Rhizarthrose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. Oktober 2017
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Der Daumen ist an 25 Prozent der täglichen Aktivitäten beteiligt. Verursacht der Daumen aber Schmerzen oder kommt es zum tatsächlichen Funktionsverlust, entsteht in weiterer Folge ein enormer Leidensdruck. In der Regel ist die Rhizarthrose für Daumenschmerzen verantwortlich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Rhizarthrose?

Das Daumensattelgelenk sorgt für die Verbindung des ersten Mittelhandknochens mit der Handwurzel, sodass eine Verbindung zur Daumenbasis besteht. Kommt es zu einer Rhizarthrose, einer Arthrose des Daumensattelgelenks, treten in weiterer Folge Schmerzen auf, die - je nach Krankheitsverlauf - immer stärker werden können.

Ursachen

Eine Ursache, warum es zu einer Rhizarthrose kommt, kann die mechanische Überbeanspruchung des Daumens sein. Mitunter kann auch eine Bandinstabilität eine Rhizarthrose auslösen. Der Schmerz wird durch den abgenützten Gelenkknorpel verursacht. In weiterer Folge schwillt der Daumen an; es kommt zu einer Entzündung im Gewebe.

Es folgen zudem die typischen Knochenveränderungen (Randzackenbildung) und eine Gelenkverschmälerung. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium ist der Knorpelbelag derart abgetragen, dass die Knochen aneinander reiben.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Betroffenen klagen zunächst über Schmerzen beim Spitzengriff zwischen Zeigefinger und Daumen; mitunter kommt es auch zu einem Druckschmerz an der Streckseite. Selbst Drehbewegungen können Schmerzen verursachen. Da es sich bei den Bewegungen um tagtägliche Aktivitäten handelt, bemerken die Betroffenen relativ schnell, dass der Daumen „beleidigt“ ist.

Schraubverschlüsse können nicht mehr schmerzfrei geöffnet werden; selbst das Tragen von Getränkeflaschen kann mitunter Schmerzen verursachen. Die Betroffenen beschreiben das Gefühl eines „instabilen Daumens“; so beschreiben die Patienten immer wieder, dass sich der Daumen „wackelig“ anfühlen würde. Zu Beginn treten die Beschwerden nur im Rahmen einer direkten Aktivität auf; in weiterer Folge kommt es auch zu einem Ruhe- oder Nachtschmerz.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Der Mediziner stellt die Diagnose anhand von klinischen Untersuchungen und einer Röntgenaufnahme des Daumens. Daran kann der Mediziner eine Fehlstellung des Gelenks erkennen, wobei er mitunter auch die typischen Veränderungen feststellen kann, die im Zuge einer Arthrose möglich sind. Er muss jedoch, bevor er die Diagnose Rhizarthrose stellt, andere Erkrankungen - wie etwa Infektionen, Gicht oder andere rheumatische Erkrankungen - ausschließen können.

In der Regel sprechen die Patienten auf eine konservative Behandlung an. Bei der Rhizarthrose handelt es sich aber um eine klassische Verschleißerkrankung, sodass sich die Symptome - über Jahre hinweg - verschlechtern können. Im Endstadium kommt es in der Regel zu einer Versteifung des Gelenks, sodass der Daumen kaum noch bewegt werden kann.

Komplikationen

Besteht eine Rhizarthrose, führt dies zunächst zu einer zunehmenden Instabilität des Daumengelenks, verbunden mit Schmerzen und einem Kraftverlust der Hand. Dadurch erhöht sich das Risiko für Unfälle und Stürze. Im Allgemeinen nimmt auch die körperliche Leistungsfähigkeit ab und die Betroffenen können Aufgaben im Beruf und im alltäglichen Leben nicht mehr wie zuvor bewältigen.

Gelegentlich kommt es aufgrund der Arthrose zu Fehlhaltungen, die auf Dauer zu Gelenkverschleiß und bleibenden Fehlstellungen führen. Selten kommt es nach der Operation einer Rhizarthrose zu schwerwiegenden Bewegungsstörungen an der gesamten Hand, oft begleitet von Schwellungen, Schmerzen und Entkalkungen der Handknochen. Daneben können Blutungen, Wundheilstörungen und Entzündungen im Bereich des Eingriffs auftreten.

Tiefe Infektionen treten zwar selten auf, können jedoch Nachoperationen erforderlich machen und dauerhafte Funktionsstörungen bedingen. Wird ein größerer Hautnerv verletzt, bildet sich oft ein Taubheitsgefühl, das über Monate bestehen bleiben kann. In schweren Fällen kommt es zu einem dauerhaften Verlust des Hautgefühls. Von diesen Komplikationen einmal abgesehen, können auch die verordneten Medikamente Beschwerden und Spätfolgen hervorrufen. Möglich sind unter anderem Nieren- und Leberschädigungen sowie chronische Magen-Darm-Erkrankungen.

Behandlung & Therapie

Zu Beginn entscheiden sich die Mediziner für eine konservative Behandlung. Das bedeutet, dass der Patient Überlastungen vermeiden soll; das bedeutet, dass er seinen Daumen schonen muss. In weiterer Folge wird eine Daumenbandage angelegt. Zur konservativen Basistherapie gehören auch Eisanwendungen und die Einnahme diverser entzündungshemmender Medikamente (Diclofenac oder auch Ibuprofen).

Mitunter können auch Elektrotherapien zu einer Verbesserung der Beschwerden führen. Kommt es zu keinen Verbesserungen, können weiterführende Therapien - etwa intraartikuläre Injektionen mit Hyaluron, Akupunktur oder Corticoid-Mischinjektionen - für eine Linderung der Symptome sorgen. Versagen jedoch die konservativen Behandlungen, wird jeder Mediziner eine Operation empfehlen.

Bevor sich der Mediziner für die Operation entscheidet, muss er mit dem Patienten mehrere Möglichkeiten besprechen. Einerseits gibt es die Versteifungsoperation (Arthrodese). Der Vorteil der Operation liegt darin, dass das Gelenk zwar stärker belastet werden kann, wobei der Nachteil keinesfalls unberücksichtigt bleiben darf - der Daumen kann nach dem Eingriff nur noch eingeschränkt bewegt werden.

Des Weiteren dürfen an den angrenzenden Gelenken keine Verschleißerscheinungen vorliegen, da jene - durch die Operation - verschlimmert werden können. Aus diesem Grund wird die Arthrodese ausschließlich jungen Patienten empfohlen. Eine weitere Möglichkeit stellt die Endoprothese aus Silikon, Kunststoff oder Metall dar.

Dabei handelt es sich um Modelle, die auch bei Knie- oder Hüftoperationen zum Einsatz kommen. Die Operationsmethode konnte sich jedoch, aufgrund fehlender positiver Langzeitresultate, noch nicht zu 100 Prozent durchsetzen. Zum Standard gehört hingegen die Resektionsarthroplastik. Der Mediziner führt einen rund vier Zentimeter langen Schnitt durch, sodass er die krankheitsbedingt veränderten Handwurzelknochen entfernen kann.

In weiterer Folge sorgt er damit für einen Raumgewinn, sodass der Knochen nicht mehr am Knochen reiben kann. Damit die Stabilität verbessert wird, kommt es zu einer Sehnenplastik. Dabei handelt es sich um eine Art „Bioprothese“, welche bislang für hervorragende Ergebnisse gesorgt hat. Jedoch müssen sich die Patienten bewusst sein, dass sie - ab dem Eingriff - eine geringere Daumenkraft haben, wobei jener Umstand - in vielen Fällen - kein tatsächliches Problem darstellt.

Die Resektionsarthroplastik wird in der Regel ambulant durchgeführt. Nach der Operation wird eine Gipsschiene (für rund zwei Wochen) angelegt; danach muss der Patient eine Daumenbandage tragen (für vier Wochen). Die restlichen Finger können jedoch, selbst nach dem Eingriff, problemlos bewegt werden.

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Vorbeugung

Die Rhizarthrose kann nur bedingt vorgebeugt werden. Forscher sind zu dem Ergebnis gekommen, dass säure- und zuckerhaltige Nahrungsmittel, Nikotin, Alkohol, Fleisch, Weißmehl und Kochsalz eine Rhizarthrose begünstigen können. Aus diesem Grund ist es ratsam, wenn Menschen, die zu viele säure- oder zuckerhaltige Lebensmittel konsumieren, eine Ernährungsumstellung durchführen. Hat der Mediziner bereits eine Rhizarthrose diagnostiziert, kann die richtige Ernährung für eine Linderung der Symptome sorgen; des Weiteren wird der Krankheitsverlauf positiv begünstigt.

Bücher über Arthrose

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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