Rotigotin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. August 2017
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Der Arzneistoff Rotigotin zählt zur Gruppe der non-ergolinen Dopaminagonisten und wird in der Therapie des Restless-Legs-Syndroms bzw. der Parkinson-Krankheit eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Rotigotin?

Rotigotin ist ein so genanntes Aminotetrolin- und Tiophen-Derivat, das dem Dopamin sehr ähnlich ist. Es ist liptophil und weist nur ein äußerst geringes Molekulargewicht auf, daher ist es für die Verabreichung in Form eines Pflasters sehr gut geeignet.

Pharmakologische Wirkung

An bestimmten Rezeptoren für den Botenstoff Dopamin ahmt Rotigotin die Wirkung dieses Stoffes nach, wobei dieser günstige Effekt durch die D3-, D2- und D1-Rezeptoren, die im Nucleus caudatus aktiviert werden, hervorgerufen wird. Der Nucleus caudatus ist im Endhirn (Großhirn) zu finden und ist mitverantwortlich für die Kontrolle von willkürlichen Bewegungen.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Der Arzneistoff Rotigotin zählt zur Gruppe der non-ergolinen Dopaminagonisten und wird in der Therapie des Restless-Legs-Syndroms bzw. der Parkinson-Krankheit eingesetzt.

Rotigotin wird im Frühstadium der Parkinson-Erkrankung eingesetzt, in späteren Stadien kann es auch mit Levopoda kombiniert werden. Darüber hinaus kommt der Arzneistoff auch beim Restless-Legs-Syndrom zum Einsatz. Die Anwendung erfolgt dabei in Form eines so genannten transdermalen Pflasters, aus dem sich der Wirkstoff freisetzt. Dadurch wird Rotigotin 24 Stunden lang kontinuierlich zugeführt, was zu einer Verbesserung der Beweglichkeit sowie zu einer Reduktion von Dyskinesien (Gehstörungen) führt.

Die Dosis liegt dabei zwischen 1 bis 16mg pro 24 Stunden und das Pflaster wirkt unabhängig von Resorptionsstörungen, Gastroparesen und Mahlzeiten. Das Medikament wird in vier verschiedenen Pflastergrößen angeboten, die entweder 2, 4, 6, bzw. 8mg Rotigotin innerhalb von 24 Stunden freisetzen.

Normalerweise wird das Medikament über einen längeren Zeitraum angewendet. Begonnen wird zunächst mit einer niedrigen Dosis, anschließend wird diese wöchentlich erhöht, bis der Patient die für ihn passende Dosis erreicht. Viele Patienten erreichen innerhalb von vier Wochen eine Dosierung von 6 bis 8mg pro Tag, wobei 8mg die Höchstdosierung darstellt. Patienten, die an einer fortgeschrittenen Parkinson-Krankheit leiden, erreichen nach etwa sieben Wochen die Höchstdosis von 16mg pro Tag.

Rotigotin wird jeden Tag zur selben Zeit aufgeklebt, wobei die Haut trocken, sauber und unverletzt sein sollte. Außerdem muss die Stelle jeden Tag gewechselt werden. Häufige Applikationsstellen sind dabei der Oberarm, die Hüfte, die Oberschenkel oder der Bauch.

In der Nähe des Pflasters sollten die Patienten keine Lotionen, Öle, Cremes oder andere Pflegeprodukte verwenden. Wird das Pflaster auf einen behaarten Bereich der Haut geklebt, so sollte die Stelle vor dem Anbringen des Pflasters drei Tage vorher rasiert werden.

In niedrigen Dosen wird Rotigotin auch beim Restless-Legs-Syndrom angewendet, bei dem es zu Zuckungen der Beine kommt, die nicht mehr selbst unter Kontrolle gehalten werden können.

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Risiken & Nebenwirkungen

Während einer Therapie mit Rotigotin können Nebenwirkungen wie zum Beispiel Schläfrigkeit, Schwindel, Erbrechen oder Übelkeit auftreten. Sehr selten leiden die Patienten auch unter chronischem Husten. Werden gleichzeitig Neuroleptika eingenommen, so kann die Wirkung des Arzneistoffes vermindert werden.

Über die Sicherheit des Medikaments während einer Schwangerschaft liegen bislang keine Daten vor, es kann jedoch erwartet werden, dass durch das Medikament die Milchbildung unterdrückt werden kann. Es empfiehlt sich daher, Rotigotin während der Schwangerschaft und der Stillzeit nicht anzuwenden.

In Kombination mit Levodopa können einige Nebenwirkungen wie Bewegungsstörungen, Wasseransammlungen in den Beinen oder Wahnvorstellungen häufiger auftreten, was vom Arzt auch berücksichtigt werden sollte. Außerdem sollte der Wirkstoff vor einer Kardioversion bzw. einem MRT abgesetzt werden.

Sorgfältig abgewogen werden muss auch das Risiko bei Patienten, deren Leberfunktion stark eingeschränkt ist, da hier Rotigotin nur sehr langsam abgebaut werden kann. Patienten, die auf Grund der Einnahme von Rotigotin an Schläfrigkeit bzw. Schlafattacken leiden, dürfen keine Fahrzeuge lenken bzw. eine Tätigkeit ausüben, durch die sie sich selbst oder andere Personen in Gefahr bringen können.

Rotigotin-Hautpflaster können darüber hinaus auch zu Hautreizungen führen, wobei es sich nicht um schwere Reaktionen handelt, es können jedoch Ulzerationen oder Blasenbildung auftreten. Während der Anwendung von Rotigotin werden auch regelmäßige Augenuntersuchungen empfohlen. Sollten Sehprobleme auftreten, so empfiehlt es sich, einen Arzt zu konsultieren.

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