Salpingitis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 17. Oktober 2017
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Als Salpingitis wird eine Entzündung der weiblichen Eileiter bezeichnet. Sie entsteht zumeist durch bakterielle Infektionen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Salpingitis?

Bei einer Salpingitis kommt es zu einer Entzündung der Eileiter (Tuba uterina). Sie kann sowohl nur bei einem Eileiter als auch bei beiden Eileitern auftreten. Eine beidseitige Entzündung zeigt sich häufiger. In vielen Fällen geht die Salpingitis mit einer Eierstockentzündung (Oophoritis) einher, was Mediziner als Adnexitis bezeichnen.

Die paarigen Eileiter, auch Tuben genannt, stellen eine längliche Verbindung zwischen der Gebärmutter und den Eierstöcken her. Sie kommen im Unterbauch auf beiden Körperseiten vor. In der Medizin wird zwischen einer akuten sowie einer chronischen Salpingitis unterschieden. Nicht selten tritt im Rahmen einer Eileiterentzündung auch eine Endometritis (Gebärmutterschleimhautentzündung) auf.

Ursachen

Für die Entstehung einer Salpingitis sind in der Regel bakterielle Infektionen verantwortlich. Diese führen oftmals zu aufsteigenden Entzündungen. Das bedeutet, dass sich die Entzündung des betroffenen Organs auf die benachbarten Körperstrukturen ausbreitet. Im Falle einer Salpingitis sind dann die Eileiter davon betroffen. In den meisten Fällen ist die Erkrankung eine Folgeerscheinung einer Endometritis, Kolpitis (Scheidenentzündung) oder einer Zervizitis (Entzündung des Gebärmutterhalses).

Aber auch Bakterien, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden, können für den Ausbruch einer Salpingitis ursächlich sein. Dabei handelt es sich zumeist um Chlamydien oder Gonokokken. Von einer Infektion durch Chlamydien sind in erster Linie sexuell aktive Frauen betroffen. Als weiterer Auslöser kommt eine unzureichende Genitalhygiene in Betracht, die das Verschleppen von Keimen nach sich zieht, die in der Analregion angesiedelt sind, wie beispielsweise Escherichia coli.

In seltenen Fällen wird eine Salpingitis auch durch einen Arzt im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung oder Behandlung verursacht. Als Risikofaktor gilt die Einbuße des Scheidenmilieus während der Menstruation, da sich dieses schützend auswirkt. Ebenfalls begünstigend sind das Tragen von Scheidenpessaren oder Spiralen sowie chirurgische Eingriffe. Mitunter breitet sich die Entzündung auch über den Lymphfluss oder das Blut auf die Eileiter aus. Verantwortlich dafür sind oftmals die entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn oder eine Blinddarmentzündung.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Gekennzeichnet ist eine Salpingitis von abrupt auftretenden Schmerzen im Unterbauch, die sich entweder auf einer Körperseite oder auf beiden Hälften zeigen. Darüber hinaus fühlen sich die betroffenen Frauen allgemein krank und leiden unter Beschwerden wie Schwächegefühlen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Außerdem steigt die Körpertemperatur der Patientinnen an. Als weitere Begleitsymptome gelten Verstopfung, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Blähungen.

Greift die Entzündung auf den Darm oder die Harnblase über, drohen weitere Beschwerden. Dabei kann es sich um Schmerzen beim Wasserlassen oder Schmerzen im Becken handeln. Sind auch Vagina oder Gebärmutterhals entzündet, besteht das Risiko von Schmierblutungen und Ausfluss. Steigt die Eileiterentzündung weiter auf, können auch die Eierstöcke in Mitleidenschaft gezogen werden, was eine Adnexitis zur Folge hat.

Zu den besonders gefürchteten Komplikationen zählt die Bauchfellentzündung (Peritonitis). Dabei dringen die schädlichen Keime über die offene Verbindung zwischen Eileitern und Bauchhöhle in den Bauchraum ein und rufen eine Entzündung hervor, die lebensbedrohliche Ausmaße annehmen kann. Mitunter ist die Salpingitis aber auch nur mit milden oder sogar mit überhaupt keinen Beschwerden verbunden.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Um eine Salpingitis zu diagnostizieren, nimmt der behandelnde Frauenarzt eine körperliche Untersuchung der Patientin vor. Dabei überprüft er den rechten und linken Unterbauch auf Schmerzempfindlichkeit. So reagieren die Eileiter auf Druck überaus sensibel. Erfolgt eine gynäkologische Untersuchung, kontrolliert der Arzt die Vaginaregion sowie den Gebärmutterhals. Zum Nachweis des verantwortlichen Erregers ist die Entnahme eines Abstriches möglich.

Mithilfe einer Sonographie (Ultraschalluntersuchung) können Wasseransammlungen, Abszesse im Eileiterbereich und Verdickungen festgestellt werden. Erfolgt die Diagnose einer Salpingitis frühzeitig, nimmt die Erkrankung meist einen positiven Verlauf. Auch die Fruchtbarkeit der betroffenen Frau bleibt erhalten. Als ungünstig gilt jedoch das Verkleben der Eileiter.

Diese hat nicht selten eine Unfruchtbarkeit der Erkrankten zur Folge. Im Anschluss an eine Salpingitis beziehungsweise Adnexitis besteht die vermehrte Gefahr einer Eileiterschwangerschaft. Ebenso kann die Salpingitis einen chronischen Verlauf nehmen oder auf andere Organe übergreifen.

Komplikationen

Eine Salpingitis kann verschiedene Komplikationen und Spätfolgen nach sich ziehen. Bleibt die Erkrankung längere Zeit unentdeckt, können sich Eiteransammlungen in den Eileitern oder Eierstöcken bilden und den Krankheitsverlauf verschlechtern. Die Eileiterentzündung kann außerdem von den Eileitern und Eierstöcken auf das Bauchfell übergreifen und eine Peritonitis auslösen.

Zudem besteht das Risiko, dass die Keime in die Blutbahn gelangen und eine Blutvergiftung auslösen. Dies kann lebensbedrohlich sein. Besonders gefährlich ist eine Infektion mit Anaerobiern- und Haemophilus-influenza-Erregern. Entwickelt sich die Salpingitis zu einer chronischen Erkrankung, können als Spätfolge Verwachsungen auftreten. Solche Verklebungen sind oft mit Schmerzen verbunden und können Eierstöcke und Gebärmutter blockieren.

Bei einer Befruchtung besteht die Gefahr einer Eileiterschwangerschaft. Bei einem vollständigen Verschluss der Eileiter ist Unfruchtbarkeit die Folge. Zwar können die Verwachsungen operativ entfernt werden, dabei können unter Umständen allerdings Blutungen, Nervenverletzungen und Infektionen auftreten. Weitere Komplikationen gehen bei der Therapie von den verordneten Medikamenten aus.

So können die eingesetzten Antibiotika und Entzündungshemmer Neben- und Wechselwirkungen hervorrufen und teilweise auch allergische Reaktionen auslösen. Bei einer Ovariektomie, also der operativen Entfernung der Eierstöcke, kann es zu einer „chirurgisch bedingten Menopause“ kommen. Diese ist mit Hormonschwankungen und plötzlichen Wechseljahresbeschwerden wie Migräne und Übelkeit verbunden.

Therapie & Behandlung

Im Rahmen der Behandlung der Salpingitis gilt es, die Beschwerden zu bessern und die Funktionstüchtigkeit der Eileiter zu bewahren. Die Behandlung der Erkrankung findet zumeist in einer Klinik statt. Für die Dauer von 10 bis 14 Tagen erhält die Patientin Antibiotika wie Ceftriaxon, Doxycyclin, Metronidazol oder Amoxicillin. Im Falle einer Chlamydien-Infektion werden Tetracycline oder Makrolide verabreicht.

Besteht Verdacht auf eine Anaerobierinfektion, setzt sich die Therapie oft aus der Gabe von Metronidazol und Antiphlogistika zusammen. Als sinnvoll gilt zudem die Behandlung des Partners. Zur Bekämpfung der Schmerzen erhält die Patientin nicht-steroidale Antiphlogistika wie Diclofenac oder Ibuprofen. Führt die konservative Therapie einer akuten Salpingitis nicht zu einer Besserung, kann ein laparoskopischer Eingriff erforderlich sein.

Dabei werden eine Abszesspunktion oder eine Drainage des Douglas´schen Raums vorgenommen. Bei älteren Frauen, bei denen keine Familienplanung mehr besteht, ist auch eine Salpingtektomie samt Hysterektomie möglich. Mitunter findet zusätzlich eine Ovariektomie statt. Auch bei der chronischen Form der Salpingitis muss häufig ein operativer Eingriff erfolgen. Die Therapieresultate nehmen dabei allerdings nicht selten einen enttäuschenden Verlauf.

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Vorbeugung

Um dem Entstehen einer Salpingitis vorzubeugen, wird beim Geschlechtsverkehr die Verwendung von Kondomen empfohlen. Außerdem sollte stets eine konsequente Sexualhygiene gewährleistet sein. Auf diese Weise lässt sich das Risiko für eine Salpingitis herabsetzen.

Bücher über Frauenkrankheiten

Quellen

  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Kaufmann, M., Costa, S.-D., Scharl, A. (Hrsg.): Die Gynäkologie. Springer, Berlin 2013
  • Uhl, B.: Gynäkologie und Geburtshilfe compact. Thieme, Stuttgart 2013

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