SARS (schweres akutes Atemnotsyndrom)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 30. Oktober 2017
Startseite » Krankheiten » SARS (schweres akutes Atemnotsyndrom)

SARS ist die Abkürzung für Severe Acute Respiratory Syndrome und bedeutet zu Deutsch schweres akutes Atemnotsyndrom. Es handelt sich dabei um eine Infektionskrankheit, welche von Viren ausgelöst wird. Erstmals trat SARS im Jahre 2002 in China auf.

Inhaltsverzeichnis

Definition SARS

SARS (schweres akutes Atemnotsyndrom) ist eine Infektionserkrankung, die von einem bestimmten Virenstamm, den Coronaviren, verursacht wird. Die Krankheit unterliegt der Meldepflicht. Der Erreger wurde von dem Arzt Dr. Carlo Urbani entdeckt, der selbst dem Virus zum Opfer fiel.

Die Krankheit löst schwere Atemnot aus und verursacht grippeähnliche Beschwerden mit Fieber, Husten, Heiserkeit und Halsschmerzen. Die Symptome treten plötzlich und gleich von Anfang an sehr heftig auf.

SARS trat zum ersten Mal 2002 in China auf, in Deutschland wurde der erste Fall 2003 bekannt. Damals meldeten fast 30 Länder Krankheitsfälle; die häufigsten Erkrankungen an SARS gab es allerdings in Thailand, China und Hongkong.

Insgesamt wurden rund 8000 Menschen infiziert und erkrankten, etwa 800 davon starben. Seit 2003 ist kein weiterer Fall von SARS mehr aufgetreten.

Ursachen

Die Ursachen für SARS sind Viren, die bis zum Ausbruch der Krankheit an Menschen unbekannt waren. Es handelt sich um die Gruppe der Coronaviren. Bisher kannte man dieses Virus nur von Tieren. Man nimmt an, dass es von einer bestimmten Katzenart in China, deren Fleisch dort als Nahrungsmittel dient, erstmals auf den Menschen übertragen wurde.

Aber auch durch ein sehr enges Zusammenleben mit verdeckt infizierten Tieren kann die Krankheit weitergegeben werden. Zuerst vermutete man, dass die Ansteckung unter Menschen nur durch die sogenannte Tröpfcheninfektion stattfindet. Dabei wird das Virus über Speichel, Nasensekret oder andere Körperflüssigkeiten transportiert.

Da aber auch Menschen erkrankten, die keinen direkten Kontakt hatten sondern nur im gleichen Haus lebten, kam man zu dem Schluss, dass sich das SARS Virus auch über die Luft oder über Wasser verbreiten kann. Das Erstaunliche dabei ist, dass der Erreger scheinbar auch ohne Wirt einen Zeitraum von 24 Stunden überleben kann.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Inkubationszeit von SARS ist sehr kurz und beträgt nur zwei bis sieben Tage. Die Inkubationszeit ist der Zeitraum, der zwischen dem Moment der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Symptome liegt. Die Erkrankung beginnt meist mit plötzlichem hohen Fieber und einem sehr starken Krankheitsgefühl. Es folgen grippeähnliche Beschwerden wie Kopf- und Gliederschmerzen, Halsschmerzen, Heiserkeit und Husten.

Auch kann es zu Schüttelfrost, Durchfall, Appetitlosigkeit und Hautausschlag kommen. Manche Patienten können sich nicht mehr richtig bewegen, da die Muskeln steif werden. Auch Verwirrtheitszustände können vorkommen. SARS kann sowohl sehr milde als auch tödlich verlaufen.

Die Diagnose SARS wird vermutet, wenn die bekannten Symptome bei Personen vorliegen, die sich in den speziell betroffenen Ländern aufgehalten haben. Im weiteren Verlauf muss der Virenbefall aber durch eine Blutuntersuchung abgesichert werden. Auch eine Röntgenuntersuchung sowie eine Computertomographie tragen zum sicheren Erstellen der Diagnose SARS bei.

Komplikationen

Aus den Symptomen des schweren akuten respiratorischen Syndroms können sich unter Umständen schwere Komplikationen entwickeln. Erfolgt die Behandlung zu spät oder ist der Erkrankte körperlich bereits sehr geschwächt, kann das Immunsystem die Erreger selbst nicht mehr effektiv bekämpfen. In der Folge dessen kommt es zu hohem Fieber und daraus resultierend zu Kreislaufbeschwerden.

Länger anhaltender Durchfall kann dazu führen, dass der Betroffene dehydriert. Aus dem Flüssigkeits- und Nährstoffmangel ergeben sich zumeist weitere Komplikationen, zum Beispiel Bewusstseinsstörungen, Austrocknung und Abgeschlagenheit. Atemnot und Kurzatmigkeit können zu Panikattacken führen und in Wechselwirkung mit den Erstsymptomen zum Herzversagen führen. Insbesondere Kinder, ältere Menschen und Kranke sind gefährdet, an der extremen körperlichen Belastung zu versterben.

Die Behandlung von SARS verläuft relativ risikofrei. Die verabreichten Medikamente können jedoch Nebenwirkungen hervorrufen. Vor allem Antibiotika und das Hepatitis-C-Medikament Ribavirin rufen immer wieder Beschwerden wie Hautausschläge, Verkrampfungen der Atemmuskulatur und Blutarmut hervor. In Kombination mit anderen Präparaten können weitere Komplikationen auftreten. Muss der Patient intravenös mit Flüssigkeit versorgt werden, kann dies in manchen Fällen zu Verletzungen, Aspiration und allergischen Reaktionen führen.

Behandlung & Therapie

Bisher ist noch keine spezielle Behandlung von SARS bekannt, so dass sich zunächst die Therapie auf die Linderung der Symptome konzentriert. Erfolge erzielte man mit dem Breitbandantibiotikum Ribavirin, das auch zur Behandlung von Hepatitis C eingesetzt wird.

Es ist in der Lage mehrere verschiedene Erreger zu bekämpfen. Auch Cortison wird verabreicht um eventuelle Bakterieninfektionen zu behandeln, die in Folge der viralen Infektion auftreten können. Zusätzlich wird noch eine Mischung aus verschiedenen anderen Antibiotika gegeben. Patienten die vom SARS Erreger befallen sind, müssen wegen der äußerst hohen Ansteckungsgefahr auf einer Isolierstation mit Schleuse untergebracht werden.

Für das Klinikpersonal sind bei der Behandlung der Patienten Schutzkittel, Atemmaske, Schutzbrille und Handschuhe vorgeschrieben. Es wird inzwischen auch an einem Impfstoff für SARS geforscht, bis heute ist allerdings noch keiner entwickelt worden. SARS ist 2003 das letzte Mal aufgetreten. Da seitdem kein neuer Fall mehr bekannt ist, nimmt man an, dass das SARS Virus nicht mehr existiert.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Als Vorbeugung gegen SARS wurde empfohlen größere Menschenansammlungen zu meiden, speziell in den von der Krankheit damals stark betroffenen Ländern China, Thailand und Hongkong. Außerdem wurde zu Atemschutzmasken, wie sie von Ärzten bei Operationen getragen werden, geraten. Häufiges Händewaschen bietet zusätzlichen Schutz.

Bücher über SARS

Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: