Risikoschwangerschaft

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 3. Januar 2017
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Unter bestimmten Voraussetzungen kann aus einer Schwangerschaft schnell eine Risikoschwangerschaft werden. Das Alter der Schwangeren, bestimmte Vorerkrankungen, Probleme in vorhergehenden Schwangerschaften und auch eine Mehrlingsschwangerschaft bedeuten ein höheres Risiko für die Zeit der Schwangerschaft und auch für die Geburt.

Inhaltsverzeichnis

Ab wann ist es eine Risikoschwangerschaft?

Das Alter der Gebärenden spielt eine große Rolle für die Beurteilung der Schwangerschaft. Grundsätzlich gehören auf medizinischer Ebene alle Schwangeren unter 18 Jahren und über 35 Jahren zur Risikogruppe. Dies bedeutet natürlich keinesfalls, dass die Schwangerschaft gefährdet ist oder es Probleme geben muss.

Alleine aus Gründen der Sicherheit von Mutter und Kind bekommen Mütter, die der entsprechenden Altersgruppe angehören, in ihrem Mutterpass den Vermerk der Risikoschwangerschaft. Diese Mütter werden grundsätzlich während der Schwangerschaft intensiver überwacht, damit eventuell auftretende Probleme frühzeitig erkannt werden.

Ein weiterer Faktor für eine Risikoschwangerschaft sind bestehende oder vorangegangene Erkrankungen der Mutter. Dazu gehören natürlich gravierende organische Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Erbkrankheiten oder Diabetes. Bei Mehrfachmüttern sind auch die Verläufe der vorangegangenen Schwangerschaften und Geburten von Bedeutung.

Fehlgeburten, Kaiserschnitte und andere Probleme machen jede folgende Schwangerschaft zu einer Risikoschwangerschaft. Wer mehr als vier Kinder hat, wird auch ohne jeden anderen Risikofaktor intensiver überwacht und bekommt das Prädikat der Risikoschwangeren. Das Gleiche gilt für Mehrlingsschwangerschaften. Sollte die Mutter Alkohol, Medikamente oder Drogen konsumieren, tragen auch diese als Risikofaktor bei.

Auch noch während der Schwangerschaft können sich Umstände entwickeln, die eine besondere Kontrolle erfordern. Dazu gehören eine Gestose (Schwangerschaftsvergiftung), die Schwangerschaftsdiabetes, eine Plazentainsuffizienz oder eine Steißlage des Kindes.

Ein seltener Fall ist die Blutgruppen-Unverträglichkeit von Mutter und Kind, die auftreten kann, wenn Mutter und Kind die Rhesusfaktoren positiv und negativ haben. Bei der zweiten Schwangerschaft kann dies lebensbedrohlich für das Kind sein, daher ergibt sich für diese Diagnose auch eine Risikoschwangerschaft.

Kriterium Alter: Ab wann gilt es als risikoreich?

  • Schwanger unter 20

Junge Frauen unter 20 Jahren gelten grundsätzlich als risikoschwanger. Der Hormonhaushalt hat sich eventuell noch nicht richtig eingependelt, und auch auf seelischer Ebene kann eine Schwangerschaft in diesem Alter eine Belastung sein. Wichtig ist hier eine besonders intensive seelische und körperliche Betreuung. Mögliche Erkrankungen sind in diesem Alter unter Umständen noch nicht erfasst und können bei der Beurteilung der Schwangerschaft nicht berücksichtigt werden.

  • Schwanger über 35

Auch ein Alter über 35 Jahre ist ein möglicher Risikofaktor. Hier ist es aber ganz stark von der eigenen körperlichen und seelischen Verfassung und eventuell vorhandenen Erkrankungen abhängig, wie risikoreich die Schwangerschaft wirklich ist. Liegen sonst keine weiteren Probleme vor, und fühlt die Frau sich gut, muss sie sich von der Bewertung „Risikoschwangerschaft“ nicht verunsichern lassen.

  • Schwanger über 45

In einem Alter über 45 Jahren ist der körperliche Zustand der Mutter sehr wichtig. In diesem Alter sind häufig schon starke Veränderungen im Hormonhaushalt vorgegangen, was die Schwangerschaft beeinflussen kann. Häufig liegen in diesem Alter auch schon Erkrankungen vor. Es ist für diese Frauen noch wichtiger, sich wirklich zu schonen, und eine gute Betreuung auf allen Ebenen zu haben.

Tipps, um eine Risikoschwangerschaft besser durchzustehen

Für Mutter, die als risikoschwanger gelten, ist es wichtig zu wissen, warum sie in diese Kategorie fallen. Denn so unterschiedlich die ausschlaggebenden Faktoren sind, so verschieden sind auch die Wege, damit umzugehen. Der Grad des Risikos ist nicht bei allen Faktoren gleich.

Wenn das Alter der einzige Risikofaktor ist, und es sonst keine Probleme gibt, sollte die Mutter sich entspannen, und einfach den Kontakt zu ihrem Körper und dem Baby intensivieren. Dies gilt natürlich auch für alle anderen Risikofaktoren. Doch natürlich ist dann das Augenmerk stärker auf die bestehende Erkrankung oder die medizinischen Umstände, die den Grund für die Risikoschwangerschaft darstellen, zu richten.

Grundsätzlich gilt aber für jede werdende Mutter die Prämisse, eine erhöhte Achtsamkeit für die eigenen Bedürfnisse und Empfindungen zu entwickeln. In jeder Situation sind das Wohl von Mutter und Kind immer vorrangig. Dies bedeutet für viele Frauen ein Umdenken, denn häufig haben sie ihre eigenen Bedürfnisse bisher immer hinten angestellt.

Jetzt gilt: Je besser die Mutter für sich selbst sorgt, desto besser ist dies auch für das Baby. Eine Voraussetzung dafür ist ein authentischer Umgang mit sich selber und dem persönlichen Umfeld.

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Ab jetzt in die Schonhaltung!

Besonders bei Schwangerschaften mit hohen Risikofaktoren wie Erkrankungen der Mutter oder gravierenden Problemen in der Schwangerschaft ist es für die Mutter sehr wichtig, gut auf sich selbst und das Baby zu achten. Unter Umständen muss das ganze Leben umgestellt werden. Die schwangere Frau muss es zu ihrer oberste Priorität machen, sich zu schonen.

Dabei spielt aber das eigene Körpergefühl eine besondere Rolle, denn Schonen bedeutet nicht unbedingt, nun gar nichts mehr tun zu können. Wie weit die Schonung geht, wird natürlich von den vorliegenden Problemen und den Anweisungen von Hebamme und Ärzten abhängig sein.

Ansonsten ist es wichtig, dass die Frau ihre Intuition schult, und im wahrsten Sinne des Wortes ihr Bauchgefühl zu ihrem besten Ratgeber macht, denn die psychische Verfassung während der Schwangerschaft hat eine enorme Wirkung auf den Verlauf dieser Zeit und auch auf den Vorgang der Geburt.

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