Remifentanil

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Bei Remifentanil handelt es sich um ein hochwirksames Opioid, welches insbesondere im Rahmen der Anästhesie angewendet wird. Das Betäubungs- bzw. Sedierungsmittel hat dabei eine Wirkung, die rund 200 Mal stärker als die von Morphium ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Remifentanil?

Remifentanil gehört zu der Gruppe von Wirkstoffen, die oftmals dann eingesetzt werden, falls das bewährte Morphium im Zuge einer Schmerzbehandlung oder als Betäubungsmittel keine ausreichende Wirkung erzielt.

Eingesetzt wird das Opium sowohl als Sedierungsmittel als auch im Zuge der Anästhesie, was sich unter anderem aus der hervorragenden Steuerbarkeit des Wirkstoffes ergibt. In der Praxis kommt das Mittel daher oftmals im Rahmen von Operationen zum Einsatz. Eine wesentliche Eigenschaft des Medikamentes besteht unter anderem darin, dass es glycinhaltig ist. Daher darf das Arzneimittel nicht im Zuge einer Spinalanästhesie zum Einsatz kommen.

Remifentanil wird nicht nur im Rahmen der Anästhesie angewendet, sondern in der Praxis ebenfalls häufig zur Sedierung genutzt. Zur Atemdepression wird das Medikament ebenfalls häufiger verwendet. Da der Abbau des Wirkstoffes unabhängig von den Organen erfolgt, ist eine Anpassung der Dosierung von Remifentanil bei eingeschränkter Funktion der Leber oder den Nieren nicht notwendig.

Pharmakologische Wirkung

Die Wirkung von Remifentanil zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass das Medikament sowohl schmerzlindernd als auch stark beruhigend (sedierend) wirkt.

Als sogenannter selektiver µ-Opioid-Agonist besteht die Wirkung vor allem darin, dass deren Eintritt sehr schnell und gut kalkulierbar erfolgt. Im Normalfall tritt die gewünschte Wirkung bereits eine Minute nach Verabreichung des Medikamentes ein. Ebenso charakteristisch für die Wirkung ist, dass diese lediglich von kurzer Dauer ist. Die Halbwertszeit wird in der Regel mit einer Dauer zwischen zwei und zehn Minuten angegeben.

Aus dem Grund ist es zum Beispiel im Zuge einer Narkose wichtig, dass der Wirkstoff kontinuierlich zugeführt wird. Die Wirkung auf den Organismus kann durch sogenannte Opiod-Antagonisten, wie zum Beispiel Naloxon, aufgehoben werden.

Aufgrund der beschriebenen Wirkung wird Remifentanil oftmals auch als „Soft Drug“ (sanfte Droge) bezeichnet. Wichtig ist bezüglich der Wirkung zu beachten, dass die Dosierung von Remifentanil unbedingt dem jeweiligen Alter des Patienten anzupassen ist.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Bei Remifentanil handelt es sich um ein hochwirksames Opioid, welches insbesondere im Rahmen der Anästhesie angewendet wird.

Das Opioid Remifentanil kommt in der Praxis auf verschiedenen Wegen zur Anwendung. Am häufigsten wird es im Zuge einer Narkose genutzt, die im Zusammenhang mit chirurgischen Eingriffen verabreicht wird. In diesem Rahmen wird der Wirkstoff in erster Linie bei einer totalen intravenösen Anästhesie eingesetzt.

Meistens erfolgt dann eine Kombination mit Propofol. Darüber hinaus kommt Remifentanil ebenfalls zum Einsatz, falls eine Analgesie im Zuge einer direkten postoperativen Periode fortgesetzt werden soll. Ohnehin wird Remifentanil gerne zur Analgesie sowie zur Sedierung im Rahmen der Intensivpflege eingesetzt. Wegen der bereits erwähnten relativ kurzen Halbwertzeit erfolgt die Verabreichung des Opioids in aller Regel über eine sogenannte Spritzenpumpe.

Ein Vorteil besteht aufgrund der kurzen Wirkungsdauer darin, dass es im Normalfall keine Wirkungsüberhänge gibt. Besonders wegen dieser sehr guten Steuerbarkeit ist Remifentanil heutzutage vor allem im Bereich der ambulanten Anästhesie sehr verbreitet und wird häufig angewendet. Aber auch bei etwas weniger schmerzhaften Maßnahmen, wie zum Beispiel bei einer Lithotripsie (Behandlung von Blasen- und Nierensteinen), kann Remifentanil angewendet werden.

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Risiken & Nebenwirkungen

Da es sich bei Remifentanil um ein effektiv und gezielt wirkendes Mittel handelt, kann es nach der Verabreichung in manchen Fällen durchaus zu Nebenwirkungen kommen.

In erster Linie handelt es sich dabei um Nebenwirkungen, die allgemein sehr typisch für Opioide sind. Es ist zu beachten, dass die Thoraxrigidität – vor allem im Vergleich zu vielen anderen Opioiden - in höherem Maße ausgeprägt sein kann. Grundsätzlich gehören zum Beispiel Atemdepressionen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung zu den typischen Nebenwirkungen, die nach der Verabreichung von Remifentanil auftreten können.

Zu den weiteren möglichen Nebenwirkungen von Remifentanil zählen darüber hinaus Hypotension oder auch Muskelrigidität. Zu allen möglichen Nebenwirkungen kann der behandelnde Arzt eine Auskunft erteilen.

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