Rocky-Mountains-Fleckfieber

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. Oktober 2017
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Das Rocky-Mountains-Fleckfieber wird durch Bakterien der Gruppe Rickettsia rickettsii verursacht. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch verschiedene, in Nord-, Zentral- und Südamerika vorkommende Zeckenarten. Die Krankheit charakterisiert sich durch Kopfschmerzen, hohes Fieber und einen Hautausschlag als Begleiterscheinung der infektiösen Erkrankung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Rocky-Mountains-Fleckfieber?

Diese durch Zecken übertragene Infektionskrankheit Rocky-Mountains-Fleckfieber trägt ihren Namen, da sie erstmals im Gebiet der Rocky Mountains in den USA dokumentiert worden ist. Sie ist auf die westliche Hemisphäre beschränkt. Das Verbreitungsgebiet betrifft die gesamte USA, Kanada sowie Zentral- und Südamerika.

Die Hauptinfektionszeit liegt in den Monaten von März bis September, wenn Menschen sich in den Verbreitungsgebieten aktiver, adulter Zecken aufhalten. In den Südstaaten der USA besteht das ganze Jahr über Infektionsgefahr. Die höchste Inzidenz besteht bei Kindern unter zehn Jahren und Menschen, die sich in den Verbreitungsgebieten aufhalten.

Ursachen

Ursache ist der Biss einer mit Rickettsien infizierten Zecke, mit dem die Krankheitserreger auf den Blutkreislauf des Menschen übertragen werden. Der Mensch dient als Wirt für die Zecke. Rickettsien gehören zu den Bakterien, die ausschließlich im Inneren von tierischen oder menschlichen Zellen überleben können.

Zu den Überträgern des Rocky-Mountains-Fleckfiebers gehören verschiedene Schildzeckenarten wie die Ixodeszecke, Dermacentor andersoni (Buntzecke) und Dermacentor variabilis (Hundezecke). Daher wird das Rocky-Mountains-Fleckfieber auch als Zeckenbissfieber bezeichnet. Die pathologischen Läsionen zeichnen sich an den kleinen Blutgefäßen ab.

Rickettsien vermehren sich innerhalb geschädigter Endothelzellen. Blutgefäße können sich durch Thromben verschließen. Als Folge treten entzündliche Erkrankungen (Vaskulitis) der Haut, des Zentralen Nervensystems sowie in Herz, Lunge, Nieren, Leber und Milz auf. Bei schweren Krankheitsverläufen kommt es zu einer über den ganzen Körper verteilten Blutgerinnung in den Blut- und Lymphgefäßen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Inkubationszeit beträgt in den meisten Fällen sieben Tage, variiert jedoch auch in einem Zeitraum von drei bis zwölf Tagen. Je kürzer die Ansteckungsphase ausfällt, desto schwerer ist der Krankheitsverlauf. Die ersten Anzeichen machen sich durch heftigen Kopfschmerz, Schüttelfrost, Myalgien und Entkräftung bemerkbar.

Innerhalb weniger Tage steigt die Körpertemperatur auf 40 Grad Celsius an und bleibt bei schweren Krankheitsverläufen 15 bis 20 Tage auf diesem Niveau. Morgens kann es zu einem vorübergehenden Nachlassen der Symptome kommen. Weitere Symptome sind Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Muskelschmerzen und gerötete Augen.

Nach etwa fünf Tagen tritt ein massiver Hautausschlag auf, der an den Fuß- und Handflächen beginnt und sich anschließend über den gesamten Körper ausbreitet. Der Hautausschlag ist gekennzeichnet durch rote, kleine Flecken mit erhabenen PapelnPapelmuster, der teilweise mit kleinen Einblutungen (Petechien) einhergeht.

Dieser Ausschlag bereitet dem Patienten im Gegensatz zu den weiteren Symptomen meistens nur geringe Beschwerden. Bei schweren Krankheitsverläufen kann es zu Kreislaufstörungen, Nierenversagen, Schock, Störung der Nervenfunktion und Gelbsucht kommen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Kombination von Symptomen und Krankheitsverlauf ist von Fall zu Fall verschieden. Ein erhöhtes Risiko besteht für Kinder unter zehn Jahren, Patienten mit verzögerter Behandlung und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Wie schwer der Krankheitsverlauf ausfällt, hängt maßgeblich von einer frühen Behandlung ab. Durch die Behandlung mit Antibiotika ist es möglich, diese Infektionserkrankung innerhalb weniger Tage vollständig zu heilen.

Die Diagnose ist nicht einfach, da es keine eindeutigen Testmethoden gibt und die Symptome auch bei anderen, ähnlich verlaufenden Krankheitsbildern auftreten können. Besteht der Anfangsverdacht auf Rocky-Mountains-Fleckfieber, fragt der behandelnde Arzt den Patienten nach seinen Lebensumständen innerhalb der vorangehenden vierzehn Tage. Ein eindeutiger Hinweis auf diese Erkrankung sind Reisen, die der Patient unmittelbar vor Auftreten der ersten Symptome in die Verbreitungsgebiete unternommen hat.

Bestätigt sich der Anfangsverdacht durch die Aussagen des Betroffenen, geben Blutkulturen und Bluttests Aufschluss darüber, ob das Zeckenbissfieber tatsächlich vorliegt. Ungefähr zwei Wochen nach Krankheitsbeginn sind durch Rickettsia rickettsii verursachte Antikörper im Blut nachweisbar. Eine Differenzialdiagnose muss hinsichtlich dem Pfeifferischen Drüsenfieber, Masern, Meningitis (Hirnhautentzündung) und ähnlich verlaufenden Viruserkrankungen erfolgen.

Komplikationen

Im schlimmsten Fall kann es beim Rocky-Mountains-Fleckfieber zum Tod des Betroffenen kommen. Dieser tritt allerdings nur dann auf, wenn es nicht zu einer Behandlung kommt. Dabei kommt es zu Störungen des Kreislaufes und schließlich zu einem Nierenversagen, welches zum Tode führen kann. Die Betroffenen leiden beim Rocky-Mountains-Fleckfieber in erster Linie an starken Kopfschmerzen und an Schüttelfrost.

Auch eine dauerhafte Müdigkeit und Abgeschlagenheit des Patienten tritt dabei auf und wirkt sich sehr negativ auf die Lebensqualität des Betroffenen aus. Weiterhin kommt es auch zu Schmerzen an den Muskeln und zur Erbrechen oder zu einer Übelkeit. Die Augen sind gerötet und es kann auch zu einem Ausschlag auf der Haut kommen. Auch die Leber wird vom Rocky-Mountains-Fleckfieber negativ beeinflusst, sodass die Patienten an den Symptomen einer Gelbsucht leiden.

Aufgrund des geschwächten Immunsystems kommt es häufiger zu Infekten oder zu Entzündungen. Die Behandlung des Rocky-Mountains-Fleckfiebers erfolgt mit Hilfe von Antibiotika und führt relativ schnell zu einem positiven Krankheitsverlauf. Komplikationen treten in der Regel nur auf, wenn die Behandlung sehr spät eingeleitet wird. Bei einer erfolgreichen Behandlung wird die Lebenserwartung des Patienten aufgrund des Rocky-Mountains-Fleckfiebers nicht negativ beeinflusst.

Behandlung & Therapie

Um eventuelle Folgeschäden auszuschließen, muss die Therapie so früh wie möglich, spätestens ab dem fünften Tag, beginnen. Nach dieser Zeit sind die Heilungschancen erheblich schlechter. Diese Infektionserkrankung darf nicht unterschätzt werden, denn sie kann bereits ab dem achten Tag ohne Behandlung tödlich verlaufen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Patient zuvor gesund war oder nicht.

Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika aus der Gruppe der Tetrazykline mit dem Wirkstoff Doxycyclin. Das Arzneimittel wirkt gegen den Krankheitserreger Rickettsia rickettsii. Ist diese Therapie nicht möglich, verschreibt der Arzt das Arzneimittel Chloramphenicol. Neben diesen Antibiotika ist die Behandlung mit weiteren Medikamenten sinnvoll, die gegen die Symptome wie Fieber, Schmerzen, Übelkeit und Kraftlosigkeit vorgehen.

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Vorbeugung

Die vermutlich effektivste Vorbeugung wäre, die Risikogebiete Kanada, USA, Zentral- und Südamerika nicht zu bereisen, da die Zecken, die diese Infektionserkrankung übertragen, nur in diesen Regionen vorkommen. Da dies jedoch etwas übertrieben wäre, ist der beste Schutz geeignete Kleidung mit langen Armen, langen Hosen und Kopfbedeckung sowie festes Schuhwerk.

An den Hand- und Fußgelenken sollte die Kleidung zusätzlich mit Gummibändern gesichert werden. Lotionen, Sprays und ätherische Öle als Schutz gegen Mücken können einen geringen zusätzlichen Schutz bieten. Aufgrund des Geruchs und der Zusammensetzung der Substanzen haben Zecken es schwerer, sich in der Haut festzubeißen. Nach Aufenthalt in den Risikogebieten sollte der ganze Körper umgehend nach Zecken und weiteren Parasiten abgesucht werden.

Zecken sind sehr klein, der Wirt bemerkt den Biss aufgrund des Betäubungssekrets nicht. Schwer einsehbare Körperbereiche wie Hautfalten, die Zwischenräume zwischen den Zehen, Kniekehlen, Haaransatz und Nacken sollten eine besondere Aufmerksamkeit erfahren. Je eher eine Zecke entfernt wird, desto besser ist die Heilungsprognose.

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Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Kretschmer, H., Kusch, G., Scherbaum, H. (Hrsg.): Reisemedizin. Beratung in der ärztlichen Praxis. Urban & Fischer, München 2005
  • Hof, H., Dörries, R.: Medizinische Mikrobiologie. Thieme, Stuttgart 2014

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