Rifttalfieber

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Oktober 2017
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Beim Rifttalfieber handelt es sich um eine Zoonose, deren Auslöser in Phleboviren liegt. Die Abkürzung des Rifttalfiebers lautet RVF und leitet sich vom englischen Begriff ‚Rift valley fever‘ ab. Das Rifttalfieber kommt vor allem bei Wiederkäuern als hämorrhagisches Fieber vor und ist auf den Menschen übertragbar. Dabei leiden die Patienten an grippeartigen Symptomen, die unter Umständen zum Tod führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Rifttalfieber?

Die Erstbeschreibung des Rifttalfiebers erfolgte im Jahr 1913 im Rifttal in Kenia. Grundsätzlich übertragen Phleboviren das Rifttalfieber. Es handelt es sich um eine infektiöse Krankheit bei Wiederkäuern, die sich in der Form eines hämorrhagischen Fiebers mitunter auch beim Menschen zeigt. 1931 entwickelte sich eine erste Epidemie des Rifttalfiebers, nach der sich die Krankheit in ganz Afrika verbreitet hat.

Lediglich in der Sahara und nördlich der Wüste kommt das Rifttalfieber kaum vor. Als das Rifttalfieber im Jahr 2000 erstmals auf der Arabischen Halbinsel vorkam, endete die Krankheit für über 160 Personen tödlich. Das Virus des Rifttalfiebers befällt normalerweise nur Wiederkäuer wie Rinder, Schafe, Ziegen und Kamele. Durch spezielle Vektoren ist das Rifttalfieber allerdings auch auf den Menschen übertragbar, etwa durch Stechmücken der Gattungen Aedes oder Culex. Im europäischen Raum ist das Rifttalfieber bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorgekommen.

Ursachen

Bei den Auslösern des Rifttalfiebers handelt es sich um spezielle Phleboviren. Die Übertragung der Viren auf den Menschen erfolgt vor allem durch Vektoren. Beim Rifttalfieber fungieren insbesondere Stechmücken als Überträger der Krankheit. Das Virus selbst zählt zu den Bunyaviridae, das bevorzugt die Stechmückenarten Aedes und Culex übertragen.

Neben einer Infektion über Steckmücken erkranken einige Menschen auch durch Kontakt mit erkrankten Wiederkäuern am Rifttalfieber. Einem besonderen Risiko sind Personen ausgesetzt, die in den Hauptverbreitungsgebieten des Rifttalfiebers leben oder dorthin reisen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung am Rifttalfieber erhöht sich durch den Kontakt oder Verzehr von rohem Fleisch, Blut oder Kot der infizierten Tiere.

Zudem stecken sich einige Patienten über Keime in der Luft am Rifttalfieber an. Außerdem ist eine Übertragung des Rifttalfiebers zwischen Menschen durch den Austausch von Blut möglich. Aus diesem Grund ist eine Behandlung der Patienten in strenger Quarantäne erforderlich.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Das Rifttalfieber äußert sich beim Menschen in tendenziell unspezifischen Symptomen, die denen einer Grippeerkrankung ähneln. Die Beschwerden des Rifttalfiebers beginnen meist nach einer Inkubationszeit von drei bis zehn Tagen nach der Infektion mit dem Erreger. So leiden die Patienten infolge des Rifttalfiebers an Kopfschmerzen und Muskeln, einer erhöhten Körpertemperatur sowie Übelkeit.

Mitunter ergeben sich durch das Rifttalfieber schwerwiegende Verläufe, bei denen die Personen an einer Meningitis, Hepatitis oder Enzephalitis erkranken. Zudem entwickeln einige Menschen durch das Rifttalfieber ein hämorrhagisches Fieber und eine Retinitis. In schweren Fällen erblinden die Patienten durch das Rifttalfieber. Grundsätzlich kommt das Rifttalfieber beim Menschen vor allem im Rahmen von Epidemien bei Tieren vor.

Die Patienten infizieren sich entweder über die Luft oder durch Kontakt zu kranken Wiederkäuern. Etwa ein Prozent der erkrankten Personen entwickelt einige Tage nach Beginn des Rifttalfiebers ein schweres hämorrhagisches Fieber sowie eine Hepatitis. An den Komplikationen versterben zahlreiche Menschen. Klingt das Fieber ab, entwickeln sich bei einigen Personen eine tödlich verlaufende Entzündung der Hirnhaut sowie eine Netzhautentzündung.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose des Rifttalfiebers ist von einem Facharzt zu stellen, beispielsweise von einem auf Tropenkrankheiten oder Zoonosen spezialisierten Arzt. Die Anamnese des Patienten berücksichtigt einen möglichen Kontakt zu infizierten Tieren sowie Aufenthalte in Risikogebieten des Rifttalfiebers. Bei der klinischen Untersuchung der am Rifttalfieber erkrankten Personen spielen Blutanalysen eine wichtige Rolle.

Ab dem vierten Tag nach Beginn des Rifttalfiebers ist eine Infektionsserologie durchführbar. Dabei weist der Arzt das Virus sowie die entsprechenden Antikörper nach. Auf diese Weise ist eine relativ sichere Diagnose des Rifttalfiebers möglich.

Komplikationen

Durch das Rifttalfieber ergeben sich mitunter schwerwiegende gesundheitliche Komplikationen. Häufig erkranken die Personen an einer Meningitis, Hepatitis oder Enzephalitis. In Folge einer Gehirnhautentzündung kann es zu einer Blutvergiftung, einem septischen Schock und schließlich zum Organversagen und dadurch zum Tod kommen.

Die Hepatitis kann unter anderem Leberzirrhose und Leberkrebs hervorrufen, während die Enzephalitis meist zu Krampfanfällen oder zu einer Schwellung des Gehirns führt. In schweren Fällen kann das Rifttalfieber ein hämorrhagisches Fieber und eine Retinitis (Entzündung der Augennetzhaut) nach sich ziehen. Bei vielen Menschen verlaufen diese Komplikationen tödlich. Die Behandlung via Ribavirin ist mit verschiedenen Nebenwirkungen verbunden.

Häufige Beschwerden sind Hautausschläge, Rötung und Schwellung der Haut sowie eine leichte Verkrampfung der Atemmuskulatur. Seltener treten Kopfschmerzen, Atemnot, eine beschleunigte oder verlangsamte Atmung, Husten oder eine leichte Blutarmut auf. In Einzelfällen kann es zu schwerer Blutarmut kommen. In Kombination mit anderen Präparaten wie Interferon alpha 2b können außerdem Mundtrockenheit, Muskel-, Knochen- und Gelenkbeschwerden sowie eine Reihe anderer Wechselwirkungen auftreten. Bei Kindern können Wachstumsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten, Abgeschlagenheit und bei bestehenden Herzkrankheiten Störungen der Herzfunktion auftreten.

Behandlung & Therapie

Die Erkrankung am Rifttalfieber ist grundsätzlich meldepflichtig, sowohl bei einem Vorkommen beim Tier als auch beim Menschen. Aktuell existieren noch keine Möglichkeiten, das Rifttalfieber bei erkrankten Personen zu heilen. In Tierexperimenten hat der medizinische Wirkstoff Ribavirin eine gewisse Wirksamkeit gezeigt.

Prinzipiell ist es für Reisende in Risikogebieten empfehlenswert, eine Expositionsprophylaxe durchzuführen und damit dem Rifttalfieber vorzubeugen. Dementsprechend ist die Verwendung von Insektenabwehrmitteln sowie schützender Kleidung anzuraten. Zwar existieren bereits Impfstoffe gegen das Rifttalfieber mit relativ guter Wirksamkeit. Deren Einsatz ist bisher jedoch in Deutschland nicht erlaubt.

Hinsichtlich der fehlenden kurativen Therapiemöglichkeiten erfolgt die Behandlung des Rifttalfiebers in erster Linie symptomatisch. Bei schweren Ausprägungen des Rifttalfiebers erhalten die Patienten das antibiotische Arzneimittel Ribavirin.

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Vorbeugung

Eine sichere Prävention des Rifttalfiebers ist nicht möglich. Allerdings lässt sich dem Rifttalfieber durch bestimmte Vorkehrungen teilweise vorbeugen. So ist eine Expositionsprophylaxe für Menschen in den Endemieregionen von großer Bedeutung. Neben einem Schutz vor Stechmücken durch Insektenabwehrmittel und lange Kleidung ist auch der Kontakt zu kranken Wiederkäuern zu vermeiden. Auch das Berühren oder Verzehren von rohem Fleisch und Blut sind nicht zu empfehlen. Impfstoffe gegen das Rifttalfieber sind vorhanden, aktuell aber noch nicht in Deutschland einsetzbar.

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Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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