Rosen-Malve

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2016
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Die Rosen-Malve ist trotz ihrer breit gestreuten Heilwirkung im Bereich vieler entzündlicher Beschwerden als Heilpflanze ein wenig in Vergessenheit geraten. Diese sommergrüne Pflanze ist nur ein Vertreter innerhalb der großen Malven-Familie und der Moschus-Malve am ähnlichsten. In Österreich ist die Malve als „blumiger Schutzschirm mit großer Heilkraft“ bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Rosen-Malve

Die Rosen-Malve (Malva alcea) gehört zur Familie der Malvengewächse. Ursprünglich war sie nur im Osten des Mittelmeerraums beheimatet, kam jedoch bereits in der Frühzeit mit den Menschen nach Mitteleuropa. In unseren Breitengraden ist sie ein Neophyt oder Archäophyt. Die kleine Pflanze ist recht anspruchslos, was die Wachstumsbedingungen angeht, denn sie gedeiht vorzugsweise auf Ödland auf Dämmen, an Wegrändern und Böschungen, oft in Siedlungsnähe.

Den einzigen Anspruch, den sie hat, ist stickstoff- und kalkhaltiger Boden, um optimale Wachstumsbedingungen vorzufinden. Es gibt jedoch auch Malvenarten, die einen schweren, nährstoffreichen Boden bevorzugen. Malvenpflanzen sind ein- bis zweijährige Gewächse, die immer aufwärts wachsen. Es gibt viele verschiedene Arten, die sich kaum auseinander halten lassen. Die bekanntesten Pflanzen innerhalb der Malvenfamilie sind die Rosen-Malve, die Wilde Malve und die Weg-Malve.

Die Rosen-Malve ist trotz ihrer breit gestreuten Heilwirkung im Bereich vieler entzündlicher Beschwerden als Heilpflanze ein wenig in Vergessenheit geraten.

Die Rosen-Malve ist eine sommergrüne Pflanze und kann bis zu 125 Zentimeter hoch wachsen und hat rosa, rote oder violette Blüten. Der aufrechte Stängel ist mit Sternhaaren und herkömmlichen Haaren ausgestattet, die Blattspreite der Laubblätter weisen eine gestielte Form auf. Am oberen Pflanzenteil wachsen die Laubblätter in tiefer Handform, eingeteilt in circa sieben Abschnitte. Sie sind zusätzlich gegliedert oder gezähnt. Die unteren Laubblätter wachsen rund bis nierenförmig und sind nur in geringem Maße geteilt.

Auffällig bei der Rosen-Malve sind die namengebenden rosa, fünfzähligen Blüten, die rundlich bis dreieckig wachsen. Das gesamte Blütenbild sieht ähnlich aus wie ein Stern. Weitere typische Merkmale sind die ausgerandeten rosa bis violetten Kronblätter und die vielen, zu einer ein Zentimeter langen Röhre verwachsenen Staubblätter, die den Blütenstempel umgeben. Die sommergrüne Pflanze blüht von Juni bis zum Frühherbst. Die Blüten sind geruchslos. Alle Malvenarten werden komplett genutzt.

Die Sammelzeit der Blätter und Blüten ist von Juni bis August, die Samen werden von August bis September entnommen. Die Wurzeln werden bereits im Frühjahr von März bis April gesammelt. Die Malve ist auch unter den volkstümlichen Namen Kratzenkrallen, Roßmalve, Pappel, Johannispappel, Hibiskus, Feldmalve und Gänsepappel bekannt.

Wirkung & Anwendung

Schon in der Urzeit nutzten die Menschen Malvengewächse zur Behandlung unterschiedlicher Beschwerden und Krankheiten. Alle Malvengewächse verzeichnen eine ähnliche Wirkung. Was für die Rosen-Malve anwendbar ist, lässt sich auch auf die weiteren Malvenarten übertragen. Die Rosen-Malve wirkt reizmindernd, entzündungshemmend und schleimlösend. Daher wird sie vorzugsweise im Erkältungsbereich bei Infektionen und Bronchitis angewendet.

Sie behandelt Entzündungen im Rachen, Mund und Hals und geht gegen Heiserkeit, Erkältungen, Fieber und Husten vor. Sie wird angewendet bei Entzündungen der Darm- und Magenschleimhaut, Stimmband- und Kehlkopfentzündungen, Blasenentzündung, Drüsenschwellung, Durchfall und Weißfluss.

Äußerlich angewendet wirkt sie wohltuend bei Schürf-, Stich- und Brandwunden und lindert Juckreiz und Rötungen von Insektenstichen. Als Inhaltsstoffe wirken Schleim- und Gerbstoffe als Hauptbestandteil. Die Naturheilkunde behandelt in diesem Fall wie die Homöopathie „Gleiches mit Gleichem“, da es vor allem die Schleimstoffe sind, die die beruhigende Wirkung auf alle Arten von Schleimhautreizungen und Schleimhautentzündungen entfalten.

Die Schleimstoffe entfalten in Verbindung mit Wasser ihre reizlindernde Wirkung. Phenolische Verbindungen und Anthocyane wirken entzündungshemmend. Die Blätter sind reich an Flavonoiden, die Blüten enthalten Anthocyane. Malvenblüten und Malvenblätter können für die gleichen Zwecke eingesetzt werden. Allerdings handelt es sich aufgrund der unterschiedlichen Wirkstoffe um verschiedene Therapiemaßnahmen. Die Malvenbestandteile werden vorzugsweise als Kräutertee verwendet.

Drei Teelöffel Malvenblätter werden mit Viertelliter kochendem Wasser übergossen. Nach 15 Minuten wird abgeseiht und der Kräutertee ist trinkfertig. Dieser Tee kann auch als Kaltansatz verwendet werden, von dem ungefähr drei Tassen pro Tag getrunken werden. Ein Blütenwein kann aus 50 Gramm Malvenblättern und einem Liter Weißwein bei Zimmertemperatur angesetzt werden. Nach zehn Tagen ist er verzehrfertig.

Zur Behandlung der zuvor genannten Beschwerden empfiehlt sich die Einnahme von zwei bis drei Esslöffeln Malvenwein täglich. Die Homöopathie verwendet die verschiedenen Malvenarten in Form von Globuli, die dieselbe Wirkweise entfalten wie die verwendeten Pflanzenbestandteile.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die pflanzlichen Inhaltstoffe der Rosen-Malve sind unbedenklich, da sie nicht giftig sind. Botanisch und wissenschaftlich werden die Malvenarten als Drogenpflanzen geführt. Malvenblätter werden gerne als Zutat im Salat verwendet und die Samen roh verzehrt. Sie haben einen mild-nussigen Geschmack und die gleiche Wirkung auf die Gesundheit wie die Blätter. Bei Malvenpräparaten sind Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten möglich, da sie die Aufnahme vermindern können.

Aus diesem Grund sollte zwischen der Einnahme von Medikamenten und Malve mehr als eine Stunde Abstand liegen. Malvenpräparate sind nicht einzunehmen bei Verschleimung der Atemwege, da ihre beruhigende Wirkung das Abhusten und die Ableitung verhindert. Die Wirkungsweise der Malvenpflanzen ist wissenschaftlich belegt. Die Kommission E des „Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinstoffe“ befürwortet die Therapie mit Malvenblüten und Malvenblättern „bei Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum und bei trockenem Reizhusten.“

Der „Europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie“ schränkt die Behandlungsempfehlungen ein auf die Verwendung „bei trockenem Husten, Schleimhautreizungen im Mund und im Rachen sowie bei gereiztem Magen.“

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