Rippenfellentzündung (Pleuritis)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 30. September 2017
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Eine Rippenfellentzündung wird auch als Brustfellentzündung oder Pleuritis bezeichnet. Bei dieser Erkrankung entsteht eine Entzündung innerhalb einer dünnen Gewebsschicht zwischen Lunge und Brusthöhle. Diese Schicht nennt man Brustfell bzw. Pleura. Ursache für eine Rippenfellentzündung sind meist vorausgegangene Lungen- oder Bronchialerkrankungen. Typische Anzeichen für eine Rippenfellentzündung sind Schmerzen beim Ausatmen und Einatmen und daraus resultierende Kurzatmigkeit oder gar Atemnot.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Rippenfellentzündung (Pleuritis)?

Von einer sogenannten Rippenfellentzündung – in der medizinischen Fachsprache Pleuritis genannt – spricht man, wenn sich das hauchdünne Gewebe (Pleura genannt) entzündet, welches sich zwischen dem Brustkorb und der Lunge befindet.

Dieses Gewebe umfasst aber nicht nur die Lunge selber, sondern findet sich weitreichend im gesamten Brusthöhlen- und Rippenbereich. Daher verspüren Betroffene bei einer Rippenfellentzündung nicht immer nur im Lungenbereich starke Schmerzen, sondern im gesamten Brustbereich. In manchen Fällen kommt es zu anhaltender Kurzatmigkeit oder sogar zur Atemnot.

Ursachen

Eine Rippenfellentzündung tritt in den häufigsten Fällen als Folge einer vorhergegangenen Krankheit auf, die den inneren Brustbereich oder die Lunge betraf – beispielsweise nach einer schweren Lungenentzündung, einer schwerwiegenden Bronchitis oder auch einer Tuberkulose, da diese immer sehr viel Zeit zum gänzlichen Ausheilen benötigt.

Während der Krankheitsdauer sammelt sich, aufgrund des bestehenden Krankheitsbildes und der vorkommenden Symptome, meistens Wasser im gereizten Brustraum. In diesem sehr häufigen Fall spricht man medizinisch von einer feuchten Rippenfellentzündung. Jedoch trennen Mediziner diese Art der Rippenfellentzündung strickt von einer sogenannten trockenen Rippenfellentzündung, bei der das Gewebe eher aufgrund der atemtechnischen Anstrengungen und der bestehenden Entzündung befallen wird.

Eine Rippenfellentzündung tritt so gut wie nie als vollkommen eigenständige Erkrankung, also ohne eine entsprechende Krankheit im Vorfeld, auf. Leidet man als Patient unter einer solchen Erkrankung, kann man einer Rippenfellentzündung vorbeugen, indem man während des Krankheitsverlaufs das Immunsystem stärkt.

Typische Symptome & Anzeichen

Krankheitsverlauf

Patienten, die unter einer Rippenfellentzündung leiden, klagen meistens zunehmend über Schmerzen beim Husten und Atmen. Dabei beginnt der Schmerz eher unauffällig und steigt dann langsam mit dem Krankheitsverlauf an. In der Anfangsphase der Rippenfellentzündung können viele Betroffene den punktgenauen Schmerzherd noch deuten, später weitet sich der Druck allerdings, oftmals gemeinsam mit der Rippenfellentzündung, auf den gesamten Brustraum aus.

Sprich: Die Patienten klagen über starke Beschwerden in der ganzen Brust und nicht mehr nur im Lungenbereich. Mit dem Voranschreiten der Rippenfellentzündung verstärkt sich auch das Schmerzgefühl. Zu einem späteren Krankheitszeitpunkt klagen viele Menschen, die unter einer Rippenfellentzündung leiden, ebenfalls unter stets anhaltendem Druck im Rippenbereich.

Komplikationen

Sofern eine Therapie der Grunderkrankung erfolgt, zeigen sich meist keine gravierenden Auswirkungen. Wird eine Rippenfellentzündung jedoch nicht rechtzeitig behandelt, erhöht sich die Gefahr von Komplikationen. Zu den häufigsten Folgen der Brustfellentzündung zählt die sogenannte Pleuraschwarte. Sie zeigt sich in erster Linie bei einer exsudativen Pleuritis. Wenn die entzündeten Rippenfellabschnitte für einen längeren Zeitraum aufeinander liegen, ohne sich zu bewegen, können Rippenfell und Lungenfell miteinander verwachsen.

Dies führt wiederum zum Entstehen einer Pleuraschwiele oder Pleuraschwarte. Durch diesen Vorgang kommt es zu einer festen Verbindung zwischen Lunge und Brustkorb. Der Patient kann infolgedessen nicht mehr ungehindert atmen, weil bei jedem Atemzug weniger Luft aufgenommen wird. Selbst wenn die Pleuritis abgeheilt ist, liegen weiterhin Einschränkungen der Lungenelastizität vor. Um Brustfell und Lungenfell wieder voneinander zu lösen, bedarf es einer Operation.

Als gefürchtete Komplikation der Rippenfellentzündung gilt das Pleuraempyem, bei dem es sich um einen eitrigen Erguss handelt. Dabei wird der Pleuraspalt mit Flüssigkeit gefüllt. Ist das Ausmaß gering, bleibt das Pleuraempyem oftmals unbemerkt. Bei einer Zunahme des Volumens ist die Lunge jedoch nicht mehr imstande, sich genug zu entfalten, was das Atmen erschwert. Der Patient leidet schließlich unter Atemnot.

Ausgelöst wird ein Pleuraempyem zumeist von Bronchiektasen, eine bakterielle Lungenentzündung, einen Lungenabszess oder einem chirurgischen Eingriff innerhalb des Brustraums. Bemerkbar macht es sich an Husten, hohes Fieber, Nachtschweiß sowie die Einbuße von Gewicht.

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Behandlung & Therapie

Damit eine Rippenfellentzündung wirklich erfolgreich behandelt werden kann, muss sie so schnell wie möglich diagnostiziert werden. Wird die notwendige Therapie zeitnahe begonnen, heilt eine Rippenfellentzündung meistens ohne große Spätfolgen problemlos ab. Die Therapie bei einer Rippenfellentzündung zielt jedoch weniger darauf ab, die Pleuritis selber zu behandeln, sondern die verursachende Grunderkrankung.

Anders sieht es hingegen bei den Beschwerden selber aus: Die auftreten Schmerzen können, nach Absprache mit dem behandelnden Arzt, zum Beispiel mit sanfter Wärme gelindert werden. Außerdem muss eine strickte Bettruhe und Schonung eingehalten werden, da die Patienten bei einer Rippenfellentzündung meistens sehr kurzatmig sind. Medikamente kommen während einer Rippenfellentzündung immer nur dann zum Einsatz, wenn es sich mit der Grundkrankheit verträgt.

Außerdem werden oft Atemtherapien eingeleitet, die das tiefe Durchatmen – auch während der schmerzhaften Rippenfellentzündung – unterstützen sollen. Denn es muss verhindert werden, dass der Patient aus Angst vor Schmerzen nur kurze Atemzüge nimmt. Dadurch könnte das Rippenfell mit dem Brustkorb verwachsen. Ist dies der Fall, ist eine Operation nach der Rippenfellentzündung meistens unumgänglich.

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Quellen

  • Baenkler, H.-W., et al.: Kurzlehrbuch Innere Medizin. Thieme Verlag, Stuttgart 2010
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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