Samenstrang

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Dezember 2015
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Der Samenstrang stellt ein Bündel von Nerven und Gefäßen inklusive Samenleiter dar, welches sich durch den Leistenkanal vom Bauchraum bis zu den Hoden zieht. Er ist kein einheitliches Körperorgan, sondern ein Versorgungssystem für die an ihm befestigten Hoden. Des Weiteren besteht er aus verschiedenen Gewebefortsätzen, die jeweils im Bauchraum ihre Entsprechung haben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Samenstrang?

Der Samenstrang, auch als Funiculus spermaticus bezeichnet, ist ein ca. 20 cm langes Geflecht aus Blutgefäßen, Nerven und dem Samenleiter. Es beginnt im Bauchraum, durchquert den Leistenkanal und endet im Hodensack. Am unteren Ende des Samenstrangs befinden sich die Hoden, die so durch die Verbindung zum Bauchraum über dieses Leitungsbündel versorgt werden können.

Der Samenstrang dient also als Aufhängung für die Hoden und sorgt dafür, dass sie sich außerhalb des Bauchraumes aufhalten können. Denn sie sind nur außerhalb des Bauchraumes in der Lage, lebensfähige Spermien bilden, da hier eine bessere Temperaturregulierung möglich ist. Parallel zum Samenstrang verläuft der Musculus cremaster.

Dieser Muskel ist eine Abzweigung des Bauchmuskels und sorgt für die Bewegung der Hoden in Richtung Bauch. Zum Samenstrang zählen die Hodenarterie sowie die Hodenvene, der Samenleiter und bestimmte Nervenfasern des sympathischen Nervensystems. Jeder Bestandteil erfüllt eigene Aufgaben. Alle Leitungsstrukturen im Samenstrang haben ihre Entsprechung im Bauchraum und stellen nur deren Fortsätze dar.

Anatomie & Aufbau des Samenstrangs

Der Samenstrang ist von mehreren Schichten umgeben, die ihren Ursprung in der Bauchhöhle haben. Durch die Wanderung der Hoden von ihrer embryonalen Anlage bis in das Skrotum bilden alle diese Schichten eine Fortsetzung entsprechender Gewebe aus dem Bauchraum.

Zu diesen Schichten zählt die Fleischhaut (Tunica dartos) als subkutanes Fettgewebe, die Fascia spermatica externa (umhüllt den Samenstrang) als Fortsetzung der oberflächlichen Körperfaszie, die Fascia cremasterica (Bindegewebshülle des Musculus cremaster), der Musculus cremaster (Abzweigung der Bauchmuskulatur), die Fascia spermatica interna (umhüllt den Samenstrang) und die Tunica vaginalis testis (seröse Haut, die den Hoden umgibt). Zu den Strukturen des Samenstranges gehören der Ductus deferens (Samenleiter), mehrere Blutgefäße und mehrere Nerven sowie Lymphgefäße.

Bei den Blutgefäßen sind jeweils die Arterien und Venen von Hoden, Samenleiter und Musculus cremaster vertreten. Diverse Nervenstränge sind verantwortlich für die Motorik der Muskulatur und die Sensibilität auf Berührungsreize.

Funktion & Aufgaben des Samenstrangs

Der Samenstrang hat mehrere Funktionen zu erfüllen. Der Transport der Samen obliegt nur dem Samenleiter, der zum Leitungsbündel des Funiculus spermaticus gehört. Aus dieser Teilfunktion hat sich der Name Samenstrang abgeleitet. Eigentlich besteht seine Hauptfunktion zunächst in der Aufhängung und der Versorgung der Hoden im Skrotum (Hodensack).

Über die Hodenarterie (Arteria testicularis) fließt frisches Blut zu den Hoden. Durch die Hodenvene (Vena testicularis) entfernt sich das verbrauchte Blut wieder von den Hoden. Das Gleiche gilt für die Arteria cremasterica und Vena cremasterica im Hinblick auf den Musculus cremaster sowie für die Arteria ductus deferentis und Vena ductus deferentis bezüglich des Ductus deferens (Samenleiter). Der Musculus cremaster bewegt bei Bedarf die Hoden in Richtung Bauchraum. Diese Bewegungen sorgen für die Temperaturregulation in den Hoden, um die Lebensfähigkeit der Spermien zu gewährleisten.

Der Samenleiter befördert die Spermien durch peristaltische Bewegungen aus den Nebenhoden in den Ductus ejaculatorius (Verbindung des Samenleiters mit der Samenblase). Das Nervengeflecht des Samenstrangs reguliert wichtige Muskelfunktionen und sorgt für die Sensibilität auf Berührungsreize.

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Krankheiten des Samenstrangs

Erkrankungen im Bereich des Samenstrangs können sehr schmerzhaft sein. Im Rahmen einer Hoden- oder Nebenhodenentzündung kann es auch zu einer Samenstrangentzündung (Funiculitis) kommen. Bereits die Hodenentzündung stellt einen Notfall dar, die sofort ärztlicher Behandlung bedarf. Wenn zusätzlich der Samenstrang betroffen ist, treten oft schmerzhafte Samenstrangschwellungen, Fieber und eventuell eine Septikämie auf. Hoden und Samenstränge sind jedoch selten primär entzündet.

Meist liegt eine andere Krankheit zugrunde. So kann es bei Mumps, Pfeifferschem Drüsenfieber, Malaria oder sogar Windpocken zu Hoden- und Hodenstrangentzündungen kommen. Besonders bei Harnwegsinfekten können Bakterien über den Samenleiter aufsteigen und verheerende Infektionen verursachen. Andere Ursachen für Samenstrangentzündungen sind Entzündungen der Prostata, exzessiver Sexualverkehr oder mechanische Reizungen. Oft ist die Samenstrangentzündung jedoch auch unproblematisch und heilt nach einigen Tagen wieder ab. Der Arzt sollte jedoch auf jeden Fall konsultiert werden. Eine weitere Erkrankung am Samenstrang ist die sogenannte Varikozele.

Dabei handelt es sich um eine Krampfader im Funiculus spermaticus. Es zeigt sich dabei eine krampfartige Erweiterung eines Venengeflechts (Plexus pampiniformis) im Samenstrang. Diese Erkrankung gehört zu den häufigsten Ursachen für die Unfruchtbarkeit beim Mann. Die Häufigkeit einer Varikozele liegt bei 35 Prozent und kann in jedem Lebensalter auftreten. Dabei gibt es primäre und sekundäre Varikozelen. Die primäre Varikozele tritt ohne Grunderkrankung auf.

Die sekundäre Form der Erkrankung kann durch Tumoren, Lymphknotenerkrankungen, Entzündungen oder Operationen entstehen. Die Varikozele kann nur chirurgisch entfernt werden. Operationen sollten jedoch nur bei häufigen Schmerzen und Kinderwunsch durchgeführt werden. Eine weitere Erkrankung mit Beteiligung des Samenstranges stellt die Hodentorsion dar. Dabei verdrehen sich die Hoden um den Samenstrang (Hodenstieldrehung). Es kommt zur Abschnürung der Blutversorgung. Die Hodenverdrehung ist sehr schmerzhaft und stellt immer einen Notfall dar.

Als Folge der Hodentorsion kann das Hodengewebe absterben und die Fruchtbarkeit einschränken. Eine Operation muss sofort erfolgen. Dabei wird der Hoden wieder in seine normale Lage gebracht.

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