Remineralisation

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Februar 2017
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Die Remineralisation ist die Wiedereinlagerung von Mineralstoffen in Hartgewebe, wie die Zähne oder die Knochen. Durch Übersäuerung demineralisieren Hartgewebe und werden dadurch brüchig. Im Mund ist der Speichel für die Remineralisation verantwortlich, der selbst mit Mineralstoffen übersättigt ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Remineralisation?

Die Zähne und die Knochen des Menschen bestehen aus anorganischen Anteilen. Diese anorganischen Substanzen sind die Mineralstoffe. Insbesondere Calcium und Phosphat sind in den Hartsubstanzen des Körpers enthalten.

Bei der Bildung dieser Hartgewebe ist daher die Mineralisation ein entscheidender Schritt. Darunter versteht die Medizin die schrittweise Einlagerung von Mineralien in die Zähne und die Knochen. Besonders im Mundraum findet natürlicherweise aber eine tägliche Demineralisation der Hartgewebe statt. Anorganische Substanzen werden im Rahmen dieser Demineralisation wieder aus den Hartsubstanzen herausgelöst. Das geschieht entweder durch körpereigene Säuren, wie die Magensäure oder durch säurehaltige Lebensmittel.

Im Mund übernimmt der Speichel bei der Demineralisation eine Pufferfunktion. Das Sekret stellt sicher, dass die Zähne nicht völlig demineralisiert werden. Speichel neutralisiert Säuren und schützt damit den Mineralstoffhaushalt der Zähne. So findet im Mund ein ausgewogener Wechsel zwischen Remineralisation und Demineralisation statt. Unter der Remineralisation versteht die Medizin demzufolge die Wiedereinlagerung von Mineralstoffen in Hartgewebe, wie sie im Mund durch den Speichel gewährleistet wird.

Funktion & Aufgabe

Mineralisation ist ein entscheidender Vorgang für den Aufbau von Hartgewebe. In den Zähnen ist die Mineralisation der Härtungsprozess von Zahnschmelz und Dentin. Dank dieser Mineralisation sind die Zähne widerstandsfähig und relativ bruchfest. Dasselbe gilt auch für die Mineralisation der Knochen. Die Knochensubstanz wäre ohne die Mineralstoffe brüchig und von Frakturen bedroht. Die Remineralisation erhält also den Mineralgehalt in Hartgeweben und sorgt so dafür, dass die Widerstandsfähigkeit dieser Gewebe erhalten bleibt.

Dem Speichel kommen bei der Remineralisation entkalkter Zähne eine wichtige Aufgaben zu. Speichel besteht aus Wasser, Proteinen und Mineralstoffen, wie Calcium und Phosphat. Demineralisierte Zähne können diese Mineralstoffe wie kleine Bausteine in entkalkte Stellen einfügen und so den schützenden Zahnschmelz aufrechterhalten.

Dass die Mineralstoffe beim Einbau nicht vorzeitig zerfallen, ist den Proteinen im Speichel zu verdanken. Die Proteine sorgen außerdem dafür, dass nicht zu viele Mineralstoffe an die Zähne gebunden werden. Sie reinigen die Zahnoberflächen, wie eine biochemische Zahnbürste.

Die Remineralisation ist die Wiedereinlagerung von Mineralstoffen in Hartgewebe, wie z.B. die Zähne.

Dass zuckerfreien Kaugummis ein Effekt bei der Zahnhygiene zugesprochen wird, liegt zum Beispiel an ihrer stimulierenden Wirkung auf die Speicheldrüsen.

Der Speichel ist eine Lösung aus bestens aufeinander abgestimmten Einzelbestandteilen, die gemeinsam die Gesundheit der Zähne gewährleisten. Die Zähne baden sozusagen in einem mit Mineralstoffen übersättigten Bad und können so durch die Einlagerung von Mineralien kleinere Mineralverluste reparieren und Säureangriffe ausgleichen. So halten sich Demineralisation und Remineralisation im Mund eines gesunden Menschen in Balance.

Das Gleichgewicht zwischen Demineralisation und Remineralisation kann allerdings durch verschiedene Ernährungsgewohnheiten bedroht werden, so zB durch den übermäßigen Konsum saurer Getränke oder anderer Lebensmittel. Mundhygiene mit flouridhaltigen Substanzen kann das Gleichgewicht wiederherstellen, sollte es verlorengegangen sein, und die Remineralisation unterstützen.

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Krankheiten & Beschwerden

Im Hinblick auf die Zähne ist Karies wohl die bekannteste Erscheinung von unzureichender Remineralisation. Karies stellt sich unter anderem bei Patienten mit Hyposalivation ein. Damit ist die mangelnde Sekretion von Speichel gemeint, die insbesondere im Alter ein natürlicher Prozess ist. Die Speicheldrüsen reduzieren mit der Alterung ihre Aktivität. Mundtrockenheit tritt ein und der Speichel verliert seine Pufferfunktion und wechselt im Extremfall sogar die Zusammensetzung.

Je weniger Speichel im Mund vorhanden ist, desto weniger kann der Körper die natürliche Entkalkung der Zähne kompensieren. Einzig der Speichel und seine remineralisierenden Funktionen gewährleisten nämlich, dass dem Menschen seine Zähne bis ins hohe Alter erhalten bleiben.

Bei den Knochen kann fehlende Remineralisation wiederum Krankheiten wie Osteoporose hervorrufen. Bei dieser Erscheinung tritt eine schrittweise Entkalkung der Knochensubstanz ein. Die Betroffenen leiden häufiger an Frakturen und ihre Knochen sind kaum mehr biegsam. Der Mechanismus der Osteoporose ist bislang nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielen aber Ernährungsgewohnheiten eine nicht zu unterschätzende Rolle für das Krankheitsbild.

Fehlende oder unzureichende Remineralisierung kann auch auf allgemeine Mangelerscheinungen im Organismus zurückzuführen sein. Die mangelnde Zufuhr von Mineralien und ein falsches Gleichgewicht bei der Zusammensetzung der Nährstoffe können in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen. Zur Remineralisation der Knochen braucht der Körper zB nicht nur Mineralstoffe, sondern auch Vitalstoffe und Vitamine wie Vitamin D. Wenn eine dieser Substanzen im Organismus nur in unzureichendem Maß zur Verfügung steht, stellen sich Störungen beim Ausgleich von Säureangriffen ein.

Auch eine reduzierte Aufnahme von Mineralstoffen im Darm führt unter Umständen zu mangelnder Remineralisation. Dieses Phänomen kann im Rahmen von verschiedenen Darmkrankheiten vorliegen oder zum Beispiel bei Darmentzündungen durch die Autoimmunerkrankung Morbus Crohn eintreten.

Auch Stoffwechselerkrankungen können für Störungen der Remineralisation verantwortlich sein. Bei einem fehlgeleiteten Calcium-Phosphatstoffwechsel stellt sich zum Beispiel zusehends eine Entkalkung der körpereigenen Hartgewebe ein.

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