Rotavirus-Infektion

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Oktober 2017
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Die Rotavirus-Infektion ist eine hoch ansteckende Erkrankung, von der besonders häufig Kinder unter fünf Jahren betroffen sind. Rotaviren bewirken Durchfallerkrankungen, die sowohl sehr milde verlaufen als auch schwere Komplikationen verursachen können. Rotavirus-Infektionen sind in Deutschland meldepflichtig.

Inhaltsverzeichnis

Definition Rotavirus-Infektion

Eine Rotavirus-Infektion wird von den sogenannten Rotaviren verursacht. Der Name „Rota“ kommt vom Aussehen der Viren, denn sie sind rund wie ein Rad (lat. rota= das Rad). Die Rotavirus-Infektion gehört zu den Magen-Darm-Erkrankungen.

Die Viren können schwerste Durchfälle mit hohem Flüssigkeitsverlust verursachen. Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern kann dies zu gefährlichen Zuständen führen. In Ländern der Dritten Welt verlaufen Rotavirus-Infektionen häufig tödlich. Von den 100 Mio. Kindern, die jährlich in diesen Ländern erkranken, sterben vermutlich mindestens 600.000.

Von Rotavirus-Infektionen können jedoch auch Erwachsene betroffen sein. Häufig erfolgt die Ansteckung über infizierte Kinder. Besonders für ältere Menschen ist die Erkrankung gefährlich und in Seniorenheimen sind Rotavirus-Infektionen sehr gefürchtet. Genauso wie bei Kindern kann die Krankheit bei alten und geschwächten Menschen durch den hohen Flüssigkeitsverlust Komplikationen verursachen und einen tödlichen Verlauf nehmen.

Ursachen

Die Ursache für die Rotavirus-Infektion sind hochinfektiöse Viren. Schon eine kleine Menge dieser Rotaviren genügt um eine Erkrankung auszulösen. Haben sie einen Körper befallen, siedeln sie sich in den Falten der Dünndarmschleimhaut an und vermehren sich dort. Kurze Zeit später beginnt der Durchfall.

Die Viren werden von erkrankten Personen über den Darm wieder ausgeschieden. In jedem Stuhl von befallenen Patienten befinden sich Milliarden von Viren. Die Erreger sind so hochansteckend, da sie auch ohne Wirt sehr lange überleben können. Sie hängen an Toiletten, an Waschbecken und Türklinken, an Spielzeug und Geschirr, aber auch an den Händen von Erkrankten und werden so weitergegeben. Man spricht hier von Schmierinfektion.

Auch über Trinkwasser und Lebensmittel oder über das Wasser in Schwimmbädern kann der Erreger übertragen werden. Ist die Krankheit in einer Institution, wie einem Kindergarten oder Seniorenheim, ausgebrochen, so ist es äußerst schwierig die Ansteckung unter den Personen zu verhindern.

Es gibt zudem noch verschiedene Arten von Rotaviren, in Europa treten fünf verschiedene Typen auf. Ist man einmal an einer Rotavirus-Infektion erkrankt, so ist man nur kurze Zeit immun und nur gegen diesen einen Typ, der einen befallen hat.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Eine Rotavirus-Infektion kann sehr unterschiedlich verlaufen. Geschwächte Personen, alte Menschen oder Kleinkinder zeigen oft schwerere Symptome als ältere Kinder oder junge Erwachsene. Die Krankheit beginnt meist mit Durchfällen, die schnell wässrig werden. Dazu kommen Übelkeit, Erbrechen, krampfartige Bauchschmerzen und Fieber.

Manche Patienten leiden unter Atembeschwerden. Verlieren die Betroffenen durch die wässrigen Durchfälle zu viel Flüssigkeit, so besteht die akute Gefahr der Austrocknung (Dehydratation). Die ersten Anzeichen eines solchen extremen Flüssigkeitsmangels im Körper sind Kopfschmerzen, großer Durst, trockener Mund und ausgetrocknete Schleimhäute. Die Patienten müssen kein oder nur sehr wenig Urin ausscheiden.

Dazu kann eine gewisse Verwirrtheit auftreten. Ein Verdacht auf die Diagnose Rotavirus-Infektion wird allein durch die Art der Symptome nicht aufkommen, da sie ähnlich wie die einer harmlosen Darminfektion sind. Wenn jedoch typischerweise sehr viele Menschen gleichzeitig erkranken und die Verläufe schwerer sind, wird schnell ein Verdacht auf die Rotavirus-Infektion bestehen. Letztendliche Sicherheit bietet aber nur eine Stuhluntersuchung im Labor.

Komplikationen

Eine Rotavirus-Infektion ist oft mit hohem Fieber verbunden. Steigt die Körpertemperatur auf mehr als 41° Celsius, kann dies lebensbedrohliche Komplikationen nach sich ziehen. Häufig kommt es zum Beispiel zu Kreislaufbeschwerden und schließlich zum Kreislaufkollaps, der in jedem Fall im Krankenhaus behandelt werden muss. Der Flüssigkeitsmangel in Folge von Durchfall und Erbrechen kann zu Dehydration und dadurch zu körperlichen und geistigen Ausfallerscheinungen führen.

Bei Kindern, älteren Menschen und Erkrankten besteht Lebensgefahr. Bei Säuglingen muss eine Diarrhö im Rahmen einer Rotavirus-Infektion umgehend ärztlich behandelt werden, da der Flüssigkeitsverlust schnell zur Austrocknung führt. Die Behandlung einer Rotavirus-Infektion kann ebenfalls Komplikationen hervorrufen. Eine Infusion birgt das Risiko einer allergischen Reaktion oder eines allergischen Schocks.

Bei der Anlegung des Zugangs können Verletzungen auftreten, die sich entzünden können und im schlimmsten Fall eine Sepsis auslösen. Wenn der Zugang verrutscht, kann die Infusion ins umliegende Gewebe gelangen und unter Umständen schwere Weichteilschäden hervorrufen. Auch Ödeme oder Thrombosen sind nicht auszuschließen. Zuletzt können die verordneten Schmerzmittel und fiebersenkenden Präparate eine Reihe von Neben- und Wechselwirkungen sowie allergische Reaktionen auslösen.

Behandlung & Therapie

Eine gezielte Behandlung der Rotavirus-Infektion ist nicht möglich. Es existiert bis heute kein Medikament, mit welchen man die Rotaviren abtöten könnte. So besteht die Behandlung im Lindern der Symptome. Besonders wichtig ist der Ausgleich des Flüssigkeitsmangels im Körper.

Kleinere Kinder und ältere geschwächte Menschen werden meist stationär aufgenommen. Ihnen wird Flüssigkeit über eine Infusion zugeführt. Bei normal gesunden Erwachsenen genügt oft schon häufiges Trinken. Es sei denn, sie sind von sehr starker Übelkeit und von Erbrechen betroffen, so dass sie getrunkenes Wasser nicht bei sich behalten können. Dann wird auch eine Infusion für Flüssigkeitszufuhr sorgen. Die Infusionen enthalten für den Körper wichtige Mineralsalze, die durch den Durchfall ausgeschieden wurden und nun fehlen.

Sollte die Erkrankung milder verlaufen, so sind keine weiteren Maßnahmen nötig. Säuglinge dürfen weiter gestillt werden, Kleinkinder und Erwachsene sollten viel Wasser oder auch Kräutertees trinken. Zuckerhaltige Getränke sollten während einer Rotavirus-Infektion vermieden werden. Bauchschmerzen können durch sanfte Massagen und durch das Auflegen einer Wärmflasche gelindert werden.

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Vorbeugung

Am besten helfen ausgeprägte Hygienemaßnahmen gegen die Rotavirus-Infektion. Häufiges Händewaschen, besonders nach Toilettengängen und vor dem Essen, ist wichtig. Außerdem sollten Badezimmer und Toiletten ausreichend gereinigt werden. Inzwischen ist auch ein Impfstoff entwickelt worden, der bereits bei Säuglingen ab sechs Wochen angewendet werden kann.

Bücher über Rotavirus-Infektion

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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