Riesenzelltumor

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 27. Oktober 2016
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Unter einem Riesenzelltumor wird ein Tumor am Knochen verstanden. Der Riesenzelltumor wird synonym auch mit dem medizinischen Fachbegriff Osteoklastom bezeichnet. Die Dignität des Tumors ist im überwiegenden Teil der Fälle nicht eindeutig. Der Name des Riesenzelltumors leitet sich von seinem unter dem Mikroskop sichtbaren typischen Aussehen ab. Hier zeigen sich große Zellen mit mehreren Kernen, die als Riesenzellen bezeichnet werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Riesenzelltumor?

Der Ursprung des Riesenzelltumors liegt in jenen Zellen, die sich zwischen den Riesenzellen befinden. Diese Zellen weisen Ähnlichkeiten zu Fibroblasten auf. In einigen Fällen kommt es zu Verwechslungen des Riesenzelltumors am Knochen mit einem Tumor an den Sehnenscheiden, der sich ebenfalls durch Riesenzellen auszeichnet.

Tatsächlich liegen jedoch zwei vollkommen verschiedene Krankheiten vor. Der Grad der Bösartigkeit des Tumors ist anhand der Mitosen und Zellen mit krankhaften Eigenschaften festzustellen. Ein Riesenzelltumor tritt häufig in den sogenannten Epiphysen auf, die sich im Inneren der langen Röhrenknochen befinden.

Dabei zeichnet sich der Tumor durch ein aggressives Wachstumsverhalten aus, weshalb er auch als semimaligne Erkrankung betrachtet wird. Oftmals kommt der Riesenzelltumor in der Nähe des Kniegelenks, des proximalen Humerus oder des distalen Radius vor. Circa jeder 7. Tumor an den Knochen, der einen benignen Charakter aufweist, ist ein Riesenzelltumor.

Ursachen

Die Ursachen, die zur Bildung von Riesenzelltumoren führen, sind nach dem heutigen Kenntnisstand der medizinischen Wissenschaft noch nicht vollständig geklärt. Zwar existieren diverse Theorien über potenzielle Gründe zur Entstehung des Tumors, jedoch liegen bisher keine gesicherten Aussagen vor. Mehrere Studien und Forschungsvorhaben arbeiten jedoch an der Aufklärung der Ursachen für Riesenzelltumoren.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Ein Riesenzelltumor geht mit verschiedenen Symptomen und Beschwerden einher, die sich je nach Einzelfall unterscheiden. So kommt es im Rahmen der Erkrankung zum Beispiel zu Schmerzen und Schwellungen im betroffenen Bereich. Auch sind pathologische Frakturen möglich, die durch den Riesenzelltumor begünstigt werden.

Im überwiegenden Teil der Fälle bilden sich Riesenzelltumoren im Bereich der Gliedmaßen. Lediglich in 25 Prozent der Fälle zeigen sich die Tumoren am Rumpf. Treten Riesenzelltumoren an den Extremitäten auf, beschränken sie sich in der Regel auf die Epiphyse an den großen Röhrenknochen. Dabei stellen sie eine der häufigsten nicht malignen Arten von Tumoren am Knochen dar.

Bedingt durch ihre Lokalisation in der Epiphyse kommen sie sehr oft in der Nähe der Gelenke vor, zum Beispiel am Kniegelenk. Im überwiegenden Teil der Fälle erkranken jugendliche Patienten oder junge Erwachsene an dieser besonderen Art von Knochentumor. Häufig vergeht viel Zeit, bevor der Riesenzelltumor entdeckt wird.

Denn Riesenzelltumoren wachsen grundsätzlich sehr langsam, selbst wenn es sich um aggressive Formen handelt. Auch lösen sie bei vielen Personen keine Schmerzen aus. Darüber hinaus führen Riesenzelltumoren nur in seltenen Fällen zur Ausbildung von Tochtergeschwülste an weiteren Körperbereichen. Allerdings wachsen Riesenzelltumoren häufig in das umgebende Gewebe ein.

Typisch ist auch, dass Riesenzelltumoren nach einer chirurgischen Entfernung dazu neigen, Rezidive zu bilden. Grundsätzlich sind die individuellen Symptome stark abhängig von der jeweiligen Lokalisation des Riesenzelltumors. So sind Schmerzen in den Gelenken möglich, wobei zum Teil auch die Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt ist. Zudem treten in einigen Fällen Ergüsse in nahe gelegene Gelenke auf.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Zur Diagnose von Riesenzelltumoren stehen verschiedene untersuchungstechnische Optionen zur Verfügung. Es liegt im Ermessen des behandelnden Arztes, über deren Einsatz zu entscheiden. Bevor klinische Untersuchungen durchgeführt werden, analysiert der Arzt die Krankengeschichte der betroffenen Person.

Im Anschluss daran sind Röntgenuntersuchungen, eine Kernspintomographie sowie eine Biopsie möglich. In der Regel kommen stets bildgebende Verfahren zum Einsatz. Bei der Röntgenuntersuchung zeigen sich sogenannte osteolytische Bereiche, die auf den Riesenzelltumor hinweisen. Der Tumor führt zu einer Aufweitung des betroffenen Knochens, zudem treten unter Umständen Weichteilinfiltrationen auf.

Behandlung & Therapie

Ein Riesenzelltumor lässt sich mit verschiedenen Maßnahmen therapieren. Grundsätzlich hängt die Behandlung vom Alter des Patienten sowie dessen Krankengeschichte ab. Oftmals wird entweder eine Resektion oder eine Kürettage durchgeführt, wobei die betroffene Stelle mit Knochenzement aufgefüllt wird.

In einigen Fällen ist es notwendig, das erkrankte Gelenk zu ersetzen oder zu rekonstruieren. Grundsätzlich werden im Anschluss an chirurgische Eingriffe physiotherapeutische Sitzungen verordnet, um die Beweglichkeit und Muskelkraft wiederzuerlangen. In der Regel ist eine mehrjährige Nachsorge erforderlich, um mögliche Rezidive rasch zu erkennen.

In einigen Fällen kommen auch chemische Wirkstoffe wie zum Beispiel Phenol zum Einsatz, um sämtliche Tumorzellen zu beseitigen. Sehr selten, bei weniger als fünf Prozent aller betroffenen Personen, kommt es in Verbindung mit dem Riesenzelltumor zu einer Metastasierung. Diese betrifft im überwiegenden Teil der Fälle die Lunge.




Vorbeugung

Im Hinblick auf wirksame Maßnahmen und Methoden zur Prävention von Riesenzelltumoren sind nach dem heutigen Stand der medizinischen und pharmazeutischen Wissenschaft keine gesicherten Aussagen möglich. Dies liegt in erster Linie daran, dass bisher zu wenig über die Ursachen der Entstehung von Riesenzelltumoren bekannt ist.

Auch zeigen Riesenzelltumoren in zahlreichen Fällen über längere Zeit keine oder nur schwache Symptome und werden aus diesem Grund oft erst spät erkannt. Wichtig ist daher die rasche Abklärung von Beschwerden.

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