol auch einen Rohstoff zur Herstellung der Droge MDMA liefert, ist der Handel mit Sassafras-Extrakten in der EU verboten.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung und Vorbeugung

Der Sassafrasbaum war schon zu präkolumbianischer Zeit vielen Indianer-Völkern heilig, denn sie gewannen daraus eine Medizin, die einer Liebesdroge gleichkam. Für sie bestand die große Macht des Baumes darin, dass er das emotionale Feuer der Liebe entfachte und zugleich die entsprechenden „körperlichen Werkzeuge“ in Schwung brachte. Die Indianer nutzten für ihre medizinischen und rituellen Zwecke alle Teile der Pflanze.

So fügten sie die getrocknete Wurzelrinde ihren Tabakmischungen bei, das Wurzelmark dagegen kochten sie aus und verwendeten es als Narkotikum. Laut einer Legende soll der intensive Duft des Sassafras sogar Kolumbus nach Amerika geführt haben. Die ersten Siedler und später auch die Schwarzen übernahmen den indianischen Liebesbaum in ihre jeweils eigene Volksmedizin und vermutlich war er das erste Heilkraut, das seinen Weg von Amerika nach Europa fand.

Hier setzte die traditionelle Volksmedizin das Öl des Fenchelholzbaumes vor allem gegen Gicht, Rheuma und Arthritis sowie bei Harnröhren- und Blasenentzündungen ein. Es half außerdem bei Magen-Darm-Beschwerden, Regelschmerzen, Tripper und Syphilis. Auch zu Zwecken der Abtreibung wurde Sassafrasöl genutzt – es darf daher niemals eingenommen werden, wenn eine Schwangerschaft erwünscht ist.

Der Name Sassafras hat sich aus dem lateinischen „saxum fragans“ entwickelt, was so viel wie „Steine brechend“ bedeutet. Er erinnert an die Verwendung des Wirkstoffs bei Nierensteinen, die heute jedoch obsolet ist. Überhaupt gilt die Anwendung von Safrol wegen seiner kanzerogenen (das heißt krebserregenden), leber- und nervenschädigenden Wirkung heute als bedenklich.

Von der Verwendung der Rinde und der Wurzeln des Baumes wird daher abgeraten, lediglich die getrockneten Blätter und das daraus gewonnene Filé-Pulver mit dem deutlich niedrigeren Safrol-Gehalt werden noch als unbedenklich betrachtet. Gesetzlich begrenzt ist auch die zulässige Safrol-Menge in kosmetischen Produkten, die Sassafras enthalten.

Bei Kindern sollte auf die Verwendung solcher Produkte ganz verzichtet werden. Die Aromatherapie setzt ätherisches Sassafrasöl – in einer Duftlampe mit Wasser verdampft – bei geistiger Schwäche, Antriebslosigkeit, zur Unterstützung der Raucherentwöhnung und zur Stärkung der Tatkraft ein.




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