Rote Lichtnelke

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2016
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Die Rote Lichtnelke, die auch unter dem Namen Rote Waldnelke bekannt ist, ist häufig als Zierpflanze in Parks zu finden. Dabei findet ihre Wirkung auch in der Heilmedizin Anerkennung.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Roten Lichtnelke

Die Rote Lichtnelke reiht sich in die Pflanzenart der Leimkräuter ein. Sie zählt, wie ihrem Aussehen zu urteilen, zur Familie der Nelkengewächse. Die mehrjährige Pflanze ist in Europa und in Westasien beheimatet. In Deutschland ist sie weitverbreitet und vereinzelt findet sie sich auch in Marokko. Vor allem im feuchten Milieu, wie auf Wiesen und Wäldern mit lockerem Boden gedeiht die Lichtnelke besonders gut. An sonnigen oder halbschattigen Standorten, die kalkarm sind, ist die Pflanze zu finden.

Die rote Lichtnelke erreicht eine Höhe von 50 Zentimetern bis zu einem Meter. Ihre Blüten, die rosa bis dunkelrot sind, blühen nur am Tag. Bewundert kann die Blüte innerhalb der Blütezeit zwischen Mai und November werden. Die Blüten haben keinen eigenen Geruch und aus der Blüte entwickeln sich kleine Samen. Die Samen bilden sich von Herbst bis in den frühen Winter und sind in einer Kapselfrucht (Fruchtknoten mit mehreren Fruchtblättern) eingebettet.

Die Samen sind dunkelbraun bis schwarz und mohnartig. Durch den Wind werden die Samen aus den Kapseln herausgeschüttelt, wodurch sich die Waldnelke besonders schnell vermehrt. Die rote Lichtnelke, die vor allem in einer Gruppe wächst, kreuzt sich gerne mit der ihr verwandten Lichtnelke. Deshalb gibt es oft Hybride (Mischlinge).

Wirkung & Anwendung

Welchen Gebrauch findet die rote Lichtnelke in unserer Gesellschaft und wird sie überhaupt noch verwendet? In der Volkskunde wurde die rote Lichtnelke als Medizin bei Schlangenbissen eingesetzt. Die Samen der Pflanze wurden mit einem Mörser zerstoßen und anschließend wurde zur Behandlung des Schlangenbisses der Brei aus den Samen auf die betroffene Stelle aufgetragen. Die entgiftende Wirkung trägt dabei zur Wundheilung bei.

Die rote Lichtnelke enthält außerdem wertvolle hämolytische Saponine. Saponine sind Substanzen, die in einer wässrigen Lösung nach dem Schütteln Schaum bilden. Der roten Lichtnelke wird nicht nur eine entgiftende Wirkung, sondern auch eine immunmodulierende Wirkung nachgesagt. Die Immunmodulation beeinflusst das Immunsystem und kann die natürliche Immunreaktion erhöhen. So dienen solche Pflanzen zur Behandlung von Infektionskrankheiten.

Heute wird die Lichtnelke vor allem als Zierpflanze in den privaten Gärten und Parks verwendet.

Die Wurzel der Waldnelke kann zur Hautreinigung verwendet werden. Die Wurzel wird mit kochendem Wasser übergossen werden und anschließend kann der Sud als Reinigungsmittel auf die Haut aufgetragen werden. Die Haut wird nach dem Auftragen mit lauwarmem Wasser abgewaschen. Aus dem Sud kann eine Tinktur hergestellt werden. Hierzu wird das abgeseihte Gebräu mit Alkohol aufgegossen und zieht in einem dunklen Gefäß für etwa zwei Wochen.

Die Tinktur kann zum Beispiel sparsam auf eine Hautreizung aufgetragen werden. Auch die Blüten der Lichtnelke werden verarbeitet. Hier ähnelt sich die Herstellung wie jene der Bachblüten. Die Essenz, die entsteht, soll die Entschlusskraft stärken. Dafür werden die blühenden Blüten sofort geerntet. Sie werden ausgekocht und öfters gefiltert, bevor sie in eine dunkle Flasche abgefüllt werden. Das Blütenwasser wird bis zur Hälfte mit Brandy aufgefüllt. Das macht die Essenz haltbar und somit hält diese unbegrenzt.

Eine andere Methode ist das Einlegen der Blüten in reines Quellwasser. Nach einer Ziehzeit von drei Stunden in der Sonne werden die ausgebleichten Blüten herausgefischt. Das Wasser wird abgefüllt und mit Brandy übergossen. Früher wurde die Wurzel der roten Lichtnelke als Seife verwendet. Heute nimmt die Heilpflanze keinen großen Stellenwert in der medizinischen Behandlung mehr ein. Einzig in kosmetischen Produkten, wie zum Beispiel Parfüms oder Cremes, ist die rote Lichtnelke ein häufiger Bestandteil.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Bei einer Anwendung der roten Lichtnelke ist äußerste Vorsicht geboten. Durch die Saponine, welche enthalten sind, kann eine Überdosis schwerwiegende Nebenwirkungen haben. Werden zu viele Saponine aufgenommen, können diese die Zellmembran schädigen. Werden diese intravenös verabreicht, wirken sie stark hämolytisch. Das bedeutet, dass sich die Membran der roten Blutkörperchen auflöst. Dadurch entsteht der Glaube, dass die rote Lichtnelke bei einer zu hohen Dosis giftig wirkt. Eindeutig bewiesen ist dies aber nicht.

Ausreichende Informationen über die Pflanze sind bei einer Einnahme unbedingt notwendig. Sprechen Sie die Einnahme mit einem Arzt oder einem Apotheker ab. Wenn eine Therapie mit einer roten Lichtnelke vorgenommen wird, sollte nach mindestens sechs Wochen eine Pause eingelegt werden. Dies gilt grundsätzlich bei pflanzlichen Therapiemethoden.

Die Bedeutung der roten Lichtnelke hat von Jahr zu Jahr abgenommen. Heute wird die Lichtnelke vor allem als Zierpflanze in den privaten Gärten und Parks verwendet. Durch die Samen, welche zwischen September und Dezember geerntet werden, ist die Pflanze leicht selbst zu züchten. Durch eine Aussaat im Frühling an einem sonnigen bis halbschattigen Standort gedeiht die Pflanze innerhalb weniger Wochen.

Durch das Aussäen vermehrt sich die Pflanze schnell von selbst, wenn die Samen im Herbst durch den Wind weitergetragen werden. Werden die Blüten geerntet, eigenen sich diese auch als Beigabe in einem Wildblütensalat. Es sollten die Blüten aber nur dann verwendet werden, wenn Sie sich absolut sicher sind, dass es sich um die Blüten der roten Lichtnelke handelt.

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