Retinopathia centralis serosa

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 27. Oktober 2016
Symptomat.deKrankheiten Retinopathia centralis serosa

Die Retinopathia centralis serosa wird von den Augenärzten gern als „Managerkrankheit“ bezeichnet. Der Grund hierfür ist, dass viel Stress diese Sehstörung auslösen kann. Dabei erscheint im Gesichtsfeld ein grauer Fleck, Gegenstände werden verzerrt gesehen und das Lesen und Erkennen der Farben fällt schwer.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Retinopathia centralis serosa?

Bei der Retinopathia centralis serosa handelt es sich um eine Erkrankung der Netzhaut. Hierbei tritt aus der Aderhaut Flüssigkeit aus, wodurch die Netzhaut von der Pigmentepithelschicht örtlich begrenzt abgehoben wird. Dies wird als schwellungsbedingte Ablösung der Netzhaut bezeichnet. Sie wird nach vorn und näher in Richtung Linse gedrückt.

Die Unebenheiten, die dadurch entstehen, heben die Fotorezeptoren aus der herkömmlichen Lage heraus. In seltenen Fällen kommt es bei einer intakten Pigmentschicht zur gemeinsamen Abhebung der Netzhaut und des retinalen Pigmentepithel. Von der Erkrankung sind vorwiegend Männer im Alter von 20 bis 50 betroffen, doch auch bei Frauen kommt sie vor. Das Auftreten steht häufig im Zusammenhang mit körperlichem oder geistigem Stress.

Ursachen

Die genaue Ursache für Retinopathia centralis serosa, die Netzhautveränderung, ist nicht bekannt. Stress wird allerdings seit vielen Jahren sehr häufig als Auslöser der Erkrankung genannt. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Betroffenen oftmals ein ausgeprägtes Wettbewerbsverhalten zeigen, viel zu organisieren und zu managen haben und agil sind.

Daraus resultiert auch der verwendete Name „Managerkrankheit“. Dies bedeutet jedoch nicht, dass jeder gestresste Mensch das Augenleiden entwickelt. Der Grund hierfür ist eine unterschiedliche Verarbeitung von Stress. Die Erkrankung kann auch mit einer erhöhten Konzentration des Stresshormons Kortisol einhergehen.

Experten vermuten, dass zudem eine genetische Anfälligkeit das Auftreten der Retinopathia centralis serosa begünstigen kann. Das Gleiche gilt für eine Infektion mit dem Helicobacter pylori, einem Magenkeim. Auch in dieser Verbindung wurde das Augenleiden zum Teil beobachtet. Letzten Endes ist das Krankheitsbild Retinopathia centralis serosa noch nicht ausreichend erforscht.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Bei der Retinopathia centralis serosa taucht im Blickfeld ein grau-schwarzes Loch auf. Die Sicht wird durch einen Grauschleier getrübt, Gegenstände erscheinen verzerrt oder doppelt. Dies alles gehört zu den typischen Symptomen der Augenerkrankung, die häufig ziemlich plötzlich auftritt.

Hinzu kommt aufgrund der Abhebung der Netzhaut von der Aderhaut oftmals eine ein- oder beidseitige Weitsichtigkeit. Ein weiteres Anzeichen der Retinopathia centralis serosa ist das Wellensehen. Ebenso typisch ist der Ausfall im zentralen Gesichtsfeld. Dadurch wird an einem Fleck mittig des Sehfeldes grau, schwarz oder unscharf gesehen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Beim Verdacht, dass die Retinopathia centralis serosa vorliegt, sind eine Anamnese und eine sorgfältige Untersuchung durch den Augenarzt notwendig. Der Grund hierfür ist, dass die Veränderungen des Sehens auch aus anderen Erkrankungen resultieren können, die mit ähnlichen Symptomen einhergehen. Dem Arzt stehen zur genauen Diagnostik verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, beispielsweise ein Sehtest.

Hierbei handelt es sich meist um die Hyperopisierung des betroffenen Auges. Auch möglich ist die apparative Perimetrie, beispielsweise die Schwellenperimetrie, die dem Bestimmen und Quantifizieren des Skotoms dient. Bei der Funduskopie zeigt sich ophthalmoskopisch eine sichtbare ödematöse Schwellung der Netzhaut.

Ebenso zum Einsatz kommen die Farbsinnprüfung und die spectrale optische Kohärenztomographie (SOCT). Hierbei lässt sich die Abhebung der Netzhaut direkt sichtbar machen, denn mit dieser Aufnahmetechnik wird ein Querschnittsbild angefertigt. Es gibt bei der Retinopathia centralis serosa akute und chronische Formen, die ein- oder beidseitig auftreten können.

Bei der akuten Form heilt die Erkrankung in der Regel innerhalb von drei bis sechs Monaten nach dem Auftreten spontan ab. Daher ist es üblich, erst nach drei Monaten eine Therapie einzuleiten. Ein signifikanter Sehverlust bleibt nur in Einzelfällen, allerdings kann es zu einem oder auch mehreren erneuten Ausbrüchen der Erkrankung kommen. Wenn die Retinopathia centralis serosa wiederholt auftritt und Veränderungen zurücklässt, wird von einer chronischen Form gesprochen. In diesem Fall sollte mit einer Behandlung eher begonnen werden.

Behandlung & Therapie

Bei der Retinopathia centralis serosa ist in den meisten Fällen keine Therapie erforderlich, da sich die Erkrankung gewöhnlich von selbst zurückbildet. Die Betroffenen erholen sich oftmals innerhalb der nächsten Monate von den Sehstörungen. Hierbei ist lediglich Geduld gefragt. Bei einem schweren Verlauf oder wiederholten Rückfällen sollt eine Behandlung eingeleitet werden.

In diesen Fällen kann eine Laser-Behandlung in Erwägung gezogen werden, die bei diesem Augenleiden sehr häufig zum Einsatz kommt. Die undichte Stelle, die sich in der Aderhaut befindet, wird mit dem Laser verödet. Die Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass hinsichtlich des Quellpunktes eine exzentrische Lage vorliegt.

Die Netzhaut haftet, wenn alles gut verläuft, durch das Laserlicht wieder an ihrem Untergrund. Hierbei kann es zur leichten Narbenbildung kommen, was jedoch unproblematisch ist. Bei manchen Patienten treten allerdings durch ein wiederholtes Abheben der Netzhaut großflächig narbige Veränderungen auf, sodass das Sehvermögen merklich eingeschränkt ist. Auch bei einer Spontanheilung bleiben zum Teil leichte Einschränkungen des Sehvermögens oder der Sehqualität zurück.

Ein weiteres Verfahren, um die Retinopathia centralis serosa zu behandeln, ist die Photodynamische Therapie. Hierbei wird in die Armvene ein lichtempfindliches Medikament gespritzt, das sich innerhalb der nächsten 15 Minuten im gesamten Körper verteilt, was auch für die Gefäße der Aderhaut gilt. Das Medikament wird durch eine Laserbestrahlung gezielt aktiviert und das undichte Blutgefäß verschlossen.




Vorbeugung

Um das Auftreten der Retinopathia centralis serosa zu vermeiden, sollte die Stressbelastung zurückgefahren werden. Hilfreich sind auch Entspannungsverfahren wie Qi Gong und Autogenes Training. Dies trägt zum Ausgleich und einer optimalen Work-Life-Balance bei. Es ist stets wichtig, sich bewusst zu machen, wie sich Stress auf den Körper auswirkt. Auch Sport ist hilfreich, denn Bewegung stärkt das Immunsystem und fördert den Abbau von Stresshormonen, die im Verdacht stehen, die Retinopathia centralis serosa auszulösen.

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