Resede

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2016
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Die Resede umfasst als Oberbegriff dieser Gattung verschiedene Arten von Kultur- und Zierpflanzen, regional wird die Pflanze auch als Wau bezeichnet. Als natürlich vorkommende Art ist die Resede auf dem gesamten europäischen Kontinent, in Asien, Nordafrika und im Mittelmeerraum verbreitet.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Resede

Die Pflanzenfamilie der Resedengewächse, Resedaceae, liebt sonnige bis halbschattige Plätze in Beeten, Wegrändern, Äckern oder Wiesen. Reseden gedeihen ausschließlich auf nährstoffreichen Böden, eine Kultivierung im eigenen Garten ist ohne Weiteres möglich, sofern auf sonnige Standorte, möglichst im Halbschatten und die Bodenbeschaffenheit geachtet wird.

Es gibt einjährige aber auch ausdauernde Wuchsformen der Gattung Resede. Die Blätter können ungeteilt oder gefiedert sein, je nach Art. Auch die Wuchshöhe kann je nach Art von 25 bis zu 130 Zentimeter betragen. Die Blüten der Resede sind von weißlicher bis gelber Farbe, während des weiteren Wachstums bildet der Wau die typischen Kapselfrüchte, die bis zu 15 Millimeter lang werden können.

Alle Resedenarten blühen in der Zeit von etwa Mitte Juni bis Ende September. Bienen finden bei der Pflanze ein reiches Angebot an Pollen, jedoch nur ein mäßiges Angebot an Nektar. Am häufigsten sind 5 Gattungen der Pflanzenfamilie Resede verbreitet, darunter die Gelbe Resede und die sogenannte Färber Resede, früher wurde diese Art auch zum Einfärben von Textilien verwendet. Die Resede stammt ursprünglich aus Westasien und Südosteuropa.

Nach der Verwilderung sind alle Redenarten heute auch in allen anderen europäischen Landstrichen heimisch. Eine besonders gefragte Saatgutmischung wird unter der Bezeichnung „Veitshöchheimer Bienenweide“ vertrieben, darin enthalten ist ein Gemisch aus Gelber und Färber Resede.

Wirkung & Anwendung

Reseden stehen oft unscheinbar an den Wegesrändern, dennoch handelt es sich um eine hübsche Blumenart mit einem typisch angenehmen Duft. Als Zierpflanze im Garten sind Reseden heute nur noch selten anzutreffen, noch weniger bekannt ist die Tatsache, dass es sich bei allen Resedenarten um Heilpflanzen handelt. Der Name Resede stammt aus der Römerzeit, abgeleitet vom lateinischen Wort „resedere“, was übersetzt „beruhigen“ oder „heilen“ bedeutet. Die Römer wussten also bereits von der heilkräftigen Wirkung der Resede, das Wissen darum ging aber im Laufe der Zeit weitestgehend verloren.

Aus alten römischen Schriften können dennoch die bis heute heilsamen Wirkungen abgeleitet werden. Es ist sowohl eine innere als auch eine äußere Anwendung möglich. Blutergüsse und Quetschungen können mit einem Pflanzenbrei aus frischen, zerquetschten Pflanzenteilen behandelt werden.

Alle Resedenarten blühen in der Zeit von etwa Mitte Juni bis Ende September.

Da die Färber Resede früher auch zum Einfärben von Textilien verwendet wurde, wird diese Art auch Färberwau genannt.

Die moderne Textilindustrie hat jedoch kein Interesse an diesen spezifischen Eigenschaften der Pflanze. Als Teeaufguss kann Resede gegen Nervosität, Schlafstörungen oder zur Schmerzstillung bei Bauchkrämpfen eingesetzt werden. Hauptinhaltsstoffe des Wau sind Flavone, Saponine und Senföle, die wahrscheinlich für die antimikrobielle Wirkung verantwortlich sind.

In Deutschland wurde Färber Resede bis ins 19. Jahrhundert auf Äckern kultiviert, diese Anbauweise ist ebenfalls in Vergessenheit geraten und heute nicht mehr üblich. Nur die oberen blühenden Pflanzenteile enthalten die spezifischen Farbstoffe Luteolin und Apigenin. Diese sind jedoch nicht textilecht, binden sich also nicht dauerhaft an die Textilfasern und werden bereits nach dem ersten Waschgang wieder ausgewaschen. Das dürfte der Hauptgrund dafür sein, dass die Textilindustrie kein weiteres Interesse an einer kommerziellen Vermarktung der Färber Resede zeigt.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Als Heilpflanze spielt die Resede zur Therapiezwecken heute allenfalls eine untergeordnete Rolle. Das Wissen um die heilkräftigen Wirkungen ist heute nur noch der traditionellen Volksheilkunde oder der empirischen naturheilkundlichen Tradition bekannt. Gemäß den Überlieferungen aus der Römerzeit wirken Arzneizubereitungen aus Resede beruhigend, schmerzstillend, bei Schlaflosigkeit, bei innere Unruhe, bei Quetschungen oder bei blauen Flecken, also Hämatomen.

Einige Quellen berichten auch über eine heilkräftige Wirkung bei Insektenstichen, wichtig sei dabei die Anwendung des frisch zerstampften Krautes direkt auf der Einstichstelle. Eine vorbeugende, also präventive Wirkung ist nicht bekannt. Alle Teile der Heilpflanze sind ungiftig, aus Blüten, Blättern und Stengeln können auch Salate zubereitet werden. Der Geschmack wird als würzig-mild und als kresseähnlich beschrieben. Aufgrund der ubiquitären Verbreitung gelten alle Gattungen der Pflanze als ungefährdet und stehen bis heute nicht unter Naturschutz. Die heilkräftigen Wirkungen werden allen Arten der Gattung Resede nachgesagt, auch dem Färberwau.

Gärtnereien verkaufen heute Reseden ausdrücklich als Zierpflanze, trotz der vielen guten Eigenschaften der Staude. Die duftenden Blüten versprühen einen natürlichen Charme, die sich im Garten besonders mit anderen Zierpflanzen ideal ergänzen können. Interessant ist beispielsweise eine Kombination von Reseden mit dem Gewöhnlichen Natternkopf oder der Wilden Möhre. Eine umfassende botanische Analyse der Inhaltsstoffe von Resedengewächsen wurde bis heute, soweit erfahrbar, noch nicht vorgenommen.

Das heilkräftige Potential der Resedengewächse gilt aber selbst unter Experten als unbestritten, auch wenn die Heilpflanze leider ganz in Vergessenheit geriet. Risiken, Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen sind auch bei intensivem oder dauerhaftem Gebrauch der ungiftigen Pflanze nicht bekannt. Denkbar wären in Einzelfällen allenfalls Überempfindlichkeitsreaktionen bei allergischer Disposition.

Es wird dennoch empfohlen, bei Anwendung von Resedengewächsen zu Heilzwecken, innerlich oder äußerlich, den behandelnden Arzt darüber zu informieren. Obwohl wahrscheinlich unschädlich, wird aufgrund der fehlenden Erfahrungswerte von einer Anwendung bei Kleinkindern oder Schwangeren abgeraten.

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