Rhinoskopie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2016
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Die Rhinoskopie stellt ein instrumentelles Untersuchungsverfahren zur Beurteilung der Nasenhaupthöhle dar. In aller Regel gehören rhinoskopische Sichtkontrollen zu den Routineverfahren der HNO-Heilkunde und sind mit entsprechend geringen Gefahren und Komplikationen verbunden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Rhinoskopie?

Als Rhinoskopie wird die Sichtkontrolle bzw. Spiegelung (-skopie) der Nase (Rhino-) bezeichnet, im Rahmen derer Anatomie und Beschaffenheit des Naseninneren, insbesondere der Nasenhaupthöhle, kontrolliert und bewertet werden können.

Generell wird in Abhängigkeit vom zu inspizierenden Nasenabschnitt zwischen der vorderen (Rhinoscopia anterior), mittleren (Rhinoscopia media) und hinteren Rhinoskopie (Rhinoscopia posterior) differenziert.

Neben der Otoskopie (Ohrenspiegelung) gehört die Rhinoskopie zu den Standard- und Routineuntersuchungsverfahren der HNO-Heilkunde und ermöglicht die Diagnose unterschiedlicher Erkrankungs- und Beschwerdeursachen wie Fremdkörper, Geschwulste, Blutungsquellen, Fehlbildungen, Gewebeneubildungen sowie entzündliche Veränderungen.

Funktion, Wirkung & Ziele

Durch eine Rhinoskopie wird eine Beurteilung der anatomisch-strukturellen Beschaffenheit des Inneren der Nase, insbesondere der Nasenschleimhaut, der Nasenscheidewand und des Nasensekrets, ermöglicht.

Darüber hinaus können Blut- und Eiteransammlungen, Muschel- sowie Schleimhautschwellungen, Schleimhautgeschwüre, anatomischen Fehlbildungen, Polypen, Tumoren und/oder Fremdkörper festgestellt werden. Insbesondere bei einem Verdacht auf eine Kieferhöhlenentzündung (Sinustitis maxillaris) stellt die Rhinoskopie die grundlegende Untersuchung zur Diagnosestellung dar.

Allgemein wird hierbei in Abhängigkeit vom zu untersuchenden Nasenbereich zwischen der vorderen, mittleren und hinteren Rhinoskopie unterschieden. Im Rahmen der vorderen Rhinoskopie wird ein sogenanntes Nasenspekulum, ein zangenartiges Instrument, an dessen Ende sich zur Erweiterung der Naseneingänge und Gewebeentnahme (Biopsie) ein kleiner Trichter sowie eine Lichtquelle befinden, in die Nasenöffnung eingeführt. Die Rhinoscopia anterior dient der Beurteilung von Vestibulum nasi (Nasenvorhof), Locus Kiesselbachi (vordere Drittel des Nasenseptums bzw. der Nasenscheidewand), Ductus nasolacrimalis (Tränen-Nasen-Gang), unterer Nasenmuschel sowie der unteren Septumsegmente.

Als Rhinoskopie wird die Sichtkontrolle bzw. Spiegelung (-skopie) der Nase (Rhino-) bezeichnet.

Die Sicht behinderndes Blut, Krusten- oder Schleimbildungen können vorsichtig weggewischt bzw. abgesaugt werden. Liegen entzündliche Veränderungen vor, kann ein Abstrich gemacht und das entnommene Material anschließend labortechnisch analysiert werden. Dagegen kommt bei der mittleren Rhinoskopie ein verlängertes Nasenspekulum oder ein Nasenendoskop zum Einsatz, das aus einer flexiblen Plastikröhre oder einem starren Metallrohr sowie einer Lichtquelle und Kamera besteht. Die mittlere Rhinoskopie dient insbesondere der Bewertung der Nasenhaupthöhle (Cavum nasi), des Infundibulum nasi sowie der hinteren Nasengänge.

Zudem können pathologische Veränderungen im Bereich der Nasennebenhöhlenausgänge (Sinus paranasales) durch eine mittlere Rhinoskopie erfasst werden. Bei der hinteren Rhinoskopie werden die Choanen (hintere Nasenhöhlenöffnungen), die hinteren Nasenmuschel- und Septumsegmente sowie der Nasen-Rachen-Raum inspiziert. Hierzu wird ein zu etwa 120 Grad angewinkelter Spiegel durch die Mundhöhle eingeführt, während per Spateldruck die Zunge heruntergedrückt wird, so dass während der Untersuchung eine Atmung durch die Nase ermöglicht wird, durch welche zwischen dem erschlafften Gaumensegel (Velum palatinum) und der hinteren Rachenwand ein großer Abstand entsteht.

Durch die hintere Rhinoskopie wird festgestellt, ob aus der Kieferhöhle (Sinus maxillaris), den Siebbeinzellen (Sinus ethmoidalis) oder der Keilbeinhöhle (Sinus sphenoidalis) eitriges Nasensekret austritt. Zudem können Tumoren (u.a. adenoide Wucherungen), Septumdeviationen (Nasenscheidewandverkrümmungen), erweiterte Rachenmandeln (Tonsilla pharyngealis), Polypen sowie Verdickungen der hinteren Muschelenden im Rahmen einer hinteren Rhinoskopie diagnostiziert werden.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Rhinoskopische Untersuchungsverfahren sind in aller Regel schmerz- sowie nebenwirkungsfrei und mit geringen Komplikationen verbunden. Unterschiedliche, in Abhängigkeit von der Größe der Nasenlöcher zu wählende Instrumente gewährleisten eine geringe Verletzungsgefahr.

Zudem sollte bei einer Rhinoskopie darauf geachtet werden, dass beim Aufspreizen des Spekulums der Druck auf die vergleichsweise unempfindlichen Nasenflügel ausgeübt wird, um eine Verletzung der sensiblen Nasenscheidewand zu vermeiden. Liegen Entzündungen und/oder Schwellungen im Bereich der Nasenschleimhäute vor, die eine Untersuchung erschweren, kann zusätzlich ein abschwellendes bzw. betäubendes Nasenspray zum Einsatz kommen.

Bei unzureichender Einsicht in den nasopharyngealen Raum infolge eines ausgeprägten Würgereizes bei gleichzeitigem Anheben des weichen Gaumens (Palatum molle) kann bei der hinteren Rhinoskopie eine sogenannte Velotraktio angezeigt sein. Hierbei wird im Anschluss an eine Oberflächenanästhesie ein dünner Gummikatheter nasal eingeführt, um das Gaumensegel nach vorn zu ziehen.

Durch den erweiterten Raum kann ein größerer Spiegel eingesetzt werden. Sollte darüber hinaus das Einführen eines starren Nasenendoskops als unangenehm empfunden werden, können die Nasenschleimhäute im Vorfeld der Rhinoskopie anästhesiert werden.

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