Rundrücken

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. Oktober 2017
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Volkskrankheit Rückenschmerzen - Fast jeder vierte Deutsche leidet regelmäßig unter Schmerzen im Bereich des Rückens. Eine Ursache dafür kann der sogenannte Rundrücken, also ein nach hinten gekrümmter Rücken sein, der vor allem in den Industrienationen weit verbreitet ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Rundrücken?

Der Rundrücken, in der Medizin als Hyperkyphose bezeichnet, dass sich aus dem Griechischen von "kyphos" für "Buckel" sowie "hyper" für "über" ableitet, bezeichnet eine extreme Krümmung der Wirbelsäule nach hinten. Dabei sind eine Kyphose im Bereich des Brustwirbels sowie eine kleinere auf Höhe des Steißbeins (Sakralkyphose) völlig normal und natürlich.

Erst bei einer extremen Auswölbung, die im aufrechten Stand gut sichtbar ist, liegt ein Rundrücken, der dann als "Hyperkyphose" bezeichnet wird, vor. Es wird zwischen angeborenen Rundrücken und solchen, die erst nach der Geburt entstehen, unterschieden.

Ursachen

Der Hauptgrund für einen Rundrücken ist ein Mangel an Bewegung in Verbindung mit falschen bzw. unnatürlichen Haltungen beim Sitzen, Stehen oder Gehen.

Diese Fehlhaltungen sowie die häufig zu schwach ausgeprägte Muskulatur führen dazu, dass diese nicht mehr dazu fähig ist, eine korrekte, aufrechte Haltung zu gewährleisten. Als Konsequenz daraus können die Wirbelschwingungen in sich zusammensinken und so den Rücken nach und nach verkrümmen.

Sollten diese fehlerhaften Zustände über einen längeren Zeitraum ohne ein Gegenwirken durch den Aufbau von Muskeln oder einen aktiveren Lebensstil bestehen bleiben, führt dies unweigerlich zur Ausbildung eines Rundrückens.

Bei älteren Menschen kann zudem ein Wirbelbruch, der beispielsweise durch Osteoporose ausgelöst werden kann, ursächlich für die Entstehung eines Rundrückens sein. Ferner können auch degenerative Krankheiten wie Arthritis zur Ausbildung eines Rundrückens führen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose eines Rundrückens zählt für Orthopäden und Physiotherapeuten zu den leichteren Aufgaben, da er in der Regel bereits mit bloßem Auge sichtbar ist.

Um sich gänzliche Klarheit zu verschaffen, kann zusätzlich eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule vorgenommen werden. Die Folgen eines unbehandelten Rundrückens sind vielfältig und nicht zu unterschätzen. So können neben eher harmloseren Symptomen wie leichten Kopf- und Rückenschmerzen oder einem eingeschränkten Bewegungsradius auch schwerwiegendere Folgeerscheinungen wie Schlafstörungen, die zu psychischen Problemen bis hin zu Depressionen führen können, auftreten.

Zudem kann der Rundrücken die uneingeschränkte Funktion wichtiger Organe wie dem Herz oder der Lunge beeinträchtigen, da diese durch die Verkrümmung des Brustkorbs in Mitleidenschaft gezogen werden können. Ohne eine gezielte Behandlung nimmt die Krümmung der Wirbelsäule immer weiter zu und kann zu einer Schädigung des Rückenmarks und Folgeschäden in anderen Bereichen des Bewegungsapparates führen.

Komplikationen

Ein Rundrücken geht immer mit Überdehnungen und Stauchungen einher, die zwangsläufig zu Schäden an Muskeln, Sehnen, Wirbelkörpern und Bindegewebe führen. Damit verbunden sind schmerzhafte Verspannungen, aber auch Bandscheibenschäden und Verschleißerscheinungen. Am meisten wird der untere Wirbelsäulenbereich belastet – es kommt zu Schmerzen in den Lenden- und Kreuzwirbeln und Bewegungseinschränkungen.

Im Bereich der Schultern kann ein Rundrücken Entzündungen in den Schleimbeuteln verursachen. Bei Beeinträchtigungen der Nerven treten in verschiedenen Körperregionen Funktionsstörungen auf. In Armen und Beinen kommt es zu Taubheitsgefühlen oder Kribbeln, in der Blase und im Enddarm treten Komplikationen wie Inkontinenz oder Harnverhalt auf. Ein Rundrücken wirkt sich also negativ auf die Leistungsfähigkeit und auf das Wohlbefinden auf.

Chronisch Kranke leiden deshalb oft auch an seelischen Beschwerden. Eine Behandlung birgt ebenfalls Risiken. So ist ein chirurgischer Eingriff mit der Gefahr von Nervenverletzungen, Blutungen und Infektionen verbunden. Wundheilungsstörungen und Nachblutungen verzögern den Heilungsverlauf und können gelegentlich größere Komplikationen hervorrufen.

Verordnete Schmerzmittel können vereinzelt Beschwerden auslösen wie beispielsweise Kopfschmerzen, Gliederschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden. In Wechselwirkung mit anderen Medikamenten oder Erkrankungen können sich mitunter weitere Probleme einstellen.

Behandlung & Therapie

Die erste Behandlungsoption bei einem Rundrücken ist in den meisten Fällen eine Physiotherapie. Dabei werden sowohl die Rücken- als auch die Brustmuskulatur gezielt trainiert und aufgebaut.

Hinzu kommen das Erlernen und die selbstständige Anwendung von speziellen Atemtechniken, die die falsch belastete Muskulatur entspannen und entlasten sollen. Daneben besteht die Möglichkeit des Tragens eines Korsetts, das dem jeweiligen Grad der Schwere des Rundrückens durch verschiedene Möglichkeiten der Einstellung angepasst werden kann.

In besonders schweren Fällen ist sogar eine Operation von Nöten. Bei einem durch einen Wirbelbruch ausgelösten Rundrücken wird z.B. eine sogenannte Kyphoplastie durchgeführt, bei der die gebrochenen Wirbel durch die Verwendung von Knochenzement wieder stabilisiert werden.

Einem durch mangelnde Bewegung und fehlerhafte Sitzhaltungen ausgelösten Rundrücken kann man am besten durch regelmäßigen Sport sowie eine korrekte Haltung beim Sitzen vorbeugen. Die meisten Fitnessstudios bieten heutzutage Kurse an, in denen Übungen durchgeführt werden, die speziell der Stabilisierung der Wirbelsäule sowie der Stärkung der Rückenmuskulatur dienen sollen.

Auch regelmäßiges Joggen oder Walking ist der Rückenmuskulatur und einer korrekten Haltung dienlich und kann der Entstehung eines Rundrückens entgegenwirken.

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Vorbeugung

Der Rundrücken ist ein weit verbreitetes Phänomen und sollte aufgrund seiner möglichen Folgen nicht unterschätzt werden. Doch verschiedene Therapien und Möglichkeiten zur Vorbeugung und Verhinderung wie beispielsweise Sport, können einem bereits bestehenden Rundrücken entgegenwirken oder ihn gar nicht erst zum Problem werden lassen.

Bücher über einen gesunden Rücken

Quellen

  • Gesenhues, S., Zisché, R.H., Breetholt, A. (Hrsg.): Praxisleitfaden Allgemeinmedizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Netter, F.H. et. al.: NETTERs Allgemeinmedizin. Thieme, Stuttgart 2006
  • Nixdorff, U.: Check-Up-Medizin. Thieme, Stuttgart 2009

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