Rifabutin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Rifabutin wird zu den Tuberkulostatika gezählt. Dabei handelt es sich um spezielle Antibiotika zur Therapie von Tuberkulose.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Rifabutin?

Bei Rifabutin handelt es sich ein Antibiotikum, das der Gruppe der antibiotischen Bakterizide entstammt. Es wird unter dem Handelsnamen Mycobutin® vertrieben und stellt ein halbsynthetisches Rifamycin-Derivat dar. Dieses eignet sich zur Behandlung von Mykobakterien sowie von gram-positiven und gram-negativen Infektionen.

Rifabutin gehört den Tuberkulostatika an. Das bedeutet, dass der Arzneistoff speziell zur Behandlung von Tuberkulose Verwendung findet. In der Regel wird die Tuberkulosebehandlung in Kombination mit weiteren Tuberkulostatika wie zum Beispiel Rifampicin, Isoniazid, Ethambutol oder Pyrazinamid durchgeführt, um der Entstehung von Resistenzen entgegenzuwirken.

Die Zulassung von Rifabutin erfolgte in Europa Mitte der 1990er Jahre. Seit 2011 steht der Wirkstoff auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der WHO (Weltgesundheitsorganisation).

Pharmakologische Wirkung

Die Wirkungsweise von Rifabutin ähnelt der von Rifampicin. So wird auch von Rifabutin die DNS-abhängige RNS-Polymerase von empfindlichen Bakterien gehemmt, wodurch es zu einer Blockade der Proteinsynthese der Keime kommt. Des Weiteren liegen Hinweise darauf vor, dass auch die DNS-Synthese der Bakterien in Mitleidenschaft gezogen wird.

Zum Teil kann Rifabutin seine positive Wirkung auch gegen Mycobacterium tuberculosis-Stämme entfalten, die gegen Rifampicin resistent sind. Im Unterschied zu Rifampicin fällt die Aktivität von Rifabutin wesentlich höher aus, was auf die Hemmung der RNS-Polymerase zurückzuführen ist. Während bereits rund 94 Prozent aller Mykobakterien über eine Resistenz gegen Rifampicin verfügen, sind es bei Rifabutin lediglich ca. 20 Prozent, was ein weiterer Vorteil des Tuberkulostatikums ist. Darüber hinaus kommt es bei Rifabutin zu einer biologischen Aktivität gegen die Bakteriengattung Heliobacter.

Wird Rifabutin über den Mund eingenommen, verstärkt sich seine Wirkung durch die gleichzeitige Aufnahme von proteinhaltigen Nahrungsmitteln. Die Verstoffwechslung des Antibiotikums findet teilweise über die Leber statt. Zu 85 Prozent binden sich die Rifabutin-Anteile an Protein (Eiweiß). Seinen höchsten Stand im Blutplasmaspiegel des Organismus erzielt Rifabutin nach einem Zeitraum von etwa sechs bis acht Stunden. Aus dem Körper gelangt der Wirkstoff zum größten Teil über die Nieren. Die Halbwertszeit des Tuberkulostatikums schwankt zwischen 28 und 62 Stunden.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Rifabutin wird zu den Tuberkulostatika gezählt. Dabei handelt es sich um spezielle Antibiotika zur Therapie Tuberkulose.

Zur Anwendung kommt Rifabutin, um bei AIDS-Patienten einer Infektion mit dem Mycobacterium avium-intracellulare (MAI) vorzubeugen. Ebenso ist eine Behandlung bei einer MAI-Infektion möglich. Diese erfolgt in Kombination mit anderen Antibiotika wie Ethambutol, Azithromycin und Clarithromycin. Außerdem greift die Medizin auf Rifabutin zurück, um eine multiresistente Tuberkulose zu behandeln.

Ferner wirkt Rifabutin gegen bakterielle Erreger wie Mycobacterium paratuberculosis, Mycobacterium leprae und Chlamydia pneumoniae. Weiterhin ist auch eine Therapie der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn möglich.

Als übliche Dosis für die Einnahme von Rifabutin gelten 450 bis 600 Milligramm Rifabutin pro Tag. Erfolgt jedoch eine gleichzeitige Verabreichung von Clarithromycin, verringert sich die Tagesdosis auf 300 Milligramm. Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel sechs Monate. Zur Prophylaxe von MAC-Infektionen (Mycobacterium avium complex) bei AIDS-Patienten liegt die übliche Tagesdosis bei 300 Milligramm. Damit keine Resistenzentwicklungen auftreten, ist es ratsam, im Vorfeld Infektionen mit Mykobakterien auszuschließen.

Erhielten die Patienten zuvor andere Tuberkulostatika, gilt eine Erhöhung der Dosis auf 300 bis 450 Milligramm als empfehlenswert. Ein Aufstocken der Dosis ist besonders bei Patienten sinnvoll, bei denen eine Immunsuppression besteht. Die Einnahme von Rifabutin lässt sich zu jeder Tageszeit und unabhängig von den Mahlzeiten durchführen. Dabei erfolgt die Einnahme der Kapsel einmal am Tag.

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Risiken & Nebenwirkungen

Bei der Anwendung von Rifabutin ist das Auftreten von unerwünschten Nebenwirkungen möglich. Sie ähneln den Nebeneffekten bei der Einnahme von Rifampicin. So kommt es häufig zu einem Anstieg der Leberenzyme, Übelkeit und Erbrechen. Weitere denkbare Nebenwirkungen können Hautausschlag, Schmerzen im Oberbauch, Durchfall, Schmerzen in der Brust, Veränderungen des Geschmackssinns, migräneähnliche Kopfschmerzen, Halsschmerzen, grippeartige Symptome, Blutergüsse, Angstzustände oder Gelbsucht sein. Mitunter verfärben sich Stuhl, Urin, Schweiß, Tränenflüssigkeit und Speichel im Rahmen der Rifabutin-Behandlung orange-braun.

Von einer Einnahme von Rifabutin ist abzusehen, wenn beim Patienten eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff vorliegt. Es besteht dadurch die Gefahr, dass es zu einen Bronchospasmus, einer Eosinophilie (Sonderform der Leukozytose) oder einen Schock kommt. Durch eine Kombinationsbehandlung mit Clarithromycin liegt zudem das erhöhte Risiko einer Regenbogenhautentzündung (Uveitis) vor.

Als Nachteil von Rifabutin gilt die ausgeprägte Wahrscheinlichkeit von Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, wie etwa jenen zur Behandlung von AIDS. So ist es möglich, dass die Wirkung der Präparate abgeschwächt wird. Zu den betroffenen Mitteln zählen Antikoagulantien, Schmerzmittel wie Opioide, hormonale Kontrazeptiva, Glukokortikoide sowie die Wirkstoffe Phenytoin, Digitoxin, Cotrimoxazol und Dapson.

Die Wirkungsweise von Rifabutin kann wiederum durch die zeitgleiche Gabe von Arzneistoffen wie Cimetidin, Erythromycin, Clarithromycin, Ketoconazol und Fluconazol beeinträchtigt werden.

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