Rippenprellung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. Oktober 2017
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Schnell ist es passiert: Man passt einen Moment nicht auf, stürzt und fällt ungünstig hin oder man stößt sich irgendwo. Meistens lässt der Schmerz schnell wieder nach. Wenn man aber anhaltende Schmerzen im Bereich des Rippenbogens hat, kann es sich um eine Rippenprellung (Rippenkontusion) handeln.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Rippenprellung?

Unter einer Rippenprellung versteht man eine von außen zugefügte stumpfe Verletzung oder Beeinträchtigung an den knöchernen Rippen. Bei einer Rippenprellung wirken, im Gegensatz zur Rippenfraktur, diese Kräfte aber nicht so stark, dass die Rippen brechen, sondern es bleibt an der Grenze zur Fraktur.

Das Gewebe vor den Rippen wird bei einer Rippenprellung gequetscht. Diese Quetschung führt zu Schwellungen und Reizungen der Nervenenden im Bereich der Knochenhaut. Betroffene spüren bei einer Rippenprellung meistens Schmerzen im Rippenbereich, die ihnen Beschwerden beim Atmen und bei Alltagstätigkeiten bereiten können. Häufig nehmen sie dann durch die Schmerzen eine Schonhaltung ein.

Ursachen

Eine Rippenprellung kommt am häufigsten bei Menschen vor, die ihren Körper viel beanspruchen. Besonders betroffen sind Kampfsportler wie Boxer oder Sportler in Mannschaftssportarten (z.B. Handball oder Fußball), weil sie in ständigem Körperkontakt und Schlägen mit anderen Mitspielern sind.

Auch Sportler in Sportarten mit einer erhöhten Sturzgefahr, wie beim Skilaufen oder Mountainbiken sind gefährdet, sich mit einer Rippenprellung zu verletzen. Bei älteren Menschen kommt es aufgrund der altersbedingt geringeren Elastizität der Knochen leichter zu Frakturen, als zu einer Rippenprellung.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Der Stützverband dient als Erste-Hilfe-Maßnahme bei Prellungen. Klicken, um zu vergrößern.

Eine Rippenprellung mit anhaltenden Beschwerden im Rippenbereich sollte immer gründlich untersucht werden, um festzustellen, ob es sich tatsächlich um eine Rippenprellung oder eine Rippenfraktur handelt.

Die Diagnose Rippenprellung ist gar nicht so leicht und kann selbst von einem erfahrenen Arzt nicht so einfach durch die manuelle Untersuchung ertastet werden. Selbst bei einer Röntgenuntersuchung ist es nicht ohne Weiteres möglich, eine Rippenprellung genau von einer Rippenfraktur zu unterscheiden.

Bei einer Rippenfraktur kann es zu inneren Verletzungen, wie einem Pneumothorax durch die Verletzung des Lungenfells kommen mit teilweise lebensbedrohlichen Folgen. Beim Pneumothorax dringt Luft aus der Lunge in den eigentlich luftleeren Pleuraspalt ein. In Folge dessen können sich die Lungenflügel beim Atmen nicht mehr richtig ausdehnen und der Gasaustausch wird behindert, was zu schweren Komplikationen wie Herz-Lungen-Versagen beim Spannungspneumothorax führen kann.

Der Verlauf einer Rippenprellung hängt vom Umfang der Verletzung ab. Eine Rippenprellung muss in Ruhe ausgeheilt werden, damit sich das Gewebe erholen kann. Ein Heilungsverlauf von ca. 3 bis 4 Wochen ist bei einer Rippenprellung die Regel. Während dieser Zeit muss man auf alle Tätigkeiten verzichten, die den Thoraxbereich anstrengen, wie schweres Heben, abrupte Drehbewegungen, etc. Gerade Sportler müssen sich daran halten, jedoch fangen sie nur zu oft und zu schnell nach einer Rippenprellung wieder mit dem Training an.

Komplikationen

Liegen aufgrund der Rippenprellung innere Verletzungen vor, kann es zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen. Eine typische Begleiterscheinung bei einer Rippenprellung ist der Spannungspneumothorax, in Folge dessen es zum Herz-Lungen-Versagen kommen kann. In weniger schweren Fällen führt eine Rippenfraktur zu starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

In Folge einer Bettlägerigkeit können sich zum Beispiel Durchblutungsstörungen, Ödeme, wunde Stellen und Infektionen entwickeln. Wenn sich der Betroffene während der Genesung abrupt bewegt, den Oberkörper zu weit nach links oder rechts dreht oder schwere Lasten hebt, besteht die Gefahr eines Bruchs oder einer Folgefraktur. Schwere Prellungen beeinträchtigen mitunter auch die Atemfähigkeit, was zu Aspiration und in der Folge zu einer Lungenentzündung führen kann. Vor allem bei Kindern, älteren Menschen und Erkrankten kann diese tödlich verlaufen.

Die Therapie einer Rippenprellung verläuft zumeist ohne größere Probleme. Schmerzmittel und abschwellende Medikamente können jedoch Komplikationen hervorrufen – häufig kommt es zu Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen und weiteren Nebenwirkungen. Bei regelmäßiger Einnahme besteht das Risiko von Herz- und Leberschäden. In Einzelfällen rufen entsprechende Präparate allergische Reaktionen hervor. Außerdem können Wechselwirkungen auftreten und weitere Komplikationen begünstigen.

Behandlung & Therapie

Eine Rippenprellung wird normalerweise konservativ behandelt, seltener durch eine Operation. Wegen der akuten Schmerzen bei einer Rippenprellung beim Atmen und Bewegen verordnet der Arzt meist ein Schmerzmittel. Sinnvoll bei einer Rippenprellung ist die Kühlung der betroffenen Stellen mit Kühlpackungen, vor allem auch, um einer Schwellung vorzubeugen.

Manchmal werden bei einer Rippenprellung abschwellende Medikamente verordnet. Eher selten wird ein elastischer Stützverband angelegt. Der Patient muss bei einer Rippenprellung den Thoraxbereich ruhig halten und unnötige Belastungen vermeiden.

Zusätzlich können physiotherapische Maßnahmen verordnet werden. Nur bei einer sehr schweren Rippenprellung muss auch eine Atemtherapie durchgeführt werden, um einer Lungenentzündung vorzubeugen, wenn z. B. aufgrund schwerer Atembehinderungen das angesammelte Sekret nicht richtig abgehustet werden kann.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Auch wenn man eine Rippenprellung nicht ganz vermeiden kann, gibt es wirksame Maßnahmen der Vorbeugung. Einer Rippenprellung durch einen Sturz kann man vorbeugen, indem man geeignetes Schuhwerk trägt. Im Sport hilft vor allem ein gutes Aufwärmtraining, das den Thoraxbereich gut durchblutet. Hierbei sollte man ein gesundes Trainingspensum einhalten, das den Körper nicht überfordert. Empfindliche Stellen können im Sport durch geeignete Maßnahmen geschützt werden.

Bücher über Knochenbrüche, Verletzungen & Unfälle

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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