Rotatorenmanschettenruptur (Rotatorenmanschettenriss)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. September 2017
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Die Rotatorenmanschettenruptur oder der Rotatorenmanschettenriss ist eine meist behandlungsbedürftige Verletzung im Schulterbereich. Zwar ist ein Vorbeugen nur eingeschränkt möglich, eine frühzeitige Therapie kann aber häufig eine volle Funktionsfähigkeit wiederherstellen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Rotatorenmanschettenruptur

Bei einer Rotatorenmanschettenruptur handelt es sich um einen Riss der sogenannten Rotatorenmanschette. Diese Rotatorenmanschette befindet sich in der Schulter und ist unter anderem mitverantwortlich für die Stabilisation des Schultergelenks.

Von einer Rotatorenmanschettenruptur können vier verschiedene Muskeln mit zugehörigen Sehnen betroffen sein, die zur Rotatorenmanschette gehören; so beispielsweise der Ober- oder Untergrätenmuskel oder der Unterschulterblattmuskel. Die Beschwerden, die mit einer Rotatorenmanschettenruptur einhergehen, sind unter anderem abhängig vom Ausmaß der Ruptur; allerdings führen nicht selten kleinere Rupturen zu größeren Schmerzen als dies schwerere Risse tun.

Charakteristische Anzeichen für eine vorliegende Rotatorenmanschettenruptur sind vor allem Schulterschmerzen, die in Abhängigkeit von verschiedenen Belastungen und Positionen der Rotatorenmanschette variieren. Typischerweise kommt es bei einer Rotatorenmanschettenruptur etwa zu Schmerzen bei einem seitlichen Armheben. Von einer Rotatorenmanschettenruptur betroffen sind vorwiegend Männer, die das 30. Lebensjahr bereits vollendet haben.

Ursachen

Einer Rotatorenmanschettenruptur können verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Dabei kommt es in den meisten Fällen nur dann zu einer Ruptur der Rotatorenmanschette, wenn entsprechende Sehnen bereits Vorschädigungen aufweisen. Eine mögliche Ursache einer Rotatorenmanschettenruptur liegt beispielsweise in einer sogenannten Degeneration, also in einem Verschleiß der Rotatorenmanschette.

Ein solcher Verschleiß kann beispielsweise begünstigt werden durch langjährige berufliche Tätigkeiten, die viele Überkopfarbeiten einschließen oder auch durch sogenannte Überkopfsportarten; zu diesen Sportarten zählen beispielsweise Golf oder Tennis.

Eine weitere Ursache einer Rotatorenmanschettenruptur kann in einer Beeinträchtigung der Sehnen liegen, die durch einen Platzmangel entsprechender Sehnen im Schulterbereich hervorgerufen werden. Und schließlich können auch Unfälle zu einer Rotatorenmanschettenruptur führen, bei denen es etwa zu Stürzen auf Schulter oder Arm gekommen ist.

Typische Symptome & Anzeichen

  • Schulterschmerzen
  • Riss odr Ruptur der Rotatorenmanschette im Bereich der Muskel-Sehnen-Kappe der Schulter
  • Oberarmschmerzen beim Darauf-Liegen in der Nacht oder bei Bewegung des betroffenen Armes

Diagnose & Verlauf

Rotatorenmanschettenruptur

Zu einer Verdachtsdiagnose Rotatorenmanschettenruptur kann es zunächst bereits auf der Grundlage typischer schmerzhafter Beschwerden an der Schulter kommen; auch eine charakteristische Schwächung der Muskulatur, die mit einer Rotatorenmanschettenruptur einhergeht, kann eine Verdachtsdiagnose erhärten.

Sowohl eine Muskelschwächung als auch eine Beeinträchtigung von Bewegungsabläufen können von einem Diagnostiker im Rahmen einer körperlichen Untersuchung mithilfe verschiedener Tests näher bestimmt werden. Zur detaillierten Diagnose können bei Bedarf in einem weiteren Schritt sogenannte bildgebende Verfahren genutzt werden; zu diesen zählen beispielsweise Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen.

Grundsätzlich hängt der Verlauf einer Rotatorenmanschettenruptur unter anderem ab von der Ausprägung der Ruptur. Wird eine Rotatorenmanschettenruptur allerdings frühzeitig erkannt und, falls notwendig, medizinisch behandelt, kann in den meisten Fällen eine volle Funktionsfähigkeit zurückgewonnen werden.

Komplikationen

Je nachdem wie stark ausgeprägt die Rotatorenmanschettenruptur ausfällt, sind verschiedene Komplikationen möglich. Dieses Risiko gilt als besonders hoch, wenn keine fachgerechte Behandlung des Risses stattfindet. Zu den denkbaren Folgeerscheinungen eines Risses der Rotatorenmanschette zählt der Gelenkverschleiß (Omarthrose) der Schulter.

In der Medizin wird diese Arthroseform auch als Defektarthropathie bezeichnet. Als mögliche Auswirkung gilt außerdem die sogenannte Frozen Shoulder (Schultersteife). Dabei zeigen sich Bewegungseinschränkungen des Schultergelenks, die sich selbst mit Hilfe einer Behandlung nicht mehr rückgängig machen lassen. Ist die Rotatorenmanschettenruptur verschleißbedingt, was bei den meisten Patienten der Fall ist, können die betroffenen Sehnen wiederholt in einem späteren Moment wieder reißen.

Je größer das Ausmaß des Vorschadens ausfällt, umso wahrscheinlicher ist auch ein erneuter Riss. Bei starken Beeinträchtigungen liegt die Häufigkeit wiederholter Rupturen bei rund 70 Prozent. Nach Berücksichtigung der Schweregrade kommt es durchschnittlich bei jedem vierten Patienten im Laufe seines Lebens zu einer erneuten Rotatorenmanschettenruptur.

Wird der Rotatorenmanschettenriss operativ behandelt, besteht ebenfalls das Risiko von Komplikationen. Dazu zählen in erster Linie Wundheilungsstörungen, Infektionen, Einschränkungen der Beweglichkeit, eine weitere Rotatorenmanschettenruptur sowie ein dauerhaftes Defizit der Kraft. Außerdem können Restbeschwerden zurückbleiben. Bei Verletzungen der Nerven drohen Lähmungserscheinungen oder Sensibilitätsstörungen.

Bis der Patient nach der Operation keine Beschwerden mehr spürt, kann es vier bis sechs Monate dauern. Tätigkeiten, die die Schulter belasten, dürfen erst wieder nach drei bis vier Monaten erfolgen, um negative Auswirkungen zu vermeiden.

Behandlung & Therapie

Meist macht eine Rotatorenmanschettenruptur eine medizinische Behandlung notwendig. Dabei richtet sich eine gezielte Therapie der Rotatorenmanschettenruptur nach verschiedenen Faktoren: Eine Rolle spielt zunächst die Schwere der vorliegenden Rotatorenmanschettenruptur; so kann beispielsweise ein vollständiger Riss, aber auch lediglich ein Anriss einer oder mehrerer Sehnen vorliegen.

Des Weiteren richtet sich eine angepasste Therapie unter anderem nach der Ausprägung der Schmerzen, nach dem Alter des Patienten und dem Grad der notwendigen Belastbarkeit der Rotatorenmanschette. Im Rahmen einer erfolgenden Therapie sollen Kraft und Funktionsfähigkeit der betroffenen Schulter wiederhergestellt und eine Schmerzfreiheit erzielt werden.

Die Behandlung einer Rotatorenmanschettenruptur kann entweder operativ oder konservativ (ohne den Einsatz chirurgischer Maßnahmen) erfolgen. Eine chirurgische Therapie der Rotatorenmanschettenruptur ist häufig mithilfe einer sogenannten Arthroskopie (einer Gelenkspiegelung) möglich; diese Methode, die auch als Schlüssellochchirurgie bezeichnet wird, macht eine sogenannte offene Operation mit großem Hautschnitt verzichtbar.

Mögliche Bausteine einer konservativen Behandlung der Rotatorenmanschettenruptur sind beispielsweise entzündungs- und schmerzhemmende Medikamente oder Injektionen sowie physiotherapeutische (krankengymnastische) Maßnahmen.

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Vorbeugung

Einer Rotatorenmanschettenruptur vorzubeugen, ist nur eingeschränkt möglich. Bei Vorschädigungen der Sehnen stellen langfristige Überkopftätigkeiten ein Risiko für das Erleiden einer Rotatorenmanschettenruptur dar. So kann es beispielsweise für Hobbysportler, die bereits eine Rotatorenmanschettenruptur erlitten haben, sinnvoll sein, einen Sport auszuüben, bei dem Arme und Schultern nur eingeschränkt belastet werden. Berufe, die häufige Überkopfarbeiten erfordern, sind beispielsweise die der Maler und Lackierer.

Bücher über Rotatorenmanschettenruptur

Quellen

  • Engelhardt, M. (Hrsg.): Sportverletzungen – Diagnose, Management und Begleitmaßnahmen. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Hüter-Becker, A., Dölken, M.: Physiotherapie in der Orthopädie. Thieme, Stuttgart 2015

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